With his dying breath von Danny Carnahan

WITH HIS DYING BREATH

by Danny Carnahan

The Third Sweeney & Rose Mystery

Published April 2014

Nach A Jig before dying und Fortune turns its wheel habe ich nun endlich das dritte Niall & Rose Sweeney Abenteuer gelesen und bin von diesen Teil genau so begeistert, wie von den ersten beiden. Alle Teile lassen sich unabhängig voneinander lesen, allerdings bin ich froh, dass ich sie der Reihe nach gelesen habe, so konnten mir die Charaktere richtig ans Herz wachsen und es war schön sich an die früheren Abenteuer erinnern zu können.

Während Rose Sweeney froh ist die Stadt für ein Literatursommercamp zurück zu lassen, zumal einer ihrer Studenten zudringlich wird, ist Ehemann Niall einerseits gelangweilt von seinem Auftrag in Sachen Computerprogramierung und begeistert von der Aussicht auf diverse Sessions im „Bag of Nails“, wo er bei den Sessions die Fidel spielt. So fällt es Max, einem Bekannten, der das Sommercamp in dem Rose ist organisiert, auch recht schwer, Niall zu überreden einen Geigen-Workshop zu übernehmen. Erst die Aussicht dort einen seiner musikalischen Helden zu treffen und seiner Liebsten nahezu sein, lässt ihn einlenken. Was als eine eine Woche voller irischer Musik geplant war, endet schnell in einer Katastrophe. Ein Mann stirbt, während er den Dudelsack spielt. Todesursache: Anaphylaktischer Schock! Wie es schien war der Tote gegen Bienengift allergisch. Fragt sich nur, warum er sein Notfallkit nicht dabei hatte, in einer Gegend, in der mit allerlei Viehzeug zu rechnen ist. Als sich besagtes Notfallkit in Rose Sweeneys Sachen findet, ist klar, das Hinscheiden war kein Zufall. Rose und Niall beginnen zu er mitteln, denn Rose und das Opfer haben eine gemeinsame Vergangenheit.

Auch der dritte Teil, wieder sehr sehr spannend. Danny Carnahan hat ein Händchen für Charaktere. Es war wie alte Freunde treffen. Schön ist allerdings, dass sich die Charaktere innerhalb der Reihe verändern, dass sie wachsen. Die Geschichte an sich wieder spannend und mit einem nachvollziehbaren Plot ausgestattet, dessen Wendungen nicht so leicht vorhersehbar sind.

Es ist eindeutig ein Buch für die Rubrik: Sollte dringend übersetzt werden! Meine Rezension bezieht sich also auf die englische Originalausgabe.

Während die ersten beiden Teile auch als E-Book erhältlich sind, ist dieser Teil nur in gedruckter Form zu haben.

The Art of Asking von Amanda Palmer

The Art of Asking – wie ich aufhörte mir Sorgen zu machen, und lernte mir helfen zu lassen.

Autorin: Amanda Palmer

Übersetzerin: Viola Krauss

Amanda Palmer ist Sängerin, Bloggerin, Aktivistin und noch so einiges mehr. Sie gehört zu den Musikern, die der Meinung sind, Musik sollte frei sein. Also das digitaler Content frei verfügbar sein sollte und die KünstlerInnen sich auf die freiwillige Unterstützung ihrer Fanbase verlassen sollten. Was in ihrem Falle geklappt hat. Geschichte machte sie, als sie sich von ihrer Plattenfirma trennte und eine Kickstarter Kampagne startete, um ihr neues Album selbst zu finanzieren. Bei dieser Kampagne kam die unglaubliche Summe von 1 Mio. zu stande.
In ihrem Buch, welches auf einem TED Vortrag basiert, den Amanda Palmer hielt, beschreibt sie wie sie schon früh erkannte, wie wichtig der Kontakt und Austausch mit dem Publikum ist. Sie finanzierte ihr Leben eine zeitlang als lebende Statue, eine 2,50 Braut, die jedem der etwas in ihren Hut tat eine Blume schenkte.

