Die schützende Hand – Wolfgang Schorlau

9783462046663

Die schützende Hand

Autor: Wolfgang Schorlau

ISBN: 978-3-462-04666-3
Erschienen am: 12.11.2015
384 Seiten, Klappenbroschur

In Geord Denglers achtem Fall, geht es um die NSU Morde und um die Umstände am Tod von Böhnhardt und Mundlos.

Georg Dengler geht es finanziell schlecht. Dem Privatermittler fehlt es an Aufträgen und folglich auch an Geld. Da kommt ein Umschlag mit 15.000 €  nicht ungelegen, auch wenn er sich fragt, warum. Das erfährt er nachdem ihm auch ein billiges Handy per Post geschickt wird und sich jemand meldet, dessen Stimme nicht identifizierbar ist, da ein Zerhacker zwischengeschaltet wurde. Der Auftrag lautet: Ermitteln sie wie Böhnhardt und Mundlos zu Tode kamen! Dengler denkt zuerst: Dass ist leicht verdientes Geld, da gibt es genügend Material drüber und beginnt zu ermitteln … und merkt: So einfach ist es nicht! An der offiziellen Version stimmt so einiges nicht.

Wie immer sind Wolfgang Schorlaus Bücher ausgezeichnet recherchiert und es gelingt ihm eine spannende Mischung aus Fakten und Fiktion. Das Buch ist trotz der vielen Auszüge aus Polizeiakten gut zu lesen und lässt den Leser, die Leserin sehr nachdenklich zurück.

Im Anhang des Buches findet sich einiges an Material, welches die Darstellungen noch anschaulicher macht.

Die ZDF Sendung „Die Anstalt“ mit Max Uthoff und Claus von Wagner hatte sich auch des Themas angenommen und erzählt einiges zu den Ermittlungen.

 

Die Ballade von der gebrochenen Nase – Arne Svingen

abc4c674ce226a5bArne Svingen

Die Ballade von der gebrochenen Nase

Übersetzerin: Gabriele Haefs

BOJE VERLAG

HARDCOVER/ ab 12 Jahre
189 SEITEN
ISBN: 978-3-414-82431-8
Der 12jährige Bart hat es nicht leicht. Seine Mutter will, dass er boxen lernt, um sich verteidigen zu können, dabei würde Bart viel lieber singen. Er liebt die Oper und hat eine wundervolle Stimme. Bart hat eine Menge Geheimnisse von denen niemand in der Schule erfahren soll. So lebt er mit seiner Mutter in einer Sozialwohnung der untersten Kategorie. Dass seine Mutter stark übergewichtig ist und immer mal wieder saufen geht, ist auch so eine Sache, einmal ganz abgesehen von unbezahlten Rechnungen und unregelmäßigen Mahlzeiten. Als sich dann auch noch Ada, die in der Schule neben ihm sitzt, für ihn interessiert, wird es eng. Ada hat ein wunderschönes Lächeln, nur Geheimnisse für sich behalten, damit sieht es schlecht aus.
Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. Arne Svingen hat seinen Protagonisten mit sehr viel Optimismus ausgestattet und mit einer gewissen Sturheit, die Fassade aufrecht zu halten. Er lässt deutlich die Einsamkeit des Jungen, der eigentlich der Erwachsene in seiner kleinen Familie ist, spüren. Schön auch, wie Bart letztendlich durch Adas Indiskretionen lernt, dass nicht jeder ihn ablehnt, weil er nun einmal in den gegebenen Verhältnissen lebt.
Fazit: Sehr empfehlenswert!

Sophie Soundso – Hayley Long

Sophie Soundso

Autorin: Hayley Long

Übersetzung aus dem Englischen: Gabriele Haefs

ISBN 978-3-551-56016-2

Alter: ab 12 Jahre

Preis: 16,99 €

Verlag: Carlsen – Königskinder

Sophie Nieuwenleven ist 14 Jahre alt und lebt in Brüssel. Einiges in ihrer Familie ist merkwürdig, zum Beispiel verlässt ihre Mutter nie das Haus. Dann sind da so seltsame Erinnerungen in denen die Mutter eine Perücke trägt und mit Sophie in diversen Zügen fährt. Sophie weiß sehr genau, dass irgendwas an ihrem Leben nicht stimmen kann. Das es so einige Geheimnisse in der Familie gibt. Als dann noch ein Fremder in die Werkstatt ihres Vaters kommt und diesen mit einem anderen Namen anspricht beginnt Sophie nachzuforschen und findet so allerlei.

