Das zerbrochene Fenster von Zoë Beck

Zoe-Beck-Das zerbrochene FensterZoë Beck ist mir lange Zeit nicht wirklich präsent gewesen. Um so glücklicher bin, nun über diese Autorin gestolpert zu sein. Sonst wäre mir wahrlich etwas entgangen. Nach BRIXTON HILL, welches mir in Jussi´s Krimicafé empfohlen wurde, habe ich nun auch DAS ZERBROCHENE FENSTER gelesen.

Die Handlung:

Es herrscht Schneechaos in Schottland, als Lillian Darney, die Witwe des kürzlich verstorbenen Lord Darney, in ihrem Landsitz ermordet wird. Bald darauf meldet sich die junge Phillipa Murray bei der Polizei und behauptet ihr ehemaliger Freund, Sean Butler, hätte den Mord begangen. Schnell ist klar, Sean ist vor sieben Jahren verschwunden und soll in den nächsten Tagen für tot erklärt werden. Kurz darauf verschwindet Pippa ebenfalls.

Frau Braun meint:

Zoë Beck hat da einen psychologisch ausgefeilten Kriminalroman geschaffen, der  mich bis zur letzten Minute in Spannung gehalten hat. Die letzte Minute war heute Nacht, so gegen 03:15! Die Autorin hat eine sehr spannende Erzählweise gewählt, die Rückblenden, also die Zeit kurz nach Seans Verschwinden wird in Passagen aus Pippas Tagebuch erzählt. Zoë Beck baut sehr gekonnt Spannung auf. Ihre Charaktere sind (be)greifbare und deren Handlungen und Gefühle nachvollziehbar. Innerhalb der Kriminalgeschichte entfaltet sich ein Beziehungsgewebe, das nicht nur Pippa und Sean betrifft, sondern auch die Beziehung zu Eltern und Geschwistern, der Protagonist_innen.

Mir gefällt sehr, dass Frau Beck keine Blutbäder anrichtet und ihre Figuren zwar alle besondere Macken haben (wer hätte die nicht?), aber doch echt wirken.

Fazit: Zoë Beck avanciert zu meiner Lieblingskrimiautorin. Der Grundstein der bei BRIXTON HILL gelegt wurde, wurde mit DAS ZERBROCHENE FENSTER zementiert.

DAS ZERBROCHENE FENSTER

ZOË BECK

Bastei Lübbe
Taschenbuch, 366 Seiten 
Ersterscheinung: 20.07.2012
ISBN: 978-3-404-16046-4

 

Lakeballs von Bent Ohle

lake balls

Die Handlung:

Kommisar Luther Wimmer, genannt Lotte, Markenzeichen roter Irokesenschnitt, wird von Berlin in die Provinz versetzt und bekommt es gleich mit einem besonders ekeligen Mord zu tun. Ein Mitglied des Golfclubs wurde förmlich niedergemetzelt und dessen Einzelteile auf dem geheiligten Rasen und in den Gärten seiner Golffreunde verteilt.  Schnell zeigt sich, dass sich eine Menge Sumpf in der Provinzstadt angesammelt hat und das es in den noblen Kreisen, alles andere als gesittet zugeht.

Frau Braun meint:

Das Buch hat mir Spaß gemacht. Eine spannende Geschichte locker erzählt. Wimmer ist ein sympathischer Typ, der auch seine Brüche hat. Der Plot ist stimmig und alles lässt sich geschmeidig lesen. Und doch dachte ich das eine oder andere Mal. Ach ne, geht es nicht ein bisschen weniger? Muss denn wirklich jeder Polizist einen originellen Spitznamen haben? Ein zuviel der lockeren Sprüche zehrte mir ebenfalls ein wenig an den Nerven. Und trotzdem habe ich Lust mehr von Wimmer zu lesen. Ich würde mich allerdings freuen, wenn der Autor ein bisschen mehr den Leser aus den Kopf kriegen würde, man muss nun wirklich nicht alles bedienen.

Ach ja, noch eine Anmerkung zur Aufmachung. Hat natürlich nichts mit der Qualität des Inhalts zu tun, aber: Das sehr weiße, glänzende Papier nervt. Es reflektiert und geht auf die Augen.

Lakeballs

Bent Ohle

Artikelnr.003966
ISBN978-3-7843-5299-2
Format Gebunden
VerlagLandwirtschaftsverlag
Erschienen 2014
Seitenzahl 192
Hrsg.LV Buch

Buchhandlung Roter Stern in Marburg – Beitrag von Gabriele Haefs

 

In einem verwinkelten Haus am Lahnufer liegt der Buchladen Roter Stern. Zur Straße hin ziert denn auch ein Roter Stern die Hausfassade, zum Wasser hin liegt am Ufer ein knallrotes Boot, das dem einen Buchhändler gehört. Es gibt sogar Postkarten, die den Blick über die Lahn zeigen, auf just diese Häuserzeile – und der rote Punkt zeigt an: Hier liegt das Boot. Hier ist der Buchladen.