Bitten ist schwer! Das kenne ich von mir. Ich bin viel eher bereit Hilfe zu geben, als denn welche anzunehmen. Die Beschreibung von Amanda Palmer, die von Anfang eine Künstlerin zum anfassen war. Die sich nicht scheute, ihre Fans um Hilfe zu bieten und das Internet, besonders Twitter nutzte um mit ihren Fans in Verbindung zu bleiben. Ich habe einiges von diesem Buch mitgenommen. Unter anderem, dass Menschen gerne helfen, wenn man sie lässt.

EICHBORN

PAPERBACK

AB 16 JAHREN
ISBN: 978-3-8479-0597-4

Kaliber von Ken Bruen

Kaliber von Ken Bruen

Übersetzung aus dem Englischen: Karen Witthuhn

Klappbroschur, 183 Seiten
Mai 2015
ISBN 978-3-945133-12-
Preis € (D) 12,90

Im Südosten Londons geht ein Serienkiller der besonderen Art um. Wer schlechte Manieren hat, sollte sich in Acht nehmen. Wäre gut für die Frau gewesen, die ihre Untergebenen laut in der Öffentlichkeit am Telefon runterputzte. Sie hat der Manners-Killer aus dem Fenster geworfen. Oder der Mann der unhöflich zu seiner Frau war, er wurde vor den Zug gestossen. Alle diese Morde sehen wie Unfälle aus und wenn der Mörder nicht höchstselbst die Polizei darüber informiert hätte, würden sie nicht im geringsten bekannt werden. Aber genau das tut der Mörder und nun wird ermittelt und schnell wird klar, auch die örtliche Polizei hat massig Dreck am Stecken. Ein homophober, sexistischer, korrupter, brutaler Haufen, dem mensch nicht in die Hände fallen will.

Das war nun also mein erster Ken Bruen und sicher nicht mein letzter. Dieser sehr kurze – gerade einmal 180 Seiten – Krimi hat es in sich, auch wenn er sich eher wie eine Satire auf den typischen Crimi noir liest. Die Idee eines Killers der schlechtes Benehmen ahndet ist einfach zauberhaft und die Charaktere sind herrlich verschroben. Leider bleibt der Täter bei allem Outen der Taten ein wenig blass. Das ist aber auch der einzige Minuspunkt, den ich zu vergeben habe.

Der Autor: Ken Bruen, 1951 in Galway geboren, studierte am Trinitiy College in Dublin und promovierte in Metaphysik. Er lebt heute in Galway.

Wer einmal stirbt, dem glaubt man nicht von Fenna Williams

Wer einmal stirbt, dem glaubt man nicht

Autorin: Fenna Williams

Dona Holstein und ihre Crew aus Tieren und Menschen, sind schon sehr ungewöhnlich und widmen sich auch außergewöhnlichen Fällen. Eine zerstrittene Erbengemeinschaft, von denen einige bereits recht zeitig unter merkwürdigen Umständen das Zeitliche gesegnet haben, ist sich in einer Sache einig: Niemand will das nächste Opfer sein! Um nun aufzudröseln, wer da wem alles an den Kragen will und was es mit einem in der Sturmflut von 1606 versunkenen walisischen Dorf auf sich hat, zieht es die menschlichen und tierischen Ermittler nach Hamburg, Brügge und Wales.

Fenna Williams stellt Dona Holstein, ihr Dorf und ihre, sowohl menschlichen, als auch tierischen Ermittler, in „Wer einmal stirbt, dem glaubt man nicht“ vor. Es ist eine amüsante Geschichte, mit viel Lokalkolorit der diversen Handlungsorte. Das Buch liest sich gut und zu aufregend wird es denn auch nicht, was es ja auch nicht muss. Cozy-Crime ist völlig in Ordnung. Im Großen und Ganzen hat mir die Geschichte  gut gefallen, allerdings war es mir an einigen zu viel, unter anderem an originellen Charakteren und überhaupt an Personal. Ein bisschen weniger hätte es auch getan und wäre dem Spannungsbogen der Geschichte zugute gekommen.

