Coole Zeiten von Peter Braukmann

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Der Musiker Peter Braukmann hat nun ein Buch geschrieben. In 17 Kurzgeschichten erinnert er sich an Kindheit, Jugend, Weggefährten und die erste Liebe und so vieles mehr. Ich habe das E-Book gestern erhalten und wollte nur kurz reinlesen. Nun ja, hat nicht so geklappt, ich habe alle 134 Seiten durchgelesen. Schon im 1. Kapitel wurde mit der Frage: War früher alles besser? ein Haken geschlagen. Was das Früher betrifft, halte ich es ja eigentlich mit Jochen Malmsheimer, der meint: Früher war nicht alles besser, sondern früher war halt alles früher. Aber früher war einiges gut, was auch heute noch gut wäre, wenn mensch die Finger davon gelassen hätte. Doch zurück zu Coole Zeiten.

Peter Braukman ist dem Jahrgang 1953 zu zu ordnen, also vier Jahre älter als ich. Seine Geschichten waren für mich eine Zeitreise, ich habe sie alle wiedererkannt. Die faschistischen Lehrer, die spießigen, autoritären Eltern, die Amateur-Freudianer, die alles und jeden zu Tode analysieren mussten. Aber auch die Freude an der erkämpften Freiheit. Das hat Spaß gemacht. Spaß gemacht hat auch, sich diese Erinnerungen so locker und unprätentiös erzählen zu lassen. Da schwang vor jedem neuen Kapitel so ein „Weißt Du noch mit … „, obwohl ich natürlich nicht weiß, also nichts weiß über die Menschen in Braukmanns Leben. Es hat etwas vertrautes.  Auch wenn da sehr viel Zärtlichkeit mitschwingt, so wird nichts verklärt. Braukmanns Blick ist selbstironisch und freundlich. Keine tiefschürfende Nabelschau,  sondern erzählt bekommen als würde man gemütlich bei einem Guiness oder Rotwein sitzen. Das ist es. Ich kann dieses E-Book nur empfehlen.

Coole Zeiten

Peter Braukmann

134 Seiten/1,17 €

http://www.amazon.de/Coole-Zeiten-ebook/dp/B00D6K4F7U/ref=zg_bs_610656031_f_1

Lyrik von Urs Böke

Urs Böke, Jahrgang 1975, lebt in Essen. Seinen eigenen Angaben nach: Der Unkulturstadt Essen. Allerdings dürfte seine Anwesenheit in diesem Ort sehr zu dessen kulturellen Aufschwung beitragen. Aber da der Herr Böke im Underground angesiedelt ist, wird es wohl dauern, bis Essen merkt, was für ein wortgewaltiger Schatz dort blüht. So ganz im Verborgenen dümpelt Urs Böke nun aber doch nicht. Neben eigenen Veröffentlichungen ist er fleißig an diversen Fanzines und Zeitschriften beteiligt, wie etwa „Maulhure“ , und „Laborbefund“. Die Maulhure entsteht in Zusammenarbeit mit den, nicht minder wortgewaltigen Kollegen Hermann Borgerding und Jerk Götterwind. Beide Zeitschriften möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich empfehlen.

Aber hier und jetzt soll es ja um Urs Böke gehen. Genau genommen um seine, in limitierter Auflage von 50 Stück, wunderschön handgesetzten und gebundenen Lyrikbände aus der Edition Footura Black gehen:

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eine hinrichtung irgendwo

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Allein die Bücher in die Hand nehmen ist ein sinnliches Erleben. Da kommt sofort die Frage auf, wer jemals auf die Idee E-Book kam und sich und uns, so des mit allen Sinnen lesen berauben wollte. Vor allem ist es hier so, dass der haptische Eindruck, durch das Lesen der Texte nicht gemindert wird. Diese stehen der Qualität der äußeren Aufmachung in nichts nach. Sie changieren in wundervollen Grau- bis Schwarztönen. Denn eines ist klar, ein ganz so zuversichtlicher ist der Herr Böke nicht. Er ist einer der nicht weggucken kann. Seine Sprache ist vielfältig, das Spektrum reicht von zart ironisch bis vor Eine unverklärte Sicht auf das was nicht stimmt, auf die Kälte im menschlichen Miteinander, auf die enttäuschten Träume und Hoffnungen, ist das was er beschreibt.  Und doch war ich nicht resigniert beim Lesen. Es stellte sich kein: Da kann mensch doch nichts mehr machen Gefühl ein, sondern eher im Gegenteil ein „Du musst tun, was Du kannst“ und wenn es nur so laut wie möglich schreien ist.

