Denn wer da hat, dem wird gegeben – Volker Pesch

Denn wer da hat, dem wird gegeben

Autor: Volker Pesch

Küstenkrimi

Verlag: CMZ

272 Seiten, 13,5 × 21 cm
Paperback
ISBN 978-3-87062-199-5

Preis: 12,95 €

Als der Ex-Pfarrer Tom Schroeder seine neue Stelle bei der Greifswalder Kripo antritt, stolpert er sofort in eine Mordermittlung. Eigentlich ist er dafür nicht zuständig. Denn er wurde der Dienststelle als Seelsorger und für die Krisenintervention zu geteilt, doch er ist neugierig. Unterstützung erfährt er nicht von den Kollegen. So richtig will ihn dort niemand und als er beginnt Fragen zu stellen, nach der Toten, nach der Industriebrache auf der sie gefunden wurde und nach den holländischen Investoren, die auf dem alten Industriegebiet in bester Lage, eine Bio-Ölraffinerie bauen wollen, läuft er schnell gegen Mauern. Der Raffinierie-Bau wird von der Oberbürgemeisterin der Stadt eindeutig favorisiert. Denn die Niederländische Holding ist sehr großzügig in Sachen Unterstützung des Ortes und weiß wo die Schmiermittel verteilt werden müssen, denn sie sind nicht die einzigen Bewerber um das Gebiet. Architekt Hegebarth plant eine Gesundheits-Wellness-Hotel, die Bernsteinstadt und auch dieser Plan hat einige Befürworter. Schroeder will nun wissen, welche Rolle die unbekannte Tote spielt, was sie mit den diversen Plänen zu tun hatte und ob sie wirklich so unbekannt ist.

Mit dem Polizeiseelsorger Tom Schroeder führt Volker Pesch einen sympathischen neuen Ermittler ein. „Denn wer da hat, dem wird gegeben“ ist Volker Pesch erster Küstenkrimi und ich hoffe sehr bald mehr von Tom Schroeder und dem Greifswalder Klügel zu lesen. Die Charaktere sind glaubhaft und gut gezeichnet. Ein sehr gelungener, thematisch extrem aktueller Krimi.

 

Grabgeflüster von Martín Ó Cadhain

Grabgeflüster

Autor: Martín Ó Cadhain

Übersetzung aus dem Irischen: Gabriele Haefs

Verlag: Kröner

1. Auflage, 461 Seiten, Halbleinen, 500 g
ISBN 978-3-520-60101-8

Preis: 24,90 €

Von letzter Ruhe kann hier wirklich nicht die Rede sein. Denn die Toten machen in der Friedhofserde, der Originaltitel ist Cré na Cille = Friedhofserde, einfach weiter wie gehabt. Sie pflegen ihre Fehden, sie rechten und streiten. Hat über der Erde gezählt wieviel Land, Geld, Silberkannen und Besitz man hatte, dort unten ist wichtig, ob man in der Pfund oder 15 Shilling Abteilung begraben ist, wieviel die Kollekte bei der Beisetzung gebracht hat und ob man ein Kreuz von seinen Angehörigen bekommt. Vorzugsweise eines aus dem Kalkstein der Araninseln. Im Grunde ändert sich also nichts, man ist halt nur tot und muss sich mit dem Vergangenen begnügen, denn Zukunft gibt es keine mehr.

Martín Ó Cadhain gilt als der irischsprachige James Joyce und ist in seiner Heimat hochgeachtet. Er wurde 1906 in der Nähe von Galway geboren und hat, so erzählt man sich, bis zu seinem sechsten Lebensjahr kein Wort Englisch gesprochen. Die Gegend in der er wurzelt, die Gaeltracht, also die Ecke im Westen Irlands, in der zur Hauptsache Gälisch gesprochen wurde, ist auch der Handlungsort dieses Buches. Das Original ist 1949 erschienen und das Buch galt lange als nicht zu übersetzen. Was allerdings von Gabriele Haefs, mit dem vorliegenden Werk brilliant wiederlegt hat.

