Engelskalt von Samuel Bjørk

SAMUEL BJØRK
Engelskalt
Thriller
Originaltitel: Det henger en engel alene i skogen
Originalverlag: Vigmostad & Bjørke
Aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs
DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Paperback, Klappenbroschur, 544 Seiten, 13,5 x 20,6 cm
ISBN: 978-3-442-48225-2
€ 12,99 [D] | € 13,40 [A] | CHF 17,90 * (* empf. VK-Preis)

Verlag: Goldmann

Ein Spaziergänger findet ein Mädchen, aufgeknüpft mit einem Springseil an einem Baum, um den Hals ein Schild mit der Aufschrift: Ich reise allein! Das Kind hat einen Schulranzen um und ist sorgfältig gekleidet. Kurze Zeit später finden zwei Jungen eine weitere Mädchenleiche, welche genau so zurecht gemacht ist, wie die erste. Ein Fall für die Sonderabteilung der norwegischen Polizei, deren Leiter Holger Munch darauf besteht Mia Krüger zur Truppe zurück zu holen. Mia Krüger hatte nach einigen privaten und beruflichen Problemen einen Zusammenbruch. Munch braucht sie und ihre Empathie, denn eines ist schnell klar, es wird nicht bei den beiden Mädchen bleiben. Die Puzzleteile setzen sich nur schwer zusammen. So vieles ist unklar, unter anderem was eine dubiose im Wald lebende Sekte mit der Sache zu tun haben könnte und ob.

Samuel Bjørk spinnt eine spannende Geschichte mit interessanten Charakteren. Munch, Mia und die Truppe sind dem Leser, der Leserin sofort nahe. Die Personen sind angenehm dreidimensional und ihre Handlungen nachvollziehbar. Bis auf eine Sache … das die Person, die letztendlich die Tat begannen hat, interlektuell in der Lage war, die komplexe Planung zu bewältigen, wage ich zu bezweifeln.

Das Buch hat sicher seine Länge und es dauert bis die Geschichte Fahrt aufnimmt, aber dann macht es Spaß. Sicher ist es mit 544 Seiten kein Krimi Leichtgewicht, doch wie gesagt: Es lohnt sich!

Mädchenmeute von Kirsten Fuchs

Mädchenmeute

Autorin: Kirsten Fuchs

Rowohlt Berlin
30.01.2015
464 Seiten
ISBN 978-3-87134-764-1

Die fünfzehnjährige Charlotte Nowak ist nicht glücklich, als sie ins Sommercamp „Wilde Mädchen“ soll. Aber halt immer noch besser als im Garten bei Oma, denkt sie sich. Das Camp erweist sich als absoluter Alptraum. Ein verrottetes Jungponierlager in Brandenburg, sieben weitere Mädchen und die recht eigenartige Campleiterin Inken, die psychisch nicht die Stabilste zu sein scheint, machen ihr, der Schüchternen arg zu schaffen. Als die Situation eskaliert, machen sich die sieben Mädchen selbstständig und werden schließlich in einem alten Bergwerktunnel mitten im Erzgebirge heimisch. Auf dem Weg dort hin haben sie noch ein Auto voller Hunde gekapert, von denen sie glaubten, dass sie vergast werden sollten.

Schnell wird klar, dass die Sache mit der Freiheit nicht ganz so einfach ist. Da gilt es den Alltag zu organisieren, diverse Ängste zu überwinden, Hierachien zu klären und schließlich mit einer DDR Hinterlassenschaft aufzuräumen. Dann kommen auch noch Jungs ins Spiel und Charlotte, mittlerweile Charlie genannt, verliebt sich. Überhaupt entdeckt Charlie so einiges an sich und in sich, was sie nie vermutet hätte.

An einer Stelle hat Charlie die Erkenntnis, dass sie noch nie so unfrei war und so durchgängig zu tun hatte, als in dieser Freiheit. Nur eben das es keine Erwachsenen gibt, die die Regeln aufstellen.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Kirsten Fuchs schreibt einfühlsam und spannend von dem Abenteuer der sieben Mädchen.  Eine Geschichte die sich für ein Roadmovie eignen würde.

Sehr empfehlenswert.

