Zarte Landung – Emma Donoghue

Zarte_Landung

 

Handlung:

Als Jude von Ireland/Ontario sich auf ihren ersten Flug begibt, um ihre Mutter aus England abzuholen, ahnt sie nicht, dass dieser Flug ihre gesamtes Leben ins Wanken bringen wird. Auf diesem Flug stirbt ihr Sitznachbar und sie kommt in näheren Kontakt mit der Stewardess Síle aus Dublin. In London an der Gepäckausgabe treffen sie sich wieder und gehen einen Kaffee trinken. E-Mail-Adressen und Adressen werden ausgetauscht und man trennt sich. Doch der kleine Funke, der bei der ersten Begegnung übergesprungen ist reicht und sie beginnen sich zu schreiben, gestehen sich ihre Liebe zueinander. Eine Fernbeziehung  zweier sehr unterschiedlicher Frauen beginnt. Während Síle ihr Dubliner Großstadtleben, mit vielen FreundInnen liebt, ist Jude verwurzelt in ihrem 600 Seelen Ort in Kanada, sie liebt ihre Arbeit als Kuratorin des Heimatmuseums und kann sich ein Leben in Dublin nicht vorstellen. Doch eine Fernbeziehung ist belastend, besonders wenn es nicht nur die geografische Entfernung betrifft …

Die Autorin:

Emma Donoghue ist in Dublin aufgewachsen und lebt vom schreiben seit sie 23 ist. Sie lebt heute mit ihrer Lebensgefährtin und ihren beiden Kindern in London/Ontario. Zarte Landung ist ihre dritte Veröffentlichung in Deutschland.

Frau Braun meint:

Zarte Landung ist nicht nur eine Liebesgeschichte. Es geht um Herkunft, um Verwurzelung und um Immigration.  Hierzu hat Emma Donoghue ihre Charaktere mit ein wenig zusätzlichem Gepäck ausgestattet. Síle ist zwar Irin, hat aber eine aus Indien stammende Mutter, welche ihrerseits eine Immigrationsgeschichte hat. Besonders gefallen hat mir die Zartheit dieser ungewöhnlichen Liebesgeschichte. Die Feinheiten in der Schilderung des jeweiligen Umfeldes der Protagonistinnen, geben ein  komplexes Bild der Charaktere. Nur was die irische Mythologie betrifft, da besteht Nachholbedarf. Gráinne war nicht die Tochter Cormac Mac Cumhail´s sondern die Cormac Mac Airt´s. Das nur zur Richtigstellung. Es ändert nichts an der Tatsache, das Zarte Landung ein sehr gutes Buch ist, welches ich gerne weiterempfehle.

Emma Donoghue

Zarte Landung

Roman | Aus dem Englischen von Adele Marx
424 Seiten, gebunden, ISBN 978-3-930041-90-9, 22.90 €
Verlag: Krug & Schadenberg
 

Ein zufriedener Mann – Erzählungen von Zoë Beck

der zufriedene mann

Ein zufriedener Mann 

– Erzählungen –  E-Book

Zoë Beck – Verlag: Culturebooks – Preis: 0,99 €

In 10 Kurzgeschichten lässt Zoë Beck eine interessante Reihe Gestalten auftauchen. Ein schöner Durchschnitt unserer Gesellschaft mit diversen Macken. Das ist es, was diese Geschichten so besonders machen. Sei es nun der skrupellose, durch Gier verblödete Yuppie der auf Hell-go-Land nach dem Schatz des Urgroßvaters sucht, den er vor der Reise entsorgt hat oder die an Agoraphobie leidende Autorin, die durch die Abwesenheit ihrer Therapeutin „ein kleines Problem bekommt“ und sich letztlich gezwungen sieht dieses zu beseitigen, sie alle sind so verdammt echt und könnten neben einem in der U-Bahn sitzen oder in der Wohnung nebenan leben.

Fazit: Tolle Geschichten und das auch noch zum Schnäppchenpreis. 

Von Viktor zu Hartmann – Andreas Niedermann

von viktor zu hartmann

 
Von Viktor zu Hartmann
Wege – Hanteln – Worte
von Andreas Niedermann – Fotos: Antonia Niedermann
Songdog Verlag 2014 . 14,00 €

Diesmal ist es kein Roman. Es sind Gedanken, kleine Geschichten, Begebenheiten, die dem Herrn Niedermann so durch den Kopf gehen auf seinem täglichen Wegen von Viktorgasse zum Geisteszentrum (Gym) in die Hartmanngasse und wieder zurück. Es ist interessant ihn dabei, literarisch, zu begleiten. Andreas Niedermann ist ein scharfer Beobachter, der nie die rosarote Brille trägt und auch keinerlei Filter einsetzt, wenn er seine Eindrücke auf Papier, respektive in den Rechner bringt. Bigotterie, Spießigkeit und der braune Sumpf in Wien und überhaupt gehen ihm gehörig auf den Senkel und er scheut sich nicht eloquent und klar darüber zu schreiben. Das Besondere an den Niedermannschen Texten ist aber, dass er dies mit Selbstironie und einem kritischen Blick auf die eigenen Macken tut. Ein scharfer Beobachter, Denker und sensibler Misanthrop, von dem man sich gerne mit der Nase auf das eine oder andere stoßen lässt. 

Gut gefallen haben mir die Schwarz-Weiss Fotos der täglichen Stationen von Viktor zu Hartmann, welche Antonia Niedermann beigesteuert hat.

Fazit: Sehr empfehlenswert.