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Monat: Mai 2013

About Mick Fitzgerald

About Mick Fitzgerald

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Vor einigen Wochen habe ich Gabriele Haefs für Radio-Gaarden interviewt. Es ging um Mick Fitzgerald, ihre gemeinsamen Projekte und darum, dass die Beiden am 11.06.2013 um 19:00 im Literarischen Salon der K34, Medusastr. 16 im Medusa, 24143 Kiel lesen, singen und erzählen.

Das Interview ist auf Radio-Gaarden zu hören. Gabriele liest auch eine kleine Geschichte aus „Session“, Mick Fitzgerald erste deutsche Veröffentlichung, erschienen bei Songdog.

Interview mit Gabriele Haefs „About Mick Fitzgerald“

Das Interview ist natürlich nur ein Ausschnitt aus einer Sendung. Leider dürfen wir die Musik nicht im Podcast senden. Weil nämlich die blöde Gemma sofort Kohle will. Wer sich die ganze Sendung anhören will, kann es hier tun: http://radio-gaarden.de jeweils Donnerstags um 12:00 und Sonntags um 20:00

Radio Gaarden ist ein kleiner, aber feiner Internetsender.

Interview mit Annette Lorenz zu „The Brave“

Interview mit Annette Lorenz zu „The Brave“

Eines der Bücher, welches mich in der letzten Zeit am meisten beeindruckt hat und noch beschäftigt ist „The Brave“ von Gregory Mcdonald übersetzt und herausgegeben von Annette Lorenz, erschienen im Songdog Verlag/Wien. Daher habe ich Annette Lorenz einige Fragen zu dem Buch gestellt.

Annette Lorenz

Magst Du zuerst ein wenig etwas zu Deiner Person erzählen?

Ich bin vom Jahrgang 1968, was purer Zufall ist, aber mir wahrscheinlich eine Schwäche für Rock’n’Roll und Revoluzzer beschert hat. Geboren und wohnhaft bin ich in Leipzig. Mit dieser Stadt verbindet mich viel, schon wegen der bewegten endachtziger Jahre, die in Leipzig besonders interessant waren. Ich habe hier an einer Fachschule das Bibliothekswesen studiert. Meine Mitstudentinnen (die Mitstudenten ließen sich an einer Hand abzählen) hat es oftmals in andere Berufe verschlagen – ich arbeite seit 1991 an der Leipziger Unibibliothek. Ich bin ein ziemlich neugieriger und kunstinteressierter Mensch. Und wenn man Bücher, Musikstücke oder Bilder als Reisen sieht, dann bevorzuge ich die Nachtwanderungen.

1. Bist Du hauptberuflich Übersetzerin?

Nein. Seit ich mit etwa 20 Ginsberg und Kerouac entdeckt habe und nicht alles, was mich interessierte, schon übersetzt war, habe ich es mir angewöhnt, englische Originale zu lesen. Ginsberg hab ich so für den Hausgebrauch auch mal schriftlich versucht, ins Deutsche zu bringen, aber dafür braucht man schon eine gewisse jugendliche Skrupellosigkeit. An so etwas würde ich mich jetzt nicht mehr heranwagen.
The Brave ist insofern meine allererste (und vielleicht auch meine einzige) schriftliche Übersetzung. Ich fing einfach an, kam gut voran, und das Ergebnis gefiel mir schließlich gut genug, um nach einem Verlag zu suchen. Wobei es mir hauptsächlich darum ging, dieses Buch vor dem Vergessen zu bewahren. 2011 hab ich es entdeckt, 1991 war das Original erschienen – die Uhr tickte.

2. Wie bist Du auf dieses Buch gestossen?

Ich mag den Schauspieler Johnny Depp ziemlich gerne. Damit bin ich ganz bestimmt nicht die Einzige, aber nicht jeder ist neugierig genug, um nach den unbekannteren Seiten so eines Hollywoodstars zu schauen. Mr. Depp hat Regie für die Filmversion von ‚The Brave‘ geführt, mich interessierte das, deshalb hab ich mir die DVD übers Internet besorgt. Die Meinungen über den Film sind geteilt, aber ohne ihn wäre ich nie auf dieses großartige Buch gestoßen. Genauso dankbar wie dem Filmteam kann ich dem Internet sein: hier fand ich außer einem antiquarischen, halbwegs bezahlbaren Exemplar auch viele brauchbare Informationen.
 