Grabgeflüster ist kein Roman, es wird keine kohärente Geschichte erzählt, es besteht hauptsächlich aus Dialogen und Dialogfetzen, aus denen sich mit der Zeit die Verbindungen der Toten zueinander herauskristallisieren. Das ist aber im Grunde nicht wichtig. Denn durch die Geschichten, die die Toten erzählen, wird eine andere deutlich, nämlich die wie Land und Leute so lebten. Wie hart ihr Leben in diesem kargen Landstrich war und welche Arbeiten und welche Rituale ihren Tag bestimmten. Dieses Buch ist ein sprachliches Feuerwerk und funkelt und strahlt auf jeder Seite. Es dauert vielleicht ein wenig, bis man sich auf das Konzept einlassen kann, aber dann ist man als Beobachter in der Friedhofserde und hört dem Geschimpfe von Caitríona Pháidín zu und dem französischen Soldaten und Kneipen Pedar und all den anderen, dort in der Friedhofserde.

Es ist ein anspruchsvolles Buch, denn es ist kein gemütlicher Irlandaufenthalt. Sehr schön ist, dass es einen ausführlichen Anhang zu Ereignissen und Begriffen gibt, sowie eine kleine Einführung in die irische Sprache.

William Wenton und die Jagd nach dem Luridium

William Wenton und die Jagd nach dem Luridium

Autor: Bobbie Peers

Übersetzung aus dem Norwegischen: Gabriele Haefs

Alter: ab 10 Jahre

ISBN 978-3-551-55367-6

Preis: 14,99 (D)

William Wenton, der unter dem Namen Olsen, mit seinen Eltern in Norwegen lebt, weiß wenig über seine Herkunft. Aber er weiß, dass er nicht wirklich Olsen heißt und er weiß, dass die Familie so einiges unter der Decke halten muss, um nicht in Gefahr zu geraten. Außerdem ist William ein begnadeter Rätsellöser und Codeknacker. Als er den vertracktesten Code der Welt auf einer Wissenschaftsausstellung knackt, wird er entführt und befindet sich plötzlich im Institut für Posthumane Forschung wieder. Dort erfährt er einiges über seine Herkunft, über seinen Großvater und über das geheimnisvolle Luridium. Er findet Freunde und lernt, dass auch kybernetische Pflanzen Zähne haben und das Rasenflächen nicht unbedingt harmlos sind.

William Wenton und die Jags nach dem Luridium ist der Auftakt zu einer Serie um William Wenton. Es ist zwar ein wenig ermüdend, dass es immer gleich Serien sein müssen, aber in diesem Fall hat es sich gelohnt, wach zu bleiben. Sicher erinnert das Buch an einigen Stellen an Harry Potter und auch an Rick Riodan und doch ist es kein Abklatsch. Nicht die Magie ist das Thema, sondern die Naturwissenschaften und dass man dieses eher trockene Thema, sehr sehr spannend und humorvoll behandeln kann, hat Boobie Peers hier bewiesen. Ich freue mich auf die nächsten Bücher der Serie.

Ein treuer Freund von Jostein Gaarder

Ein treuer Freund

Autor: Jostein Gaarder

übersetzt aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs

Erscheinungsdatum: 13.03.2017
272 Seiten
Hanser Verlag
Fester Einband
ISBN 978-3-446-25443-5
ePUB-Format
ISBN 978-3-446-25600-2

Jakop Jakopsen ist ein Einzelgänger und Außenseiter und er ist einsam, denn er hat, bis auf Pelle, keine Freunde und auch keine Familie. Pelle allerdings ist eine Handpuppe, die Jakop seit seiner Kindheit hat und die alles ist, was der schüchterne Jakop nicht ist. Pelle ist eloquent, nicht im geringsten schüchtern. In seiner Sehnsucht zu einer Gemeinschaft zu gehören, hat sich Jakob ein seltsames Hobby gesucht. Er geht auf Beerdigungen ihm fremder Menschen und erzählt beim anschließenden Kaffeetrinken eine erfundene Geschichte, wie er den Verstorbenen kennengelernt hat und was sie verbindet. Das geht natürlich nicht immer gut. Einmal wird er entdeckt und so lernt er Agnes kennen und verliebt sich in sie. Auch Agnes hat ihre Geschichte und ob die beiden zusammenfinden und wie Pelle in die Beziehung passen könnte … nun ja, dass erfährt man beim Lesen, dieses wundervollen Buches. Ein weiteres Hobby von Jakop sind Wörter, er ist Etmyologe und bewusst sich mit deren Herkunft. An einer Stelle sagt er:

Meine eigentliche Familie sind die Wörter

Das hat mir sehr gefallen. Überhaupt hat mir das ganze Buch gefallen. Mit Jakop Jakopsen hat Gaarder einen ganz besonderen Protagonisten geschaffen und ich war gerne in seiner Geschichte. Das Buch wurde einigen Orts als Schelmenroman bezeichnet. Ich denke, dass das recht treffend ist. Es hat alles war ein gutes Buch haben muss und Jostein Gaarder hat es geschafft, Themen wie Umwelt, Theologie und Etmyologie zu behandeln, ohne ins Predigen zu kommen, was mich in früheren Büchern sehr gestört hat.