Sophie hat übrigens eine Besonderheit, da sie weiß das einiges nicht so ist wie es scheint, beginnt sie Wörter zu vertauschen.

Sophie Soundso ist das erste Buch von Hayley Long, welches auf dem deutschen Markt erschienen ist. Die Autorin schreibt in erster Linie Teen-Fiction und das macht sie wirklich gut. Ich hatte sehr viel Vergnügen mit Sophie und ihren Fransen (Freundinnen) und Ihrer Identitätssuche.  Was mir besonders gefallen hat, ist die Sprache. Einmal die der Protagonistin, in deren Kormoran (Kopf) ein Gewirr aus eigenen Begriffen und den diversen Sprachen mit denen sie täglich (sie geht auf eine internationale Schule) konfrontiert ist. Ein schönes Zeichen dafür, dass unterschiedliche Sprachen und Herkunft einer Freundschaft nicht im Wege stehen müssen. Ein wirklich empfehlenswertes Buch.

Ich heiße nicht Miriam – Majgull Axelsson

Ich heiße nicht Miriam

  • Autorin: Majgull Axelsson
  • Hardcover
  • gebunden mit Schutzumschlag
  • 576 Seiten
  • Jag heter inte Miriam
  • Aus dem Schwedischen übersetzt von Christel Hildebrandt.
  • ISBN-13 9783471351284

Es ist Miriam Guldbergs 85. Geburtstag, an dem ihre Familie ihr ein Armband schenkt, in dem ihr Name eingraviert ist. Sie sieht die Gravur und sagte plötzlich: Ich heiße nicht Miriam! Was auch stimmt, denn Miriam heißt eigentlich Malika und ist eine Romni, eine Zigeunerin, die auf dem Transport von Auschwitz nach Ravensbrück die Identität der toten Miriam Goldberg annahm. Später dann, als sie durch das Rote Kreuz nach Schweden kam, hat sie diesen Irrtum aus guten Grund nicht aufgeklärt, denn Zigeuner durften sich in Schweden nicht niederlassen. Siebzig Jahre hat sie ihre Geschichte verschwiegen, eine Geschichte, die ihr jeden Tag präsent war und die sie nun ihrer Enkelin Camilla erzählt.

Majgull Axelsson hat mit „Ich heiße nicht Miriam“ einen ganz besonderen Roman geschrieben. Es geht um Vorurteile, um Identität und Angst. Für ihre Protagonistin ist die Zeit im Konzentrationslager immer präsent, nicht im Zurückerinnern des täglichen Überlebenskampfes, sondern alleine dadurch, dass sie immer wieder Angst hat sich zu verraten, alles zu verlieren, denn ihr ist bewusst, dass auch die freundlichen Schweden, die voller Mitleid für die Opfer des Naziregimes sind und Hilfe bieten, eine Klasse zu tiefst verachten und das sind die Zigeuner und so ist Miriam auch nach dem Krieg bewusst, dass ihr mühsam aufgebautes neues Leben, zerbrechen wird, wenn herauskommt, dass sie bezüglich ihrer Herkunft gelogen hat.

Es ist ein zutiefst berührendes Buch und ein wichtiges. Gerade in Zeiten in denen wieder Flüchtlingsheime brennen und Menschen wegen ihrer Herkunft und Religion diskriminiert werden, sollte diese Geschichte gelesen werden.