3. Soweit mir bekannt ist, hat es vor Deiner nie eine Übersetzung ins Deutsche gegeben, was ungewöhnlich ist, da der Stoff ja auch verfilmt wurde, kannst Du Dir erklären warum das so ist?

Ich fand das auch ungewöhnlich und hab als Allererstes beim Rowohlt Verlag (der ein paar andere Bücher von Gregory Mcdonald auf deutsch herausgebracht hat) gefragt, ob dort noch irgendwelche Rechte noch ‚auf Halde‘ liegen. Der Film ist ja auch schon über zehn Jahre alt, es ist wirklich erstaunlich, dass es hier in Deutschland in all den Jahren kein Interesse an dem Buch gab. Zumal es eine französische Version gibt, die relativ gut gelaufen ist und einen Preis (Trophées 813) bekommen hat. Nachdem ich herausbekommen hatte, dass es noch keine Übersetzung gibt, hab natürlich über mögliche Gründe nachgedacht. Mit Sicherheit liegt es am Thema des Buches. Die meisten wollen nichts über extreme Armut hören und sehen, lesen schon gar nicht, also sind auch die Verlage nicht allzu begeistert von solchen Themen. Vielleicht hat es deshalb in Frankreich besser geklappt mit einer Veröffentlichung, da haben soziale Themen einen ganz anderen Stellenwert als hier. Wahrscheinlich wurde die Geschichte, falls sich
jemand damit beschäftigt haben sollte, als abschreckend empfunden, wegen der Beschreibung von Grausamkeiten und der relativ kargen Form mit vielen Dialogen, Aufzählungen und Wortwiederholungen. Wenn man nicht aufmerksam liest, entgeht einem das Unterschwellige, vor allem die Sympathie des Autors mit den Leuten von Morgantown. Dann erscheint es als düstere Horrorgeschichte. Und andersherum: Leser, die es auf die Grausamkeiten abgesehen haben, haben wahrscheinlich kein Interesse an den genauen Milieuschilderungen.

4. Zu welchem Zeitpunkt beim Lesen des Originals war Dir klar, dass Du es unbedingt übersetzen und veröffentlichen willst?

Spätestens nach dem ersten Durchlesen. Wahrscheinlich schon mittendrin.

5. War es schwer die Rechte für die Übersetzung und Veröffentlichung zu bekommen?

Erstaunlicherweise nicht. Das ist ja ein kleines Abenteuer, wenn man so etwas noch nie gemacht hat. Am schwierigsten war es eigentlich, herauszufinden, wer die Rechteinhaber sind. Aber bei beharrlicher Suche kommt man im Internet gut vorwärts. Auf die richtige Spur führte letzten Endes ein Nachruf aus einer US-amerikanischen Zeitung. Mr. List, der Rechteinhaber, meldete sich letzten Endes zuerst bei mir, nachdem ich erfolglos nach seiner Mail- oder Postadresse gesucht hatte. Eine aufregende Sache, so eine Mailkorrespondenz auf englisch über den Großen Teich! Besonders, wenn sie von Erfolg gekrönt ist. Der Kontakt war von Anfang an sehr freundlich, und die Lizenz ließ sich unproblematisch und zu fairen Bedingungen erwerben. Bestimmt ist das nicht immer so einfach.

