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Monat: September 2014

Die Hex ist tot von Monika Geier

Die Hex ist tot von Monika Geier

Die Hex ist tot 

Autorin: Monika Geier

363 Seiten. 8,99 Euro. 1.10.2013.
ISBN 978-3-944818-01-6
E-Book
Verlag: Culturbooks

Als die Kriminalkommisarin Bettina Boll und der Kollege Ackermann zur Überprüfung einer Serie aufgestemmter Gullydeckel abkommandiert werden, sind sie verwundert. So etwas ist nun wahrlich kein Fall für die Kriminalpolizei. Das ändert sich schnell, als eine Leiche im Abwasserschacht gefunden wird und weitere folgen. Privat hat Bettina Boll es auch nicht einfach. Denn nicht nur der Fall berührt die Vergangenheit, auch persönlich wird sie mit einer Zeit konfrontiert, an die sie nicht gerne erinnert wird. Tante Elfriede, die ungeliebte Stiefmutter, die Bettinas verstorbene Schwester bei sich aufgenommen hatte, braucht Pflege. Dann sind da natürlich noch die eigenen Stiefkinder, der Nachwuchs ihrer verstorbenen Schwester und natürlich der Kollege Ackermann, der nicht nur beruflich an ihrer Seite sein möchte. Der Fall selber ist kompliziert und jede Spur scheint ins Leere zu führen oder bestenfalls zum nächsten Abwasserschaft mit Leiche. Als sie bei den Ermittlungen auf eine Diätgruppe stoßen scheint ein gemeinsamer Nenner gefunden.

Monika Geier hat da einen sehr spannenden Krimi geschrieben, der trotz so einiger Leichen, ohne Blutbäder, sexuelle Ausschweifungen und interessante psychische Erkrankungen der Protagonist_innen auskommt. Manchmal ist weniger eben mehr. Der Plot stimmt, die Figuren stimmen. Es lässt sich gut lesen und Thema und das Subthema (Mütter und Stiefmütter) stehen in einem ausgewogenen Verhältnis zu einander. Es ist selten das ich einen Krimi lese, bei dem ich bis zum Ende nicht sicher bin, wer es denn nun war. Bei diesem hier war dies der Fall. Der Bettina Boll würde ich gerne wiederbegegnen.

Fazit: Sehr empfehlenswert!

Der Zugvogel im Zoo von Wolfgang Wambach

Der Zugvogel im Zoo von Wolfgang Wambach

Der Zugvogel im Zoo – Fabeln der Großstadt
Autor: Wolfgang Wambach
  • Taschenbuch: 76 Seiten
  • Verlag: epubli GmbH (19. März 2014)
  • Preis: 7,99 €
  • ISBN-10: 3844289232
  • ISBN-13: 978-3844289237

In fünfzehn Fabeln erzählt Wolfgang Wambach auf kindgerechten Niveau von Liebe, Zusammenhalt, Glück, Stolz, Offenheit, Mitgefühl, Gesundheit, Arbeit, Kultur, Bildung, Toleranz, Versöhnung, Gewaltlosigkeit, Freiheit und Demokratie.

Ich habe diese fünfzehn Geschichten mit Freude gelesen und werde das Buch gerne an meine Enkelinnen weiter gehen. Wolfgang Wambach hat für seine Geschichten keine Welt ohne Menschen gewählt, wie es in „Der Wind in den Weiden“ von Kenneth Graham der Fall ist. Wambachs Fabeln sind im heutigen Leben angesiedelt und das dürfte nicht nur mir gefallen, sondern auch Kinder begeistern.  Von solchen Geschichten wünsche ich mir mehr … nicht nur für meine Enkel.

Stoner von John Williams

Stoner von John Williams

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Stoner von John Williams
Aus dem Englischen von Bernhard Robben
Deutsche Erstausgabe/DTV
352 Seiten
ISBN 978-3-423-28015-0
September 2013

Als William Stoner, der Sohn armer Farmer aus Missouri, auf die Columbia University kommt, soll er Agrarwirtschaft studieren. Zu diesem Studium gehört ein Pflichtseminar in englischer Literatur und Stoner ist überwältigt. Schnell wird ihm klar, dass er dieses Fach studieren will und er will Lehrer werden. Was ihm auch gelingt. Er wird Lehrer, er heiratet – die Ehe ist unglücklich –  wird Vater und stirbt … das war es in groben Zügen. Aber eben doch nicht ganz. Es ist ein Leben ohne große Höhepunkte und ohne große Katastrophen. Von 1910 bis 1956 spielt sich sein Leben zum größten Teil an der Columbia Universität statt. Er macht keine Karriere, bleibt bis zum Schluss Assistenzprofessor und doch …

