Edvard, mein Leben, meine Geheimnisse – Zoë Beck

edvard

Edvard, fast 15 hat es nicht leicht mit dem erwachsen werden. Die Eltern nerven, vor allem mit ihrem dauernden Verständnis, die Angebetete weiß gar nicht das er existiert und überhaupt ist alles eher doof. Dann ist da noch der griesgrämige Nachbar und dessen Pudel und dessen Häufchen, in die Edvard schon mal tappt. Wie gesagt leicht ist es nicht.  Um nun heraus zu bekommen, was das Mädchen seiner Träume so treibt, erfindet er Jason, einen angeblichen amerikanischen Austauschschüler, und sendet ihr in dessen Namen eine Freundschaftsanfrage, die diese begeistert annimmt. Doch das macht es auch nicht einfacher, im Gegenteil. Schnell merkt Edvard das Lügen schnell wachsen und sich vermehren. Er lernt auch, das der erste Eindruck täuschen kann und der griesgrämige Nachbar gar nicht so ein übler Kerl ist. Als der sein Haus verlieren soll, wird Edvard aktiv …

Zoë Beck lässt Edvard über sein Leben via  Blog berichten und das macht Spaß. Man ist dicht dran. Erinnerungen an die eigene Pubertät kommen hoch und die Erkenntnis, dass sich bis auf die technischen Möglichkeiten nicht viel verändert hat, was diese Phase angeht. Habe ich gerne gelesen und kann es nur wärmstens weiterempfehlen. Nicht nur für Jugendliche, funktioniert auch bei Menschen die die Pubertät deutlich 40 Jahre hinter sich gelassen haben.

 

Anna Goldmann – Lichtschacht

LichtschachtHandlung:

Lena kommt nach Wien um ein neues Leben anzufangen. Lena ist jung und weiß noch nicht so richtig wo es denn hingehen soll, also hangelt sie sich mit verschiedenen Nebenjobs durchs Leben. Als sie eines Abends leicht bekifft aus ihrem Wohnungsfenster guckt, sieht sie drei Leute auf dem Dach des gegenüberliegenden Hauses feiern. Sie sieht kurz weg, sieht wieder hin und plötzlich sind es nur noch zwei. Was ist mit der dritten Person geschehen? Sie weiß es nicht. Die beiden verbliebenen Personen verhalten sich ganz normal, so auf die Entfernung und doch glaubt Lena nicht so recht daran, dass nix geschehen ist. Sie beginnt der Sache nach zu gehen und ist sich lange nicht sicher, ob sie nicht doch eine Kifferparanoia vorantreibt und alle Menschen die ihr begegnen suspekt erscheinen lässt. So beschäftigt damit einen Täter auszumachen, denn es ist tatsächlich eine Frau aus besagtem Haus verschwunden, merkt Lena nicht, dass sie schon lange im Visier eines Psychopathen ist.

Frau Braun meint:

Dieser Krimi oder Thriller ist nicht im üblichen Who´s done it? Muster gestrickt. Also nicht Täter –  Opfer – Detektiv – Lösung. Frau Goldmann geht da viel subtiler vor und versteht es eine Geschichte aufzubauen und zeigt, dass Spannung ohne Blutbäder und wilde Verfolgungsjagden auskommt. Diese Autorin hat wirklich verstanden, was es mit dem Grundsatz „zeigen statt beschreiben“ auf sich hat.

Die Beschreibung von Lenas Einsamkeit und dem modernen Großstadtleben sind von einer lakonischen Melancholie die an die Nieren geht. Die Verlegerin vergleicht Anna Goldmanns „Lichtschacht“ mit den Werken Hitchcocks und liegt da sicher nicht falsch.

 

Anna Goldmann

Lichtschacht

erschienen bei Ariadne Krimi

ISBN 978-3-86754-220-3

12,00 €