 6. Wie schwer war es einen Verlag zu finden?

Ich wundere mich immer noch, dass es überhaupt geklappt hat. Ich glaube, normalerweise suchen sich Verlage selber die Originale heraus, die sie interessieren und geben dann selbst die Übersetzung in Auftrag. Und nun: ein völlig unbekannter Autor, ein vor 20 Jahren erschienenes Buch, eine Amateurübersetzerin, ungewisse Lizenzkosten – das klingt nicht einladend. Vitamin B spielte auch keine Rolle. Ich habe letzten Endes meine Bücherregale durchgesehen, von allen verlagen, die mir passend erschienen, die Adressen herausgesucht und die Werbetrommel gerührt. Das hat dann auch ein paar Kosten verursacht, weil viele Verlage Manuskripte nur in Papierform akzeptieren, nicht als Mail. Es war so ein bisschen wie sich für einen Job zu bewerben. Anschreiben (warum passt gerade dieser Verlag), Zusammenfassung der Handlung und Leseprobe. Die war auch so eine Sache. Zuerst habe ich das Anfangs- und das Endkapitel genommen und später auf Kapitel a und e abgeändert. Ich glaube, es waren so an die 20 verlage, von manchen kam gar keine Antwort, von manchen Absagen, die offensichtlich aus Textbausteinen bestanden und auch ein paar persönlichere Schreiben, z. B. von der Edition Nautilus und vom Maro-Verlag. Die Quintessenz war immer, dass die verlagsprogramme auf Jahre hinaus voll sind und man leider keine Möglichkeit sieht. Diese Verlagssuche hat so etwa ein Jahr gedauert, dann bin ich endlich auf den Songdog-Verlag
gestoßen.
 
 7. Schließlich konntest Du das Buch bei Andreas Niedermann im Songdog Verlag unterbringen, hast Du da viel Überzeugungsarbeit leisten müssen?
Erstaunlicherweise nicht. Ich hatte die kurze Leseprobe eigentlich selbst für nicht sehr aussagekräftig gehalten, aber Andreas hat sie in seiner ersten Mail zurück gleich richtig interpretiert. „Das ist zweifellos guter Stoff“, hat er geschrieben. Mir war klar, dass ich den richtigen Verlag aus dem Netz gefischt hatte. Ich kannte den Songdog-Verlag vorher gar nicht. Als ich gerade mal wieder eine Absage gekriegt hatte mit dem Urteil, es sei ein ziemlich unangenehmer, schwerer Stoff, fiel mir das Klischee vom ewig grantelnden Österreicher ein und ich sagte mir, versuch’s doch mal mit denen. Ich fand ein österreichisches Verlagsportal im www, der Name und die Homepage vom Songdog-Verlag gefiel mir am besten – so kam es zu meinem Kontakt zu Andreas Niedermann. Der gar kein Österreicher, sondern ein Schweizer ist.
 

8. Machst Du auch Lesungen?

Wenn’s dem Buch was nützt, würde ich sogar Lesungen machen. Aber es ist eigentlich nicht mein Ding, öffentlich aufzutreten. Bei den wenigen Anlässen, wo es doch mal sein musste, ist mir das Lampenfieber immer mächtig auf die Stimme geschlagen.

9. Meiner Meinung nach gehört dieses Buch in Schulen oder sollte viele junge Leser_innen finden. Gibt es da Möglichkeiten?

Die Bekannten, denen ich es bisher zu Lesen gegeben habe, sind so um die 40 oder älter. Ehrlich gesagt, ich habe keine Ahnung, wie es von Jugendlichen aufgenommen werden könnte. Ist die Snuff-Film-Szene nicht doch ein bisschen hart für dieses Alter? Über das Thema Schulen hab ich bisher noch überhaupt nicht nachgedacht. Ich weiß auch nicht genau, wen ich danach fragen könnte.
 