… ist es eine spannende Geschichte. Denn dieser William Stoner ist in seiner Schlichtheit ein interessanter Mensch. Ein Mann der seine Bestimmung im Leben gefunden hat, nämlich das Lehren in seinem Fach: Englische Literatur. Stoner der meistens nachgibt. Seiner Frau, die regelrecht Krieg gegen ihn führt, setzt er nur selten Grenzen. Er ist nicht einmal besonders ehrgeizig was seine eigene Karriere betrifft. Ehrgeiz kennt er nur in einer Sache: der englischen Literatur und dem Lehren! Hier ist er nicht zu Kompromissen bereit und lässt sich in seiner Meinung nicht im Rahmen der College Politik verbiegen.

Beim Lesen des Kalppentextes dachte ich immer einmal, wie kommt einer auf die Idee ein Buch über einen wie Stoner zu schreiben? Beim Lesen dachte ich dann: Verdammt nochmal und wie kriegt dieser John Williams es so spannend hin. Ich habe das Buch in zwei Tagen durchgelesen!

Empfehlung: Unbedingt lesen!

Fortune turns the wheel von Danny Carnahan

Fortune turns the wheel von Danny Carnahan

Die Handlung

Nach dem sich Niall Sweeney in „A Jig before dying“ letztlich von den Verdächtigungen ein Geldwäscher und Mörder zu sein, reinwaschen konnte, geht es ist Anfang des 2. Teils nicht viel besser. Sein Job ist weg, seine früheren Freunde wollen nichts mehr mit ihm zu tun haben, die Musik ist auch nicht so präsent und Monate des Trübsalblasens haben sich nicht gerade gut auf die Ehe von Rose und Niall ausgewirkt. Rose ist also nicht nur froh San Francisco entfliehen zu können, weil eine großartige Aufgabe auf sie in Oxford/England wartet, sondern eben auch, weil sie meint ein Tapetenwechsel würde Ihnen gut tun. Rose soll in Oxford die lange verloren geglaubten Notizen von Robert Graves zu „The white goddess“ ordnen. Um Ruhe für diese Arbeit zu haben, ziehen sie sich in das, in einem Dorf in Sommerset gelegene, Cottage ihres Freundes und Kollegen Euan zurück. Schnell entdecken die beiden Amerikaner, dass das viel gepriesene ruhige Landleben nicht so ruhig, wie gedacht ist. Kaum sind sie angekommen, stolpern sie auch schon über die erste Leiche und damit nicht genug, die Suche nach verschwundenen Personen, eine Schatzsuche, ein nerdiger Morris-Dancer  und diverse andere Merkwürdigkeiten bereichern den Alltag, stören die Arbeit und fordern Niall, Rose & Euan heraus.

Frau Braun meint:

Auch „Fortune turns the wheel“ hat mich überzeugt. Ich will mehr von den Sweeneys wissen. Einen Teil gibt es noch „With his dying breath“, den ich so bald als möglich angehen werde und wenn ich den durchhabe, will ich Nachschub. Also Danny: Move on writing! Vor allem wünsche ich mir, dass diese Krimis bald einen deutschen Verlag finden. Sie sind wirklich etwas ganz besonders und sollten auch in deutscher Sprache (ach was, in so vielen wie möglich) zu lesen sein. Bis dato gibt es sie nur im Original. Das muss sich ändern! D. C. zeigt sehr deutlich das eine spannende Geschichte leicht und trotzdem mit Substanz erzählt werden kann. Seine Charaktere sind keine Übermenschen, sondern einfach Menschen und kommen ohne Superkräfte, Asperger Syndrom oder andere Spezialitäten aus.

Fortune turn the Wheel von Danny Carnahan ist einmal auf der Webseite des Autors zu bestellen, aber auch über amazon. Die ersten beiden Bände gibt es auch in der Kindle Version!

Handkantenschlag von Dorthe Nors

Handkantenschlag von Dorthe Nors

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Handkantenschlag von Dorthe Nors beinhaltet eine Sammlung Kurzgeschichten, die in ihrer Vielschichtigkeit und Sensibilität überwältigend sind. Dorthe Nors hat ein ausgezeichnetes Timing. Sie baut eine Geschichte mit leichter Hand und Präzision auf und der Handkantenschlag, der Bruch in der Handlung, kommt zum exakt richtigen Zeitpunkt. Sie lässt keine menschliche Emotion außen vor. Die hellen und die dunklen Seiten werden gleichermaßen angegangen. Eine wirkliche Entdeckung, dieses gerade erschienene Buch.

