Die Liebe zu so ziemlich allen – Christine Vogeley

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Die Liebe zu so ziemlich allem

Christine Vogeley

Hardcover, Knaur HC
01.09.2014, 464 S.

ISBN: 978-3-426-65347-0

19,99 €

Wo soll ich anfangen? Da ist einmal dieses Museum, das ich am liebsten sofort besuchen würde. August Gayette, ein Mann mit der Liebe zu so ziemlich allen, hat es gegründet und der Stadt Fichtelbach geschenkt. In diesem Museum fand alles Platz, was Gayette interessierte. Geologische Exponate, Musikinstrumente, Malerei des 17. Jahrhundert und die Bilder des schwedischen Malers Jasper Johannsson.  Hier trifft Dr. Carlotta Goldkorn, Großnichte jenes August Gayette und Kuratorin des Museums, mit Gösta Johannsson zusammen, der dem Museum ein Bild seines Urgroßvaters Jasper Johannssons für eine Ausstellung leihen will. Die beiden verlieben sich ineinander und alles könnte gut sein. Aber so einfach ist es nicht. Da ist Carlottas vierzehnjährige Tochter Jule und Göstas siebzehnjähriger Sohn Nils, die nicht nur Schwierigkeiten mit den neuen Menschen im Leben ihrer Elternteile haben, sondern auch mit dem Erwachsenwerden.

Die Entdeckung eines Gemäldes in Göstas Haus in Björkholm bringt alles ins Wanken. Dieses Gemälde wirft ein ganz neues Licht auf August Gayette und das Werk Johannssons. Es ist nahezu unmöglich alles zusammen zu fassen. Es sind viele kleine Geschichten die zusammengehören und von Christine Vogeley so verwoben werden, dass sich ein wundervolles, farbenfrohes Gesamtbild ergibt, in dem alles Platz und Raum findet. Der Autorin gelingt es scheinbar mühelos tiefsinniges leicht zu erzählen. Es ist ein großes Vergnügen in dem Fichtelbacher Museum mit Carlotta, Gösta, der anstrengenden Frau Gundrich, der Restauratorin Susan Gayette und Jule und Nils spazieren zu gehen und die Geheimnisse um die Bilder, den Gründer und der geheimnisvollen Lovisa zu ergründen.

Spiel und Stirb von Tuya Salina

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 Spiel und stirb

Tuya Salina

Sci-Fi-Thriller

216 Seiten / Softcover
13 x 20,5 cm
ISBN 98-3-9503557-4-1
Euro 18.– / sfr. 25.-

Songdog Verlag Wien

Europa im Jahre 2025. In der Metropole Euroville wird die grausam zugerichtete Leiche eines jungen Mannes gefunden. Kommisarin Julia und ihr Assistenz Peter ermitteln. Schnell entsteht der Verdacht es könnte sich um einen Ritualmord innerhalb eines Internetgames handeln.

Tuya Salina schildert in ihrem dystopischen Thriller ein Bild von einer gar nicht weit entfernten Zukunft, das so gar nicht verlockend scheint. Die Gerichtsshows im Fernsehen haben sich zu Massaker entwickelt. Hier werden Verbrecher verurteilt und dann auf grausamste Weise hingerichtet. Alles wird live und in Farbe übertragen und das Publikum rast und schreit nach mehr Grausamkeit. Ebenso haben sich die Internetgames entwickelt, die zum Teil im Internet starten, dann aber in der realen Welt weitergespielt werden. Es geht um das Überleben des Stärkeren. Vor diesem Hintergrund findet die Mordermittlung statt.

Ein spannender, nachdenklich stimmender Thriller. Die Charaktere haben Tiefenschärfe, sogar die in der zweiten Reihe. Gut gefallen hat mir ebenfalls, dass es zwar um Grausamkeit und Lust an dieser geht, aber es keine seitenlangen Beschreibungen dieser gibt. Sehr wohltuend in Anbetracht der billigen, auf Schock setzenden Metzeleien die sich seit Stieg Larrson vermehrt in Krimis finden lassen.