10. Welche literarischen Pläne hast Du? Ist ein eigenes Werk zu erwarten?

Das Übersetzen war schon eine interessante Sache. Vielleicht gibt es ja wieder etwas, was mich so packt, dass ich mich unbedingt damit beschäftigen muss. Wer weiß? Für einen Freund bringe ich, um in Übung zu bleiben, einen Text ins Englische. Was daraus wird, und ob es jemals fertig wird – keine Ahnung. Das ist so eine Art Autobiographie von ihm „Kein schöner Punk in dieser Zeit“ heißt es. Das, was ich da auf Englisch schreibe, kann vielleicht später mal eine Vorlage für einen Muttersprachler sein, der das Ganze in Form bringen kann. Eigentlich verstehe mich mich besser aufs Lesen als aufs Schreiben. Bis aufs Tagebuchschreiben, das ich seit 2000 wieder aufgenommen habe. Tagebuchschreiben ist etwas anderes als Literatur, das sind alle möglichen Gedanken und Erinnerungen, und weil das für spätere Generationen vielleicht doch aufbewahrenswert ist, habe ich Kopien davon and Emmendinger Tagebucharchiv gegeben. Ein Leipziger Verein hat letztens Geschichten über ein Stadtviertel namens Lindenau gesammelt, dafür hab ich ein paar Tagebuchschnipsel bearbeitet.

 
Immer heiter auf der Leiter – Geschichten

Immer heiter auf der Leiter – Geschichten

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Immer heiter auf der Leiter – Geschichten erschienen im Reclam Verlag herausgegeben von Gabriele Seifert und Stephan Koranyi

(für nähere Infos aufs Bild klicken)

Dieses Büchlein ist nicht nur sehr hochwertig und edel gearbeitet, sonder es strotzt auch nur so vor Geschichten von wundervollen Autor_innen. Wie schon in der Weihnachtsanthalogie von Reclam, ebenfalls von Seifert und Koranyi herausgegeben, haben sich auch hier Zeitgenoss_innen und Klassiker_innen versammelt. Mascha Kaléko, Kurt Tuscholsky, Anton Tschechow sind ebenso vertreten, wie Franz Hohler, Mick Fitzgerald, Rafik Schami und Daniel Glattauer. Das Buch ist in die Sparten: Frühlingsangebote, Urlaubsarbeit, Alltagskatastrophen und Glücksmomentgelegenheiten unterteilt. Heitere und besinnliche Geschichten über alles Mögliche was im menschlichen Leben so passieren kann.

Frau Braun meint:

Ein sehr gelungenes Werk, sehr liebevoll gemacht. Die Autor_innen sind nun wirklich so hochkarätig, dass sich bereits vermuten lässt, dass an den Geschichten nichts zu meckern ist. Für mich ist es ein typisches Unterwegsbuch. Es eignet sich besonders gut, gleich nach zum Selberlesen, als Geschenk. Selbst für Menschen deren Geschmack man nicht so sicher kennt.

 
Immer heiter auf der Leiter
Hrsg.: Seifert, Gabriele; Koranyi, Stephan
Geb. Format: 10,4 x 16, 3 cm. 192 S.ISBN: 978-3-15-010910-6
EUR (D): 10,00 *
EUR (A) 10,30 / CHF 14,90

Am Ende des Tages von Jerk Götterwind

Am Ende des Tages von Jerk Götterwind

am Ende des Tages

Am Ende des Tages – Poetry – Jerk Götterwind erschienen 2013 im Songdog Verlag Wien

Der Autor:

Zitat der Verlagswebseite:

Jerk Götterwind *1967, aktuell Sänger/Programming der Minimal/EBM Projekte Relative Kälte und RKS, Ex-Sänger div. Punkbands, zuletzt Disanthrope. Herausgeber des Fanzines Der Letzte Versuch, Betreiber des Tapelabels Tropical Peace Punk Tapes, versucht nicht allzu viel mit Menschen zu tun zu haben, lebt trotzdem noch.

Frau Braun meint: 

Underground Dichtung die tief berührt. Sicher keine Verse, die mensch dem anderen ins Poesiealbum schreibt, aber welche die sich in die Seele schreiben. Jerk Götterwind schreibt in seiner Autoren-Info, dass er versucht nicht allzu viel mit Menschen zu tun zu haben. Bei einigen Texten hatte ich das Gefühl so ein resigniert, nachgiebiges Seufzen des Autors zu hören. So ein: Ich weiß zwar es hat keinen Zweck, aber eine Chance gebe ich Euch noch.  Wenn ich versuche ein Adjektiv zu finden, dass die Götterwindsche Lyrik beschreibt, lande ich bei einem sehr einfachem: ehrlich! Das ist das Wort, welches mir immer wieder im Kopfe rumtrudelte beim Lesen. Ehrlich und dann auch noch super geschrieben. Klare Worte, klare Bilder.