Mein Fazit: Unbedingt Lesen!

 

Emma oder das Ende der Welt von Ketil Bjørnstad

Autor: Ketil Bjørnstad

Emma oder das Ende der Welt

Übersetzung aus dem Norwegischen: Gabriele Haefs & Kerstin Reimers

Verlag: Osburg Verlag

ISBN: 978-3-95510-128-2

Preis: 22,00 €

Es passiert, aber es passiert nicht uns …

… denkt Aslak, als seine 9-jährige Tochter bei einem Flugzeugunglück ums Leben kommt. Er und seine getrennt lebende Frau Hanne sind am Boden zerstört. Sie versuchen in ihrer Trauer zusammenzurücken, doch es scheint zweifelhaft, ob es eine gemeinsame Zukunft geben kann. Zuviel ist zerbrochen und Emma, das Verbindungsglied, ist nicht mehr. Beide befinden sich in einer Art Starre, wissen nicht, wie es weitergehen soll, beruflich und überhaupt. Sie suchen nach Erklärungen für das Geschehene und warum es ausgerechnet ihre Tochter traf. Sie suchen nach Schuldigen, wünschen sich jemanden zur Rechenschaft ziehen zu können, wollen dann wieder nur, dass das Leben weitergeht. Ein Leben, dass sie sich ohne Emma kaum vorstellen können. Rachegedanken, lösen sich mit Verzweifelung ab. Hoffnung und Verzeihen blitzen auf und gehen in einem nächsten Schwall Trauer und wunsch nach Rache unter. Sie denken daran, dass ihr Kind nicht nur glücklich war, dass sie es schwer hatte im anstrengenden Schulalltag. Daran, wie sie von der Klassenschönheit gemoppt und ins Abseits gedrängt wurde. Während Aslak seine Wut auf dieses Mädchen fokussiert, ist Hanne diejenige, die beginnt die Pilotin des Flugzeugs auszuspionieren deutlich konkretere Rachepläne hegt. Ob sie diese in die Tat umsetzt… nun, dazu sollte man das Buch lesen.

Es ist mein erstes Buch von Ketil Bjørnstad und ich bin schier begeistert. Ich gestehe auch, dass ich gezögert habe, diesen Roman, ob der Schwere des Themas, zu beginnen. Es stellte sich heraus, dass es eine gute Entscheidung war, sich doch heranzutrauen. Ja, das Thema ist bedrückend und lässt nur wenig Raum für hellere Gedanken, doch bringt die Sprache, die Musikalität des Erzählers, die Leichtigkeit, die es braucht, sich in Aslaks und Hannes Trauer zu begeben. Das Lob hierfür gilt natürlich auch den Übersetzerinnen, denen es gelungen ist, dieses in die deutsche Fassung zu übertragen.


Ein kalter Fall von Anne Holt

Ein kalter Fall

Autorin: Anne Holt

 

  • Übersetzt von: Gabriele Haefs
  • ISBN: 978-3-492-05471-3
  • € 22,00 [D], € 22,70 [A]
  • Erschienen am 01.03.2017
  • 432 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag

Hanne Wilhelmsen, die Kommisarin, die in so einigen Anne Holt Krimis auftrat, sitzt nach einer Schussverletzung im Rollstuhl und ist offiziell nicht mehr für die Osloer Polizei tätig. Doch dann bittet man sie sich um, so genannte Cold Cases (kalte Fälle) zu kümmern und teilt ihr auch einen Mitarbeiter zu, Henrik, der ein wenig anders ist. Hochintelligent und mit diversen Tics behaftet. Während diese beiden versuchen herauszubekommen, was mit der 16-jährigen Karina vor einigen Jahren geschehen ist, wird Oslo von einem Terroranschlag erschüttert. Das Ziel, eine Institution für Migranten aus islamischen Ländern, die sich zu Norwegen bekennen. Das Bekennervideo nennt eine bis dato unbekannte Gruppe, der Sprecher ist ein junger Pakistani, der kurz darauf ermordet am Waldesrand auf gefunden wird. Dann taucht auch noch Billy T. bei Hanne Wilhelmsen auf, ihr alter Partner, zu dem sie jeden Kontakt abgebrochen hat und äußert die Vermutung, dass sein Sohn Linus zum Islam konvertiert ist.