Verlag: LIST

ISBN: 9783548612607
Erschienen: 09.10.2015
Preis: €9.99

Der begrabene Riese von Kazuo Ishiguro

KAZUO ISHIGURO

Der begrabene Riese

Originaltitel: The Buried Giant
Originalverlag: Faber & Faber
Aus dem Englischen von Barbara Schaden

Gebundenes Buch, Leinen, 416 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-89667-542-2
€ 22,99 [D] | € 23,70 [A] | CHF 30,90 * (* empf. VK-Preis)

Verlag: Blessing

Brittanien im 5. Jahrhundert. Ein Nebel der den Menschen die Erinnerung nimmt liegt über dem Land. Axl und Beatrice, ein älteres Paar, beschließen, ihr Dorf zu verlassen und sich auf die Suche nach ihrem Sohn zu begeben, der, wie sie glauben in einem anderen Dorf wohnt und sich um sie kümmern wird. Auf ihrer Wanderung begegnen den Beiden die seltsamsten Gestalten, Drachen, Kobolde, nicht sehr nette Mönche, der alte Tafelrundenritter Gawain und dessen Pferd Horaz. Immer wieder spielt ihre Erinnerung ihnen Streiche. Manchmal wissen sie nicht einmal mehr ob sie wirklich einen Sohn haben. Sicher sind sie nur in der Zuneigung zueinander. Doch hat es die immer so gegeben? Gibt es vielleicht eine Erinnerung in ihrer Vergangenheit, die diese in Frage stellen könnte? Ist es wirklich so gut, sich wieder zu erinnern?

Dieses Buch ist etwas ganz besonderes. Da ist einmal die wunderbare Sprache und die fantasievollen Bilder die Kazuo Ishiguro entstehen lässt, während der/die LeserIn mit Axl und Beatrice durch das Land streift und Abendteuer erlebt. Es ist ein mystisches Buch voller Bezüge zur Mytholgie und zu den Sagen. Und es ist ganz sicher eines der schönsten Bücher das ich jemals gelesen habe.

In England und Amerika hat dieses Buch bei weitem nicht den gleichen Erfolg gehabt, wie die anderen Romane Ishiguros. In Deutschland ist es zwar vom Feuilleton sehr gelobt worden, aber oft mit dem Hinweis, dass es keinen Gegenwartsbezug aufweise. Einen Eindruck den ich in keinster Weise bestätigen kann. Es ist ein zeitloses Buch und ein gleichzeitig ein topaktuelles.

Kalte Wahrheit von Jan Mehlum

Kalte Wahrheit

von Jan Mehlum

Übersetzung aus dem Norwegischem:  Gabriele Haefs und Andreas Brunstermann

Verlag: Grafit

ISBN 978-3-89425-673-9
Erscheinungsdatum: 10/2015

 

Sind Sie ein Rechtsanwalt, der den Leuten hilft?

Diese Frage sellt die vierzehnjährige Elvira Widerberg dem Rechtsanwalt Svend Foyn. Er reagiert verhalten, weiß nicht was er von dem Mädchen halten soll und ihrem Wunsch einen Mann zu finden, der ihrer Schwester ein pornografisches Foto aufs Handy geschickt hat. Foyn unternimmt einen lauen Versuch, weil ihn das Mädchen fasziniert und lässt es denn auf sich beruhen. Dann ist Elvira plötzlich tot und alles deutet auf Selbstmord hin, was Foyn nicht so richtig glauben will und kann. Er beginnt in diesem Fall, der laut Polizei keiner ist zu ermitteln. Dann verschwindet Elviras ältere Schwester Johanna und es wird komplizierter.