Mittsommer – Hersg. Christel Hildebrandt & Gabriele Haefs

Mittsommer Geschichten Hrsg.: Haefs, Gabriele; Hildebrandt, Christel 96 S. Geb. mit Schutzumschlag. Format 9,6 x 15,2 cm ISBN: 978-3-15-010986-1 EUR (D): 9,80 Da geht ein junges Paar segeln. Eine gute Möglichkeit sich kennenzulernen. Aber will man den anderen wirklich so sehen, wie er ist? Eine junge Frau, in einem gelben Kleid kommt als Sommerlehrerin auf eine Insel und plötzlich sind benehmen sich die Kinder merkwürdig. Die Eltern versuchen herauszubekommen welches Aufsatzthema es ist, das den Nachwuchs so verwirrt. Eine kleine, feine Sammlung von Kurzgeschichten aus Skandinavien, liebevoll zusammengestellt und wunderschön aufgemacht. Das ist ein Buch, das man gerne dabei hat. Es passt in jede Handtasche. Auch geeignet als kleines Mitbringsel und vom Titel sollte man sich schon einmal gar nicht irritieren lassen. Hier gilt: … nicht nur zur Sommerzeit, nein, zu jeder Jahreszeit passend. Folgende AutorInnen haben ihr Scherflein beigesteuert: Nils-Aslak Valkeapää, Marion Hagen, Joakim Kjørsvik, Vigdis Hjorth, Amalie Skram, Hanne Marie Svendsen, Selma Lønning Aarø, Selma Lagerlöf, Gunnar Staalesen, Zacharias Topelius, Ditte Birkemose, Mikael Niemi.

Was das Meer nicht will von Daniela Gerlach

Was das Meer nicht will

Autorin: Daniela Gerlach

Verlag: Stories & Friends

ISBN: 978-3-942181-78-5

Preis: 18,90 €

Sie und Gregor sind seit 20 Jahren verheiratet. Die Ehe der Beiden ist harmonisch, aber eher langweilig. Sie sind recht gut situiert, haben ein Haus in Deutschland, ein Appartment in Spanien in dem sie regelmäßig 3 – 4 Wochen im Jahr Urlaub machen. Zwei Wochen davon mit ihrer Mutter. In diesem zwei Wochen fühlt sie sich nicht nur von Gregor, sondern auch von Mutter eingedrängt. Sie sitzt zwischen den Beiden, versucht zu vermitteln, zu verhindern das es zu einem offenen Streit kommt. Eines Tages schafft Gregor es sie für das Schnorcheln zu begeistern und das Meer vermittelt ihr eine Ahnung was Freiheit sein kann. Mehr und mehr stellt sie ihre Beziehung zu Gregor und ihr Verhältnis zu ihrer Mutter in Frage, ohne jedoch die Konsequenzen zu ziehen. Sicher, sie geht mal über Grenzen, wie etwa in der halbgaren Affäre zu Nachbar Karl.

Daniela Gerlach hat hier die Indegrenzien zu einer spannenden Geschichte … die leider nicht so richtig zündet. Jedenfalls nicht bei mir. Immer wenn sich Spannung aufbaute, verpuffte diese, bevor der Bogen seinen Höhepunkt erreicht hatte, in der Aufzählung der kleinen Nervereien und Zänkereien, zwischen Gregor und Mutti und den Versuchen der Protagonistin, ein Gleichgewicht zu wahren.

Meine Gedanken beim Lesen waren: Mensch Mädel, wenn du Freiheit willst nimm sie dir. Wenn dir Mann und Mutter auf die Nerven gehen, dann hau auf den Tisch und mach klar: Mit mir nicht!

Der Schiet und das Frühjahr

Der Schiet und das Frühjahr 

Autor: Andrus Kiviräh 

Übersetzer:  Prof. Cornelius Hasselblatt

82 Seiten | Gebunden
Format 16 x 23 cm
ab 4 Jahre
ISBN: 978-3-944445-08-3

14,95 €

Willegoos Verlag Potsdamm

Der Schiet und das Frühjahr ist das neue Kinderbuch des estnischen Autors Andrus Kivirähk und wurde wundervoll von Meike Teichmann illustriert.  Das Buch enthält vierzehn Gesichten über ganz alltähliche Dinge. Da ist zum Beispiel die titelgebende Geschichte vom Schiet. Das Schiet ist ein Hundehaufen, der sich in eine Löwenzahndame verliebt. In einer anderen Geschichte kommt Villu dem Geheimnis der Heizung im Kindergarten auf die Spur, und überhaupt tummeln sich so allerhand interessante Wesen in Kivirähks Welt. Besonders haben mir die verlorenen Socken unter dem elterlichen Bett gefallen, die ein Ei ausbrüten, aus dem dann eine Strumpfhose schlüpft.

Mir gefällt dieses Buch sehr. Die Geschichten sind lustig und phantasievoll, die Illustatrionen von Meike Teichmann sehr gelungen und ansprechend. Überhaupt es das Buch sehr schön aufgemacht.  Was mich besonders freut ist die Rücksichtnahme auf Nachhaltigkeit. Es wurde regional gedruckt, auf Umweltpapier und mit mineralölfreien Druckfarben.

Wer also ein Buch für Kinder ab 4 Jahre sucht. Dieses kann ich wärmstens empfehlen.