Anne Holt behandelt da ein aktuelles und brisantes Thema und hat mit „Ein kalter Fall“ sehr viel mehr, als einen Kriminalroman geschrieben. Sie taucht tief ein, in die kochende Volkesseele und zeigt, wie schwer es ist, die Zusammenhänge von Ereignissen zu durchschauen. Immer kann es auch ganz anders gewesen sein.

Doch es gibt auch ein Manko. Beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl, dass an einigen Stellen was fehlt. Manchmal Kleinigkeiten, manchmal ist da auch eine größere Lücke. Es ist zwar immer so, dass alles noch einen Sinn ergibt, aber der Rhytmus ist gestört, was am Lektorat liegen könnte. Auf Nachfragen erfuhr ich dann auch von Menschen, die das Buch im Original gelesen haben, dass einige Szenen dort deutlich länger behandelt sind. Sehr schade. Ich könnte mir vorstellen, dass Autorin und Übersetzerin ob dieser Tatsache leicht verärgert sind, so sie es erfahren.

 

 

Herz – Superherz – Megaherz von H. P. Ganser

Herz – Superherz – Megaherz von H. P. Ganser. Erschienen im Songdog Verlag Wien

In diesen drei Lyrik Bänden hat sich der Schweizer H. P Ganser etwas vom Herzen geschrieben, ja, ich möchte sagen, Herz – Superherz – Megaherz sind ihm eine Herzensangelegenheit und ich möchte sie allen ans Herz legen. Ganser schreibt über Herztransplantation, über Herz haben und zeigen, über Herzschlag und Herzklopfen. Seine Gedanken, wundervoll in Worte gefasst, erreichen das Herz des Lesers. Manchmal bringen sie es zum schneller schlagen, manchmal dazu den eigenen, so selbstverständlichen, Herzschlag wahrzunehmen und sehr dankbar zu sein, dass es so diskret Tag für Tag beharrlich und stetig schlägt.

Über den Autor:

* 20. März 1953 in Chur, Graubünden, Schweiz. Matura Typus B Bündner Kantonsschule. Master of arts in German and French Literature and Language, Universität Basel. Filmund Theaterwissenschaft in Aix-en-Provence. Romane, Erzählungen, Hörspiele, Gedichte, Krimis, Historische Festspiele, Theater, Essays, Übersetzungen, Kulturjournalismus. Lebt als freier Schriftsteller, Übersetzer und Publizist in Schaffhausen.

 

Finderlohn: Ein Konrad Zarezky Roman von Hannah Steenbock

Finderlohn: Ein Konrad Zarezky Roman
Autorin: Hannah Steenbock
E-book/Mobi
Create Space/Kindle unlimited

Preis: 3,99 €

Konrad Zarezky ist ein Detektiv der besonderen Art und spezialisiert auf das Finden von Gegenständen und manchmal, allerdings weniger gerne nach Personen. Dieses Suchen findet nicht etwa durch herumlaufen und fragen statt, sondern Konrad macht sich geistig daran, denn er kann die für andere unsichtbaren Spuren sehen und auf der geistigen Ebene verfolgen. Er hat also seine Gabe zum Beruf gemacht. Nur eben Personen suchen, dass macht er nicht gerne, denn das ist anstrengend und so will er auch erst ablehnen, als Judith Jäger ihn bittet ihre 15 jährige Tochter Laura zu suchen. Doch sein Kater Nebel ist der Meinung, der Auftrag solle angenommen werden. Er fährt zu Judith Jäger und hat dort das Gefühl, dass sie ihn so einiges verschweigt und dass sie etwas dunkles umgibt und doch er macht sich an die Arbeit und findet Laura … und das Abenteuer beginnt. Denn Laura wird von einem Rasnog verfolgt und der ist nicht alleine, die Rasnogski wollen aus ihrer Dimension in die unsere brechen und das gilt es zu verhindern.