Meine Kritikpunkte gelten weniger der Autorin, als der Übersetzung und dem Lektorat. Die Sprache ist ein wenig sperrig. Was, wie mir von kenntnisreichen Menschen versichert wurde, im Original nicht der Fall ist. Es entsteht der Eindruck, dass sich für das Überarbeiten nicht wirklich viel Zeit genommen wurde. Oder vielleicht auch, seitens des Verlages, nicht gegeben wurde. Daher möchte ich Ulrich Sonnenberg, der für die Übersetzung aus dem Dänischen zeichnet, nicht alles in die Schuhe schieben. So einiges ist sicher dem Lektorat anzulasten. Viele Kleinigkeit, die den Lesefluß kurz stören, wobei die „Grußmutter“ statt der Großmutter noch als lustig durchgehen kann.

Ähnliches ist mir übrigens schon bei einem weiteren Buch aus dem Haus Osburg aufgefallen. Die Unsichtbaren von Roy Jacobsen wimmelten auch von solchen Kinken. Also Empfehlung an den Verlag, lasst Euch und den Übersetzer_innen ein wenig mehr Zeit, dass ist nur fair den Autor_innen gegenüber, denen diese Stolpersteine unverdient in die Schuhe geschoben werden.

Trotzdem ist „Handkantenschlag“ ein sehr besonderes Buch, welches ich gerne weiter empfehle. Dorthe Nors ist eine Autorin, die es sich sicher lohnt im Auge zu behalten.

Handkantenschlag

Autorin:  Dorthe Nors Übersetzer: Ulrich Sonnenberg
Verlag: Osburg
erschienen im September 2014, gebunden, 170 Seiten
ISBN: 9783955100704
Preis: €17,99
A Jig before dying – Danny Carnahan

A Jig before dying – Danny Carnahan

A jig before dying

Die Handlung:

Als der Geiger Niall Sweeney sich an einem Freitagabend auf den Weg zur Sesson im „Bag of Nails“ macht, ahnt er nicht, dass sein Leben nach diesem Abend nicht mehr dasselbe sein wird. Während der Session wird er von einem Journalisten körperlich angegriffen, der gerade einen Verriss über Sweeneys erste selbstproduzierte CD geschreben hat. Der Journalist fliegt aus dem Pub und nur wenig später findet Sweeney ihn erstochen in einem Hauseingang gegenüber seines Autos. Er alamiert die Polizei und sieht sich nur wenig später des Mordes, der Geldwäscherei und der IRA Nähe, verdächtigt. Seine Frau, die Professorin für englische Literatur Rose Sweeney, sieht einen Zusammenhang mit der Mad Sweeney Sage, die auch Flann O´Brien in seinem Buch „At swim two Bords“ aufgegriffen hat.  Niall, der nun auch ohne Job dasteht, und Rose machen sich gemeinsam daran Niall von den Verdächtigungen zu befreien und entdecken schnell, dass niemand ist, was er auf dem ersten Blick scheint und das es mehr als einen Ausgangspunkt gibt, um zum Ziel zu kommen.

A Jig before dying ist das erste der bis dato drei Sweeney & Rose Mysteries und ist erschienen bei Xlibris Books. Es ist aber auch als E-Book zu haben: 

Der Autor: 

Danny Carnahan ist Musiker und Schriftsteller und lebt in Albany Californen mit seiner Frau Saundra. Er hat Songs, Artikel für Musikmagazine geschrieben und „Irish Songs For Guitar“ herausgegeben. Er ist bekannt für seine Arbeit mit der Psydelic Celtic Band; Wake the Dead

Frau Braun meint:

Bücher, wie dieses, haben mich bewogen die Rubrik „Muss dringend übersetzt werden“ ins Leben zu rufen. Eine spannende, facettenreiche Geschichte, vielschichtige Charaktere mit Kanten und Macken, die angenehm normal daher kommen.  Ich freue mich bereits auf den nächsten Band: Fortune Turns its Wheel, den ich gleich heute Abend beginnen werde. Bis dato liegen die Sweeney & Rose Mysteries nur in englischer Sprache vor. Leider! 

Fazit: Ein Krimi der viele LeserInnen in vielen Sprachen finden sollte.