Fazit: Unbedingt Lesen. Wenn diese Büchlein nicht mehr erhältlich sind! Der Mann hat auch anderes geschrieben. Einfach mal in den Ratriot Shop gucken und kaufen, denn wie er ganz richtig bemerkt: Auch Dichter müssen Miete zahlen!

Rote Schuh – Peter Braukmann

rote schuh - peter braukmann

 

Heute möchte ich hier mal kein Buch oder Hörbuch vorstellen, sondern die neue CD von Peter Braukmann – Rote Schuh.

Beim ersten hören war mein Urteil: Tolle Texte, nur musikalisch hätte es etwas weniger frugal sein können. Beim zweiten Hören, musste ich das Urteil revidieren. Für die Texte, genau richtig. Gerade dieser dosierte Einsatz von Instrumenten bringt die Texte zum Leuchten. Peter Braukmann erzählt Geschichten, kleine Begebenheiten, mal humorvoll, mal satirisch, immer sozialkritisch und auch besinnlich. Rote Schuh ist eine gelungene Mischung. Freunde des Folk und Fans der klassischen Liedermacherei sind hier genau richtig.

The Piper and the Púca

„The Piper and the Púca – Strange goings on“ heißt die neue Märchen CD von Mick Fitzgerald und dem Ralf Weihrauch Trio.

the piper and the puca

 

Mick Fitzgerald, lebt in Dublin und ist Schriftsteller, Musiker, Schauspieler und Geschichtenerzähler. 2010 erschien beim Songdog Verlag in Wien seine erste deutsche Veröffentlichung „Session – irische Geschichten“. 2011 erschien die mit dem GMA´s Award ausgezeichnete Märchen-CD „The Enchanted Lake“.

Mitstreiter für „The Piper and the Pùca“ fand Fitzgerald im Ralf Weihrauch Trio. Dieses Trio (Ralf Weihrauch, Jonas Liesenfeld und Beate Rupietta) verleiht mit Geige, Akkordeon und 2 Stimmen, den in irischer und schottischer Tradition präsentierten Liedern einen ganz eigenen Charme.

Als Dritte im Bunde ist Gabriele Haefs zu nennen. Sie ist Volkskundlerin und Übersetzerin. Bereits für „The Enchanted Lake“ hat sie mit Mick Fitzgerald zusammengearbeitet. Gabriele Haefs hat die Märchen ausgewählt,  und arrangiert. Gesammelt wurden diese ursprünglich von Thomas Crofton Croker und Douglas Hyde.

Frau Braun meint:

Einfach zauberhaft. Das Hören dieser CD kommt einem Ausflug in die Anderswelt gleich. Bei der Musik  möchte man mit den Elfen übers schottische Hochmoor tanzen. Überhaupt ist die musikalische Mischung sehr gut gelungen. Es geht fröhlich zu, aber auch besinnlich. Wie es eben sein soll. Die Geschichten stammen nicht nur aus Irland, sondern auch aus Schottland. Doch so einen großen Unterschied macht das nicht. Die Märchen im keltischen Raum ähneln sich und haben ein ähnliches mythologisches Personal.

Was gerade diese Geschichten so besonders macht, ist der Erzähler. Mick Fitzgerald ist ein Rattenfänger. Sein natürliches Talent zum Geschichten erzählen, seine warme, variantenreiche Stimme, lassen jede Geschichte strahlen. Selbst für Menschen mit nicht sehr umfangreichen Kenntnissen der englischen Sprache ist es ein Hörgenuss. Wurde im Hause Braun getestet. Herr Braun versteht zwar kaum ein Wort, konnte sich aber ein: „Ohhhhh schade, schon zu Ende“ nicht verkneifen.

Fazit: Kaufen, hören, immer wieder hören und sich entführen lassen, zu Pfeifern und Pùcas und zu den Elfen nach Schottland um mit ihnen auf dem Moor zu tanzen.

The Piper and the Púca
 
Mick Fitzgerald, Ralf Weihrauch Trio
Geschichtenauswahl und Arrangement: Gabriele Haefs
produced by Hidden Tracks & Gabriele Haefs
Preis: 15,00 €