Hannah Steenbock schreibt auf ihrem Blog, dass ihre frühere Agentur dieses Buch für nicht vermarktbar hielt. Die scheinen nicht viel Ahnung zu haben und gut, dass die Autorin ihrem eigenen Urteil getraut hat und es nun herausgebracht hat. Es ist übrigens nicht via Create Space erschienen, weil sie keinen Verlag gefunden hat, sondern weil sie sich insgesamt für Selfpublishing entschieden hat. Meistens schreibt sie auf englisch und ich freue mich sehr, dass sie dieses Buch auf deutsch herausgebracht hat. Die Geschichte hat alles was eine gute Geschichte braucht, einen spannenden Plot, interessante Charaktere, den einen oder anderen Dreh und, für Fantasy (auch für Fantasycrime) unerlässlich, aufregende Wesen aus einer anderen Dimension. Die Geschichte ist glaubhaft, interessant. Besonders die Figur der Laura hat mir gefallen. Denn mir geht es wie Neil Gaiman

Ich mag Heldinnen, die sich selber retten

Das Buch ist zur Zeit als E-Book via Amazon zu erhalten und ich hoffe, dass es auch noch eine Printausgabe geben wird. Es ist ein Buch, welches man vielen Jugendlichen in die Hand drücken sollte, denn es zeigt was Krieg, Vorurteile anrichten, wie heilsam Freundschaft sein kann, und vorallem, es kommt dabei ohne erhobenen Zeigefinger und moralische Arroganz aus. Sehr erfrischend.

the last song von Hermann Borgerding

the last song von Hermann Borgerding ist so ein kleines, feines Buch. Es bewegt sich zwischen Rock’n Roll und ballade, zwischen rotzig und zärtlich, zwischen „ich kann nicht mehr“ und ich kann nicht genug kriegen“. Hermann kann beides, laut und leise, manchmal sogar in einem Satz und ich hoffe, dass dieses Heft mit den verstreuten Gedichten bei weitem noch nicht „the last song“ war.

the last song von Hermann Borgerding ist im Gonzo Verlag erschienen. Einer der kleinen, feinen Verlage, die man eh im Auge behalten sollte.

Wer mehr von Hermann lesen möchte, hier geht es zu seiner Webseite: https://www.hermann-borgerding.de/ und hier zu seinem Blog http://hermannborgerding.blogspot.de/

Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen von Lars Simon

Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen

Autor: Lars Simon

Verlag: dtv

Lennart Malmkvist ist jung, erfolgreich und eigentlich ein netter, wenn auch reichlich oberflächlicher junger Mann. Jedenfalls bis sein Nachbar Buri Bolmen ermordet wird und ihm nicht nur seinen Zauberartikelladen, sondern auch seinen Mops vererbt. Kaum geschehen, ist es auch schon vorbei mit dem beruflichen Erfolg. Lennart wird gefeuert und muss schon aus finanziellen Erwägungen Erbe samt Mops annehmen. Er entdeckt, dass mehr hinter Buri steckte, als der erste Blick vermuten ließ und er nicht nur dessen Vermögen geerbt hat, sondern auch dessen anderen Aufgaben. Buri hatte ein altes Pergament zu hüten, welches verhindert, dass der Geist von Olav Trugvasson sich eines neuen Körpers bemächtigt und die Welt ins Unglück stürzt. Dass der Mops immer, wenn es gewittert, sprechen kann, ist eine weitere Sache, die er irritierend findet.

Ich las irgendwo von dem Buch und dachte, klingt lecker. Sicher was angenehmes für zwischendurch. Ganz so war es nicht. Der Stoff, die Idee, ist toll. Die Umsetzung ist es leider nicht. Dauernd vermasselt der Autor die Spannungsbögen, weil er den Stoff gnadenlos streckt und der Schluss zeigt dann auch warum, es sind unter Garantie mindestens drei weitere Bände geplant, wogegen ich im Grunde gar nichts habe. Ich mag Serien. Doch diese werde ich sicher nicht weiterlesen, weil mir einfach zu plump auf eine Weiterführung hingearbeitet wird. Nichts gegen einen Cliffhänger, aber einige Fäden sollten schon verknüpft sein und wenn man beim Schreiben merkt, dass der Stoff nicht für drei Bücher reicht, dann macht man sich Gedanken, wie es reichen könnte, was noch möglich ist und kippt nicht dauernd Wasser in die Suppe. Dabei gab es durchaus Stellen, die ich spannend fand, bei denen ich mich gut unterhielt und die mir gefielen, aber immer wenn ich gerade richtig drin war, wurde wieder einige Seiten lang gekocht, geschmollt oder sich sonst irgendwie die Zeit vertrieben.

PS: Olav Tryvasson hat es tatsächlich gegeben. Hier der Wikpedia-Eintrag: https://de.wikipedia.org/wiki/Olav_I._Tryggvason