Die Geschichte meiner Familie in Äxten und Sägen von Levi Henriksen

LEVI HENRIKSEN
Die Geschichte meiner Familie in Äxten und Sägen
Roman
Originaltitel: Dagen skal komme med blå vind
Originalverlag: Gyldendal
Aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs
DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Taschenbuch, Broschur, 384 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-74470-1
€ 9,99 [D] | € 10,30 [A] | CHF 14,90 * (* empf. VK-Preis) Verlag: btb
 

Mikael Hildonen wurde nach dem plötzlichen Tod seiner Verlobten aus der Bahn geworfen. Statt sein Metereologie Studium zu beenden kehrt er zurück in sein Heimatdorf in der Nähe von Kongsvinger und lebt auf dem Hof seiner Eltern, in der Hütte seines Großvaters. Auf Erfolgskurs ist Mikael nun wirklich nicht. Er dümpelt vor sich hin, hat einen Job als Aushilfshandwerker bei der Gemeinde, kümmert sich um seine 13-jährige Nichte und hofft eigentlich nur, dass alle ihn in Ruhe lassen. Dann wird die Nichte vom Jugendamt in eine Pflegefamilie gesteckt, ein paar rabiate Schuldeneintreiber stehen vor Mikaels Tür und eine lettische Kollegin wird mehr als nur Kollegin. Alle diese Ereignisse zerren Mikael aus seiner Starre und plötzlich beginnt er sich um die diversen Baustellen in seinem Leben zu kümmern.

„Die Geschichte meiner Familie in Äxten und Sägen“ hat mir so sehr gefallen. Die Sprache, das Dorfleben, die Waldbeschreibungen und besonders die Charaktere. Da ist die blinde Mutter, die fühlend besser sieht, als mancher mit funktionierenden Augen. Levi Henriksen hat sich mit diesem Buch selbst übertroffen. Schon „Bleich wie der Schnee“ (gibt es leider nur noch antiquarisch) war großartig. Hatte aber leider in Deutschland das Pech von Droemer Knaur als Krimi angepriesen zu werden, was es nun ganz sicher nicht war. (Merke: Eine Leiche, ein Polizist und ein Mordverdächtiger machen noch keinen Krimi) und die etwas anderen Weihnachtsgeschichten Sammlung „Home for Christmas“ hat sogar mir Weihnachtsmuffeline Spaß gemacht.

Levi Henriksen lebt in Kongsvinger, er ist Journalist, Musiker, Schriftsteller und Fan ausgefallener Schuhmode.

 

Noch ein Martini und ich liege unterm Gastgeber – Michaela Karl

MICHAELA KARL
„Noch ein Martini und ich lieg unterm Gastgeber“
Dorothy Parker. Eine Biografie
Originalverlag: Residenz
Taschenbuch, Broschur, 288 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
8 S. s/w-Bildteil
ISBN: 978-3-442-74493-0
€ 10,99 [D] | € 11,30 [A] | CHF 16,50 * (* empf. VK-Preis)

Verlag: btb

Wer, wie ich, eine Liebe zu Dorothy Parker hegt, sollte diese Buch lesen. Wer von Dorothy Parker noch nichts gelesen hat und auch nicht so richtig weiß, wer die Frau war, sollte das Buch auch lesen. Michaela Karl ist es gelungen eine Biografie zu schreiben, die Dorothy Parker mit all ihren Brüchen zeigt. Michaela Kral beschäftigt sich nicht nur, mit der Feulletoinistin und Autorin pointierter Kurzgeschichten, sondern auch mit der politischen Parker, die zu den MitbegründerInnen der Gewerkschaft für Drehbuchautoren zählte, die sich stets gegen Faschismus einsetzte und ihre Prominenz nutzte um auf Unrecht und Verfolgung aufmerksam zu machen. Sie engagierte sich im Kampf gegen das Franco Regime und ihre Kurzgeschichte „Soldaten der Republik“ ist sicher zurecht mehrfach ausgezeichnet.

Ich habe dieses Buch, welches nicht nur das Leben einer prominenten Schriftstellerin zeigt, sondern auch ein Stück Zeigeschichte ist, mit Begeisterung gelesen.

Und hier Dorothy Parker selber mit „Resume“