Lesestoff ins neue Jahr

Im Hause Braun geht es traditionell mit einem Hörbuch und mit Patiencen legen ins neue Jahr. Dieses Jahr werden wir uns genüsslich von Dietrich Fabers „Schneller, weiter, toter“ in 2016 lesen lassen.

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Viktor und ich haben auch die Vorgänger um Fabers Ermittler Henning Bröhmann mit Begeisterung gelesen, in diesem Falle besser gesagt, gehört. Denn der Autor, der auch Kabarettist und Musiker ist, liest einfach toll.

Henning Bröhmann ist ein Ermittler Widerwillen und hat es auch mit seiner Familie nicht immer leicht.

Aber lassen wir den Autoren selber zu Wort kommen. Hier liest er aus dem zweiten Teil:

In diesem Sinne, wünsche ich allen einen Guten Rutsch und ein wundervolles 2016.

Die Manns – Tilmann Lahme

Die Manns

Zu erst dachte ich: Ach nee, nicht noch ein Buch über die „amazing family“, dann hörte ich so einiges und auf einmal war ich doch neugierig, was der Herr Lahme da zusammengetragen hat. Um es gleich vorweg zu sagen: Viel Neues ist nicht dabei! Wie denn auch, über die Manns ist soviel geschrieben worden und seit Breloers Film sind wir bestens informiert. Aber da ich doch neugierig war, habe ich es gelesen.

Herr Lahme beginnt 1922 und geht dann chronologisch vor. Seine Erkenntnisse entstammen der Sichtung der Korrespondenz, welche die Familienmitglieder untereinander führten und so wird einiges über die finanziellen Verhältnisse deutlich klarer und auch wie es so ist hauptberuflich Kind von Thomas Mann zu sein.

Das Buch ist recht flüssig geschrieben und lässt sich gut lesen. Was den Erkenntnisgewinn betrifft, so haben geht es mir halt wie den meisten Kritikern die schon viel über Thomas Mann & Co. gelesen haben. Für jemanden der das nicht hat, bietet dieses Buch einen schönen Überblick.

Was ich, na vielleicht nicht schockierend, aber doch verblüffend fand, war die Einigkeit der Familie in Bezug auf Monika Mann. An der wurde von keinem ein gutes Haar gelassen. Überhaupt dachte ich beim Lesen „Die Parasiten“ hätten als Titel besser gepasst. Schon in früheren Publikationen war ja klar in welchen Maße dem „Werk“ alles untergeordnet wurde und wie gnadenlos Familie, Freunde und alles und jeder in den Romanen Thomas Manns verbastelt wurde. Klaus Mann hielt es dann auch ähnlich.

Mehr Infos:

http://www.fischerverlage.de/buch/die_manns/9783100432094

Planet Magnon – Leif Randt

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Sechs Planeten und zwei Monde, die von einer weisen Computervernunft regiert werden. Es herrscht weitesgehend Frieden, aber auch Endzeitstimmung. So richtig weiter geht da nichts mehr. Alles ist vernünftig, pragmatisch durchdacht. Die Menschen haben sich in Kollektiven zusammengeschlossen, von denen jedes einen bestimmten Lebensstil preferiert und man ist natürlich um neue Mitglieder bemüht, da AS (ActualSanity – die Computervernunft) entsprechend Gelder vergibt. So reisen die Spitzenfellows Emma Glendale und Marten Eliot vom Dolfin Kollektiv auf die verschiedenen Planeten, um neue Dolfins zu aquirieren. Ihre Reise gestaltet sich gar nicht so einfach, denn ein neues Kollektiv macht von sich reden. HANK, das Kollektiv der gebrochenen Herzen, deren Mitglieder, so meint man, aus den emotionalen Verlierern bestehen. Durch sie könnte die tatsächliche Gewalt zurückkehren in die ach so friedliche Idylle.

Dieses Buch hat, ausser dem Setting und Raumshuttles, sowie Planeten mit Sauriern neben hoher Technologie, nichts was den typischen Science Fiction Roman ausmacht. Es geht fast ein wenig gemächlich zu … und doch ist es voller Witz und Weisheit, einmal ganz abgesehen davon, dass Leif Randt die Sprache virtous beherrscht. Es ist kein aufregendes Buch und wer Thrillerelemente braucht, ist hier falsch, es ist aber ein kluges Buch mit viel Potential für eigene Gedankenspiele.