Wenn alle Stricke reissen – Beate Vera

Autorin – Beate Vera

 ISBN 978-3-89773-770-9

auch als e-book erhältlich
www.jaron-buchshop.de

Martin Glander hat seinen Dienst bei der Kripo Brandenburg quittiert und mit seiner Kollegin Merve Celik eine Privatdetektei eröffnet. Schon mit dem ersten Auftrag kommt es dicke. Tara Berthold, Tochter des Neurochirugen Prof. Berthold, ist entführt worden. Die verzweifelte Mutter und der unterkühlte Vater, wollen keine Polizei. Glander und Celik übernehmen den Fall sehr widerwillig, wissend das es besser wäre mehr Personal zur Verfügung zu haben. Unterstützung gibt es von Lea Storm, Glanders Lebensgefährtin, die Tara und ihre Mitschüler durch ihren Sohn, der die selbe Schule besuchte, ein wenig kennt. Die Ermittler beginnen mit ihrer Arbeit im Hause des Professors, in dem einige Wohnungen vermietet sind. Schnell wird klar, hinter der gutbürgerlichen Fassade stinkt es gewaltig.
Ein sehr empfehlenswerter Krimi. Lebendige Charaktere, ein nachvollziehbarer, aber nicht so leicht zu durchschauender Plot. Beate Vera hat mit Glander, Celik und Storm, nicht zu vergessen mit Talisker, ein Personal eingeführt, auf dessen weitere Fälle ich mich freue. Es ist übrigens der 2. Krimi der Reihe und ich werde bald möglichst No. 1 „Wo der Hund begraben liegt“ besorgen.

Sternwanderer von Neil Gaiman

SternwandererSternwanderer

Autor: Neil Gaiman

Übersetzerin: Christine Strüh

die Rezension bezieht sich auf eine Antiquarische Ausgabe

Erst einmal es gibt eine neuere Ausgabe des Buches, sogar mit Bildern, wenn ich es richtig gesehen habe. Ich habe dieses Buch antiquarisch erstanden und bin hoch erfreut darüber.

Die Geschichte beginnt im Städtchen Wall zu Zeiten Queen Victorias. Tristran Truth wächst dort auf und eigentlich ist es ein ganz normaler Ort zu besagter Zeit. Nur eine Besonderheit ist da. Wall hat seinen Namen von der Mauer, die es zum Feenland abgrenzt und in dieser Mauer gibt es ein Loch, welches bewacht wird, damit niemand versehentlich im Feenland landet. Nur alle neun Jahre ist es erlaubt auf die Weide hinter der Mauer zu gehen. Dann findet dort ein Markt statt. Tristran nun ist noch nie auf der anderen Seite gewesen. Bis dato hat ihn das nicht groß gestört, aber nun wird nötig ins Feenland zu gehen. Denn Tristran ist verliebt. Seine Angebete Victoria hat zugestimmt ihn zu heiraten, wenn er ihr einen Stern bringt, den Stern den die beiden fallen gesehen haben. Tristran macht sich auf den Weg und erlebt Unglaubliches. Er findet den Stern und entdeckt, dass es ein Mädchen ist. Doch nicht nur er war auf der Suche nach ihr. Die Rückreise nach Wall entwickelt sich zu einem lebensgefährlichem Abenteuer.

Wer Fantasy und Märchen liebt, ist hier richtig. Neil Gaiman ist sicher ein Meister seines Faches und hat mich auch mit dieser Geschichte entzückt. Witzig, bildhaft und originell werden alt bekannte Zutaten der britischen Folklore zu etwas neuem frischen vermischt.

Windjäger – Herausg. Steenbock, Hubmann und Skerhut

Hannah Steenbock, Sabrina Hubmann & Martin Skerhut (Hrsg.)

WINDJÄGER
und andere fantastische Pferdegeschichten
Fantasy 17
p.machinery, Murnau, Juni 2015, 192 Seiten, Paperback
ISBN 978 3 95765 033 7 – EUR 8,90 (DE)

Mit dem Pferd kam die Möglichkeit lange Strecken relativ schnell zurückzulegen. Es ermöglichte neue Kampftechniken und auch im Ackerbau sorgte es für Veränderung. Heute werde Pferde eher für sportliche Zwecke eingesetzt und als Prestigeobjekt gehalten, aber es hat seinen Zauber nicht verloren und immer noch beflügelt es unsere Fantasie. Nicht zuletzt ist Pegasus, das geflügelte Pferd aus der griechischen Mythologie, das Wesen das sich von Dichtern und Poeten reiten läßt.

In dieser Anthologie, deren Geschichten durch einen lockeren Rahmen verbunden sind, begegnen wir Pferden in allen möglichen Situationen und lassen uns durch Zeit und Raum tragen. Die Geschichte sind vielfältig und es ist eine Freude den AutorInnen auf ihren Pegasusritten zu folgen.