Fazit:

Absolut empfehlenswert und ein Genuss für alle die stilisierte Idylle zum Kotzen finden. Hier geht es direkt ans Eingemachte.

The Brave – Gregory Mcdonald

The Brave – Gregory Mcdonald

the brave

 

The Brave – Gregory Mcdonald – herausgegeben und übersetzt von Annette Lorenz erschienen im Songdog Verlag Wien 2013

Handlung: 

Rafael lebt mit seiner Familie im mittleren Westen der USA in einer illegalen Trailersiedlung am Rande einer Mülldeponie. Alkohol, Armut, Krankheiten und das Wissen keine Arbeit zu finden, sowie niemals dort fort zu kommen, lassen ihn einen verzweifelten Schritt tun. Er ist bereit sich für 30 000 $ in einem Snuff-Movie (to snuff = jemanden auslöschen) zu Tode foltern zu lassen. Nach dem der „Onkel“ -der Produzent und Regisseur des Filmes – ihm, wie für gute Folterer üblich die Instrumente gezeigt und dem Mann en detail erklärt hat, was mit ihm passieren wird während des Drehs, erklärt Rafael sich bereit es zu machen. Er kriegt 300 $ Vorschuss und hat noch zwei Tage mit seiner Familie …

Frau Braun meint …

… das Gregory Mcdonald ein äußerst beeindruckendes Buch geschrieben hat und das es wohlgetan von Annette Lorenz war, dieses ins Deutsche zu übersetzen. Sie hat das Manuskript zwei Verlagen angeboten (Rowohlt und S. Fischer), die es ablehnten. Andreas Niedermann vom Songdog Verlag hat zugegriffen und auch das war wohlgetan.

Ein Text, der sich radikal mit Armut und Ausbeutung der Armut beschäftigt. Eine kraftvolle, bewegende und traurige Story, die vom lakonischen Stil Mcdonald getragen wird.

Andreas Niedermann – Autor und Verleger

Mcdonald stellt seiner Geschichte voran, dass er nicht darauf verzichten konnte die Beschreibungen des „Onkels“ zu mildern und auch andere Dinge klar benennen musste. Als ich „Kapitel C“ las, wollte ich das Buch auf die Seite legen und dachte, dass kannst Du dir nicht antun. Aber meine zweiten Gedanken sagten: Wenn Du nicht weiter liest, dann machst Du etwas, dass Du anderen vorwirfst: Du siehst weg, weil da etwas steht, was dich anekelt und aufrührt. Sicher ist dies eine Geschichte, aber solche Dinge passieren auch in der Realität und wenn Du dir hier die Freiheit nimmst nicht weiter zu lesen, dann wirst Du irgendwann auch die Augen vor den Grausamkeiten verschließen, die Tag täglich passieren. Ich habe das Buch allerdings erst einmal weg gelegt, um nicht mit diesen Bildern in den Schlaf zu gehen. Heute morgen habe ich es gleich nach zur Hand genommen und zu Ende gelesen. Es war mein erster Gedanke beim Aufwachen:  Ich muss wissen, was mit Rafael passiert. Jetzt sofort!  Wenn ein Autor in der Lage ist, seine Leser so für das Schicksal seiner Figuren zu interessieren, hat er Großes geschaffen.

Ich weiß nicht was mich mehr getroffen hat, dieser obskure Snuff-Movie-Produzent in seiner Widerlichkeit, die Tatsache das es Menschen gibt, die sich am Leiden und  Abschlachten eines Menschen aufgeilen oder die alltäglichen Grausamkeiten, denen Rafael und die anderen Bewohner von Morgantown ausgesetzt sind. Letztere brave Bürger, die die Nase rümpfen über diese Verlierer, die saufen und keinen Job haben. Die sich gleich besser fühlen, weil sie Menschen, die gezwungen sind an einer Mülldeponie zu leben, wie Müll behandeln.