Mehr dazu auf der Webseite des Verlages. Das Buch ist bei Kiepenheuer & Witsch erschienen.

http://www.kiwi-verlag.de/buch/planet-magnon/978-3-462-04720-2/

 

Im Buchregal gefunden

Manchmal hört oder liest man von einem Buch und denkt sofort, dass möchte ich unbedingt lesen … und dann liegt soviel anderes auf dem Stapel und man vergisst es wieder, bis eines Tages das Aufräumen eines Bücherregals ansteht und man so einige Schätzchen wiederfindet, die noch gelesen werden wollen. Zwei dieser möchte ich hier vorstellenleifrand-b-sLeif Rand – Planet Magnon – Verlag Kiepenheuer & WitschEs wird auch mein erstes Leif Rand Buch sein, aber sicher nicht mein letztes. Ich habe es halb durch und bin bis dato entzückt.

Klappentext:

In den unendlichen Weiten des Weltraums existiert ein Sonnensystem, in dem endzeitlicher Frieden herrscht. Seine sechs Planeten und zwei Monde werden von einer weisen Computervernunft regiert, die auf Grundlage von perfekter Statistik und totalem Wohlstand die fairsten Entscheidungen trifft. Zwischen Metropolenplanet Blossom und Müllplanet Toadstool ist längst die neue Zeit angebrochen, eine postdemokratische Ära des Friedens und der Selbstkontrolle. Menschen haben sich zu Kollektiven zusammengeschlossen, zu ästhetischen Gemeinschaften, die um die besten Lebensstile konkurrieren. Marten Eliot und Emma Glendale, die beiden jungen Spitzenfellows des Dolfin-Kollektivs, verlassen ihren heimischen Campus und reisen von Planet zu Planet, um neue Mitglieder anzuwerben. Doch das Sonnensystem wird erschüttert, als das aggressive Kollektiv der gebrochenen Herzen von sich reden macht, von dem man annimmt, es bestehe aus emotionalen Verlierern. Minzefarbene Giftwolken steigen von Marktplätzen und Sommercamps auf, tatsächliche Gewalt droht in die Planetengemeinschaft zurückzukehren. Auf ihren Reisen rücken Marten und Emma die gebrochenen Herzen gefährlich nahe. Können die beiden den Umsturz verhindern? In »Planet Magnon« schickt Leif Randt seine Protagonisten in eine bizarr utopische Welt, in einen Kosmos der Saurier und Raumschiffe, der an neue Popmythen ebenso erinnert wie an Klassiker des Hollywoodkinos. Ihm gelingt die Vereinigung von poetischer Eleganz, literarischem Wagemut und packendem Genre.

Tiefseepiraten-s-b

Tiefseepiraten von Eric Linklater, übersetzt von Gabriele Haefs.

Ein Buch, dass wie alle Bücher von Eric Linklater neu aufgelegt gehört. Sein WIND IM MOND, ist eines der schönsten Bücher die jemals geschrieben wurden und steht auf meiner Hitliste auch weit vor Pippi Langstrumpf.

Klappentext zu Tiefseepiraten:

Als die Brüder Timothy und Hew die Geheimnisse der Meere enträtseln und darüber hinaus noch, wie die beiden sich unter Wasser wie die Fische bewegen können, geraten sie in eine Tiefseewelt von blutrünstigen Piraten und in ein atemberaubendes Abenteuer. Nichts weniger steht auf dem Spiel, als die Rettung der Welt vor gnadenlosen Banditen. Angeführt wird die ruchlose Bande von zwei garstigen und Furcht erregenden Piratenkapitänen. Die planen nämlich, die Längen- und Breitengrade zu kappen. Und wie es manchmal so ist: Nur die beiden Brüder Timothy und Hew können die Welt retten. Sollte es den Schurken gelingen, die Knoten, wo sich Längen- und Breitengrade treffen, zu zerschlagen, wäre die Welt verloren. Also schwingen sich die jungen Helden wider Willen auf Reithaie, um vertrauensvolle Mitstreiter für ihre Mission zu suchen, unterstützt von allerlei Seegetier und abgesoffenen Seeleuten. Als es schließlich zu der großen Entscheidungsschlacht kommt, entpuppt sich ganz unerwartet jemand anderes als wahrer Held und Retter…

Das barmherzige Fallbeil von Fred Vargas

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Der scheinbare Selbstmord einer Mathemathiklehrerin bringt den Stein ins Rollen. Sowohl bei ihr, als auch bei den folgenden „Selbstmorden“ wird ein Zeichen gefunden, dass niemand deuten kann. Es könnte eine nordische Rune sein, aber keine der bekannten. Jean Baptiste Adamsberg sagt: Es ist eine Guillotine … und keiner will ihm glauben. Dann führt die Spur in zwei Richtungen. Einmal zu Robespierre und der französischen Revolution, sowie einer Gesellschaft, die in Verkleidung die Reden Robespierres und der anderen Mitgestalter der französischen Revolution wieder aufleben lässt und die andere nach Island, wo sich auf einer kleinen Insel am Polarkreis etwas unglaubliches zugetragen hat und wo ein Fabelwesen auf Adamsberg wartet.