Fazit: Äußerst empfehlenswert. Gut aufgebauter Plot, starke Charaktere und spannend bis zum Schluss

Warten auf Poirot von Nora Miedler

Warten auf Poirot

Nora Miedler

Ariadne Krimi 1182
ISBN 978-3-86754-182-4
 

Die Handlung:

Charlie, Sonja, Marnie, Rita und Ingrid sind seit ihrer Schulzeit Freundinnen. Ewige Freundschaft haben sie sich geschworen und so treffen sie sich auch als Erwachsene immer einmal wieder. Fünf Frauen die sich völlig unterschiedlich entwickelt haben. Da ist alles dabei, Hausfrau, Hure, erfolgreiche Anwältin, Prinzessin und eine ohne jegliches Selbstbewusstsein. Sie haben beschlossen gemeinsam die Zeit zwischen den Jahren auf einer Berghütte zu verbringen. Schon schnell gibt es Spannungen und dann sind sie eingeschneit und eine ist tot. Während sie auf eine Möglichkeit warten die Polizei zu informieren, kochen die Gemüter über. Plötzlich bricht sich alles Bahn was sich im Laufe der Jahre aufgestaut hat.

Frau Braun meint:

Nora Miedler hat ein klassiches Agatha Christie Setting gewählt. Ein überschaubarer Personenkreis, auf sich gestellt. Gleich ist klar, eine der vier Hinterbliebenen muss die Täterin sein, und wie sich nach und nach zeigt, haben alle ein Motiv. Charlie, die Versagerin, ohne Selbstbewusstsein und mit diversen Macken erzählt die Geschichte und es ist eine die es in sich hat. Was so während des Seelenstriptease auf den Tisch kommt ist nicht von schlechten Eltern.

Nora Miedler versteht es eine Geschichte aufzubauen. Ich denke was so unter die Haut geht ist die Ausgangssituation. Wer kennt es nicht, die Freundinnen aus der Schulzeit, die einem so nahe waren und dann gehen alle ins Leben, verändern sich, haben andere Bedürfnisse und doch löst keiner das Band, obwohl man sich schon lange nix mehr zu sagen hat. Das hat mich sofort angesprochen und es war gut das ich diesem Gefühl nachgegeben habe. Es ist eine spannende, bitterböse, traurige Geschichte die Frau Miedler da erzählt. Die Figuren sind echt, die Dialoge lebendig. Ein echtes Leseerlebnis.

 

Karin Fossum – Schlafe mein Prinzlein, schlaf ein

Schlafe, mein Prinzchen, schlaf ein
Karin Fossum

ROMAN

Erschienen am 13.10.2014
Übersetzt von Gabriele Haefs
288 Seiten
Kartoniert
ISBN: 978-3-8333-0993-9
€ 9,99 [D], € 10,30 [A], sFr 14,90
 

Handlung: 

Carmen und Nicolai haben nur einen Moment nicht aufgepasst, da passiert die Katastrophe und ihr 16 Monate alter Sohn ertrinkt. Alle gehen von einem Unfall aus, nur Kommisar Sejer kommt einiges komisch vor. Er hat einen Verdacht, den er nicht beweisen kann. Doch er lässt nicht locker.

Frau Braun meint:

Der Ausgangspunkt der Geschichte ist sicher ein spannender, doch ein Krimi ist es eigentlich nicht. Was sehr schade ist, denn da hätte sich eindeutig mehr draus machen lassen. Andererseits ließ es sich gut lesen. Weglegen mochte ich es auch nicht, allerdings wurde ich von Seite zu Seite verdrießlicher, weil wenn ich einen Krimi aufschlage, will ich einen Krimi lesen. Das war dies nun nicht. Besonders enttäuschend das Ende. Zu loben wären allerdings die Charaktere, die hielten eindeutig bei der Stange.