Dieses war mein erster Jan Mehlum Krimi und ganz sicher nicht mein letzter. Es ist mir ein wenig unverständlich, wieso ich immer noch nicht über diesen Autoren gestolpert bin, der in unseren Landen sehr viel mehr Aufmerksamkeit verdient, als er bis dato erfahren hat.  Kalte Wahrheit erzählt eine Missbrauchsgeschichte, deren Grauen sich durch die leisen Zwischentöne entwickelt. Mehlums Ermittler Svend Foyn ist einer mit Ecken und Kanten, aber angenehm wenig depressiv, obwohl er einiges gesehen und erlebt hat. Gerne mehr davon.

 

 

 

 

Dreamwalker – Der Zauber des Drachenvolkes von J. D. Oswald

JAMES OSWALD

Dreamwalker – Der Zauber des DrachenvolkesBand 1

Originaltitel: Dreamwalker
Originalverlag: Penguin, UK
Aus dem Englischen von Gabriele Haefs

DEUTSCHE ERSTAUSGABE

Ab 12 Jahren
Taschenbuch, Klappenbroschur, 416 Seiten, 13,5 x 20,6 cm
ISBN: 978-3-570-40306-8
€ 12,99 [D] | € 13,40 [A] | CHF 17,90 * (* empf. VK-Preis)
Verlag: cbj

Mit Dreamwalker – der Zauber des Drachenvolkes legt J. D. Oswald den ersten Band seiner Dreamwalker Saga um den Drachen Sir Benfro und den jungen Errol vor. Errol lebt in einem kleinem Ort und gilt als das Hexenkind, da seine Mutter die Heilerin des Dorfes ist und er keinen Vater hat ist ein Außenseiter. Benfro wächst in den Wäldern auf und wird von seiner Mutter auf seine Aufgabe ein Magier zu werden vorbereitet. Die Schicksale des Menschenjungen und des jungen Drachens sind miteinander verknüft.

Als ich zu lesen begann, dachte ich: Ach nööö, nicht schon wieder Retter der Welt aus unbekannter Herkunft. Und nicht schon wieder drolliger Drache. Das „ach nöö“, verschwand aber schnell. Denn J. D. Oswald hat aus bekannten Zutaten, etwas ganz neues und ungewöhnliches gemacht. Ich jedenfalls war äußerst fasziniert und freue mich auf den nächsten Band, um zu erfahren, wie es mit Benfro und Errol weitergeht.

Diebe und Vampire von Doris Dörrie

Diebe und Vampire

Autorin: Doris Dörrie

Verlag: Diogenes

Roman, Hardcover Leinen, 224 Seiten
Erschienen im Juni 2015

ISBN978-3-257-06918-1
€(D) 21.90 / (A) 22.60

Alice ist Studentin und so Anfang 20, als sie in Mexiko „die Meisterin“ kennenlernt. Diese ist so 30 Jahre älter als Alice und das, was jene sich zu sein wünscht, nämlich Schriftstellerin. Zur Zeit des Kennenlernens ist Alice ansonsten ziemlich ziellos. Auch was das Schriftstellerin werden betrifft. Im Grunde weiß sie gar nicht wie das gehen soll und erhofft sich von der Älteren Unterstützung. Diese warnt sie allerdings gleich: Schriftsteller sind Diebe und Vampire, sie wollen nur deine Geschichten. Sie beklauen dich und saugen dich aus und dann lassen sich dich stehen, denn im Grunde interessieren sie sich nicht für dich als Person. Alice ist aber erst einmal geschmeichelt, dass die Meisterin zu ihr spricht und sie ermutigt zu schreiben. Dann stellt sie irgendwann fest, dass diese nicht gelogen hat, mit ihrer Bemerkung über schriftstellernde Diebe und Vampire …

Doris Dörrie hat da einen herrlichen ironischen Roman geschrieben, nicht nur übers Schreiben, sondern auch übers Jungsein, über Ziele, Disziplin und sich Treibenlassen.