Roter stern

In einem verwinkelten Haus am Lahnufer liegt der Buchladen Roter Stern. Zur Straße hin ziert denn auch ein Roter Stern die Hausfassade, zum Wasser hin liegt am Ufer ein knallrotes Boot, das dem einen Buchhändler gehört. Es gibt sogar Postkarten, die den Blick über die Lahn zeigen, auf just diese Häuserzeile – und der rote Punkt zeigt an: Hier liegt das Boot. Hier ist der Buchladen. Der Rote Stern gehört einem der wenigen noch existierenden Buchhändlerkollektive, aus der großen Zeit des linken Buchhandels – natürlich gibt es auch die aktuellen Bestseller (naja, nicht alle, Sarrazin oder Akif Pirincci liegen nicht aus), vor allem aber ein reiches Angebot an Büchern aus kleinen und kleinsten Verlagen, dazu jede Menge Zeitschriften aus der linken und alternativen Szene. (Die Stichprobe überzeugt: Selbstverständlich steht unser Lieblingsbuch aus im Regal mit Literatur aus europäischen Ländern: „Session“ von Mick Fitzgerald, erschienen im Songdog Verlag, Wien). Etwas ganz besonderes ist die Abteilung für Kinder- und Jugendbücher, die mit ungeheurer Sachkenntnis betreut wird. Auf dem Rundgang (denn wie es sich für ein echtes Bücherlabyrinth gehört, sind alle Kammern miteinander verbunden) passiert die Besucherin immer wieder die einfach sagenhafte Auswahl an Postkarten, bleibt hängen und gibt ein Vermögen aus. Da trifft es sich gut, dass sich hinter dem Laden noch das Café befindet, mit Blick auf die Lahn, wo es sich bei einem leckeren Frühstück oder einem guten Glas Wein so vortrefflich Postkarten schreiben läßt. Auch hier liegen Zeitschriften aus, Flugblätter und Wandzeitungen machen das Café zur Nachrichtenbörse und zum unerläßlichen Anlaufplatz bei jedem Marburgbesuch. Einen eigenen Eingang hat das dem Laden angeschlossene Antiquariat, wo sich so mancher Schatz heben läßt, und wer doch nicht alles für Postkarten und Wein ausgegeben hat, wird hier dann noch einmal gewaltig zuschlagen. Marburg lohnt immer einen Besuch, schöne Stadt, Geschichte und so, aber der Rote Stern lohnt den Besuch noch sehr viel mehr.

buchhandlung-roter-stern

 

Der Rote Stern gehört einem der wenigen noch existierenden Buchhändlerkollektive, aus der großen Zeit des linken Buchhandels – natürlich gibt es auch die aktuellen Bestseller (naja, nicht alle, Sarrazin oder Akif Pirincci liegen nicht aus), vor allem aber ein reiches Angebot an Büchern aus kleinen und kleinsten Verlagen, dazu jede Menge Zeitschriften aus der linken und alternativen Szene. (Die Stichprobe überzeugt: Selbstverständlich steht unser Lieblingsbuch aus im Regal mit Literatur aus europäischen Ländern: „Session“ von Mick Fitzgerald, erschienen im Songdog Verlag, Wien). Etwas ganz besonderes ist die Abteilung für Kinder- und Jugendbücher, die mit ungeheurer Sachkenntnis betreut wird. Auf dem Rundgang (denn wie es sich für ein echtes Bücherlabyrinth gehört, sind alle Kammern miteinander verbunden) passiert die Besucherin immer wieder die einfach sagenhafte Auswahl an Postkarten, bleibt hängen und gibt ein Vermögen aus. Da trifft es sich gut, dass sich hinter dem Laden noch das Café befindet, mit Blick auf die Lahn, wo es sich bei einem leckeren Frühstück oder einem guten Glas Wein so vortrefflich Postkarten schreiben läßt. Auch hier liegen Zeitschriften aus, Flugblätter und Wandzeitungen machen das Café zur Nachrichtenbörse und zum unerläßlichen Anlaufplatz bei jedem Marburgbesuch. Einen eigenen Eingang hat das dem Laden angeschlossene Antiquariat, wo sich so mancher Schatz heben läßt, und wer doch nicht alles für Postkarten und Wein ausgegeben hat, wird hier dann noch einmal gewaltig zuschlagen. Marburg lohnt immer einen Besuch, schöne Stadt, Geschichte und so, aber der Rote Stern lohnt den Besuch noch sehr viel mehr.

www.roter-stern.de