Eine zeitlang habe ich Fred Vargas nicht mehr gelesen, weil ihr Faible für die mystischen Komponenten ein Ungleichgewicht schuffen. Ich bin nun aber froh, dass ich mich zu diesem Buch aufgerafft habe. Eine spannende Handlung und wie immer bei Vargas, originelle Charaktere die den Fall auf ungewöhnliche Weise lösen.

Ein Buch das unter die Haut geht.

Näheres dazu:

http://www.randomhouse.de/Buch/Das-barmherzige-Fallbeil-Kriminalroman/Fred-Vargas/e487189.rhd

 

Das unerträgliche Weiß zu Weihnachten – Håkan Nesser

das unertraegliche weissFünf Kurzgeschichten rund um das Fest der Liebe. Es ist für jeden etwas dabei. Egal ob Weihnachten im Schnee oder in der Sonne. Nicht alle sind mörderisch, aber mörderisch gut sind sie alle. Eine der Geschichten ist von Henning Mankell & Håkan Nesser, ein fiktives Treffen ihrer Kommisare Wallander und Van Veeteren am Heilig Abend.

Es ist eine sehr gelungene Kurzgeschichten Sammlung und ganz sicher auch ideal als Weihnachtsgeschenk geeignet.

Die Geschichten wurden von Paul Berf, Christel Hildebrandt und Gabriele Haefs aus dem Schwedischen ins Deutsche übersetzt.

Näheres findet sich hier:

http://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Das-unertraegliche-Weiss-zu-Weihnachten-und-andere-winterliche-Morde/Hakan-Nesser/e462172.rhd

How the Marquis gots his coat back – Neil Gaiman

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Ein muss für alle Neverwhere Fans, ist diese Kurzgeschichte von Neil Gaiman. Der Marquis von Carabas hat in Neverwhere seinen wundervollen Mantel verloren und ist nun auf der Suche nach ihm. Es geht wieder nach London below. Diesmal sind die Schauplätze die U-Bahn Stationen Elefant & Castle und Shepards Bush. Den Marquis ist es gelungen den Elefanten von Elefant und Castle gründlich zu vergrätzen.

Ich habe diese Geschichte mit großem Vergnügen gelesen.

 

Die Krone des Schäfers – Terry Pratchett

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TERRY PRATCHETT

Die Krone des Schäfers

Ein Märchen von der Scheibenwelt

Originaltitel: The Shepherd’s Crown
Aus dem Englischen von Regina Rawlinson ISBN: 978-3-442-54770-8

Nun habe ich ihn also gelesen, den letzten Scheibenweltroman aus der Feder Terry Pratchetts, der in diesem Jahr verstorben ist.

Die Krone des Schäfers ist das vierte Buch der Reihe um die junge Hexe Tifanny Weh (Aching im Original) und die Nac Mac Feegles.

Tifanny ist erwachsen geworden. Sie ist die Hexe der Hügel im Kreideland und leistet gute Arbeit. Als Oma Wetterwachs stirbt, bekommt sie noch mehr zu tun, denn Oma hat sie zu ihrer Nachfolgerin bestimmt. Also zu der Anführerin, die Hexen eigentlich nicht haben. Keine einfache Aufgabe findet Tifanny und richtig komplizert wird es, als die Feen erneut versuchen in die Scheibenwelt einzudringen.

Ein wirklich würdiger Abschluss ist Terry Pratchett mit diesem Buch gelungen. Ich muss nun gestehen, dass ich nicht viel zur deutschen Übersetzung sagen kann, weil ich es im Original gelesen habe.

Es sind Veränderungen zu merken. Das liegt natürlich daran, dass Tifanny in diesem Buch deutlich älter ist als zum Beipsiel in „Freie, kleine Männer“, aber es liegt auch am Autorin. Es ist ernster, dabei noch immer lustig. Denn wie sagte Sir Terry immer.

Ernst ist nicht das Gegenteil von lustig. Das Gegenteil von lustig ist nicht lustig!