Mcdonald erzählt die Geschichte in einer undramatischen, wie Niedermann richtig sagt, lakonischen Sprache. Zwischen all dem Unmenschlichen, lässt er kleine Pflänzchen der Zärtlichkeit und der Menschlichkeit aufkeimen. Etwa wenn er uns Rafael im Umgang mit seiner Frau und seinen Kindern zeigt oder wenn eine Frau im Supermarkt die Sicherheitsleute darauf hinweist, das Rafael zu Unrecht des Diebstahls bezichtigt wird.

Es sind so starke Bilder und  tief berührende. Interessanterweise hat es nie vorher eine deutsche Übersetzung gegeben. Allerdings wurde das Buch 1994 von Johnny Depp verfilmt und der Film wurde 1997 in Montreaux  gezeigt. Der Film kam nie in die Kinos, es gibt ihn auf DVD. Die Musik ist von Iggy Popp. Hier ein kleiner Eindruck:

Fazit:

Ein zu tiefst beeindruckendes Buch, dass es sich nicht nur zu Lesen lohnt, sondern auch zum Weiterempfehlen!

Neuerscheinungen aus dem Songdog Verlag

Neuerscheinungen aus dem Songdog Verlag

Heute sind zwei Neuerscheinungen aus dem Songdog Verlag Wien bei mir gelandet. Ich freue mich schon sehr auf das Lesen und darüber berichten.

am Ende des Tages

 

Am Ende des Tages von Jerk Götterwind -Poetry-

und

the brave

The Brave von Greogory Mcdonald -Roman-

Gregory Mcdonald ist bereits verstorben. The Brave wurde von Johnny Depp, mit ihm und Marlon Brando in den Hauptrollen verfilmt. 1997 lief der Film auf den Filmfestspielen in Cannes.

Espen Aschenbengel im Land der Trolle

Espen Aschenbengel im Land der Trolle

norwegische maerchen

 

Mit Espen Aschenbengel im Land der Trolle
30 norwegische Volksmärchen von Peter Christen Asbjørnsen und Jørgen Moe

Übersetzt von Åse Birkenheier
Herausgegeben von Christoph Kloft

Erschienen in der Edition Hamouda

30 norwegische Märchen, ursprünglich von Peter Christen  Asbjørnsen und Jørgen Moe gesammelt und aufgeschrieben, nun von Åse Birkenheier neu übersetzt. Für mich, als Märchentante ein Muss. Das Buch ist wunderschön aufgemacht und der Text, wie es sich für ein Märchenbuch gehört, durch Illustrationen belebt.

aschenbengel illustration

Einige Märchen, die auch schon lange in deutschen Landen bekannt sind, sind auch dabei, was aber nichts macht. Mir hat besonders gefallen, dass einige der Geschichten ein sehr starkes Frauenbild zeigte. Für eine, die als Kind schon immer lieber die Hexe, als die blöde Prinzessin – die ja nur auf irgendeinen Prinzen wartete – sein wollte, genau das Richtige.

Espen Aschenbengel ist, schreibt der Herausgeber Christof Kloft im Vorwort, die Entsprechung unseres Aschenputtels. Nun, dass kann ich so nicht nachempfinden. Espen Aschenbengel (in den Originalmärchen heißt er Aschenfurz) ist im Gegensatz zu der deutschen Linsensortiererin ein Nichtsnutz, der gerne für dumm gehalten wird. Dabei ist er ein topfiter, sehr lustiger Geselle. Natürlich, wie in Märchen üblich, der Dritte und Jüngste von drei Brüdern.

Schon die Aufmachung des Buches macht Spaß es in die Hand zu nehmen und die Begegnung mit Trollen und heiratslustigen alten Kerlen machen einfach Freude.