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Monat: Mai 2016

Das Spiel der anderen von Carlo Feber

Das Spiel der anderen von Carlo Feber

das spiel der anderenDAS SPIEL DER ANDEREN

Carlo Feber
Thriller
kt., 407 Seiten
EUR 12.00, E-Book EUR 9.99
ISBN 978-3-89425-472-8
Erscheinungsdatum: 05/2016

Grafit Verlag

Vier Polit-Aktivisten entführen ein Vorstandsmitglied einer Bank und wollen ihn zwingen, über Insidergeschäfte und andere Schweinereien ein Geständnis abzulegen und sie mit Beweisen zu versorgen. Doch jemand kennt die Pläne der Vier und greift in das Spiel ein. Die Polizei stößt bei ihren Ermittlungen auf Widerstand innerhalb der Bank und der Politik.

Das Buch hat eigentlich alles was ein spannender Wirtschaftskrimi braucht, leider hat der Autor es vergeigt. Die Charaktere sind eher steoreotyp oder wo sie es nicht sind, einfach nur flach. Redundanzen ziehen den Text in die Länge und langweilen einfach nur. Die Handlung wirkt sehr zusammengebastelt und die Handlungen der Personen, sind oft nicht nachvollziehbar. Es gibt Autoren, die ebenfalls Löcher ohne Ende in ihrem Konstrukt haben, diese  verstehen es aber durch ihre Erzählweise zu fesseln, leider gehört Feber nicht dazu.

Pferde wetten nicht auf Menschen von Susann Klossek

Pferde wetten nicht auf Menschen von Susann Klossek

Pferde wetten nicht auf menschen_cr_sPFERDE WETTEN NICHT AUF MENSCHEN

Susann Klossek
Roadpoem
312 Seiten // ISBN: 978-3-944564135 // 18,00 €

Gonzo Verlag

Ihr habt Lust auf eine Weltreise und gerade keine Zeit und/oder kein Geld euch aufzumachen? Mit Susann Klosseks PFERDE WETTEN NICHT AUF MENSCHEN kann da Abhilfe geschaffen werden.

Das Buch ist nicht nur wunderschön aufgemacht, nein, sein Innenleben ist ein Feuerwerk aus Witz, Geist, Wortgewalt und einem erfrischend boshaften Blick auf die Welt und ihren Zustand, wobei auch die leisen Töne nicht zu kurz kommen … und man kann lachen. An manchen Stellen laut und lang.

Susann Klossek ist eine Reisende im besten Sinne, denn sie begibt sich nicht nur äußerlich an andere Orte, um dem Regen und Kälte in der Schweiz zu entfliehen, sie nimmt uns mit in ihre Gedankengänge, Erkenntnisse und schafft Bilder die bleiben.

Also unbedingt lesen! Es ist großartig und Sätze wie:

Darf ich ihnen das Fick dich anbieten?

bewirken, dass man bei neuen Begegnungen schnell überlegt, ist dass ein Mensch dem ich das Fick dich anbieten würde oder nicht?

Jeder Tag ist Muttertag von Hilary Mantel

Jeder Tag ist Muttertag von Hilary Mantel

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Autorin: Hilary Mantel

Roman

256 Seiten , mit Lesebändchen, Originalverlag: Chatto & Windus, London 1985 , Originaltitel: Every Day Is Mother’s Day
Erscheinungstag: 20.04.2016
ISBN 978-3-8321-9823-7

Übersetzung: Werner Löcher-Lawrence

Evelyn Axon lebt mit ihrer Tochter Muriel in einem heruntergekommenen Haus, in einer recht guten Gegend. Menschen meidet sie. Nur die Sozialarbeiter lässt sich gezwungenermaßen sporadisch ins Haus. Die sehen nach Muriel, denn diese ist geistig behindert, und bestehen darauf, dass Muriel jeden Donnerstag in einer Einrichtung erscheint, um Kontakt nach außen zu bekommen. Eines Tages ist Muriel schwanger und Evelyn behält sie im Haus, damit es kein Gerede gibt. Doch es gibt auch eine neue Sozialarbeiterin und die nimmt ihre Arbeit richtig ernst.

Soweit der eine Strang der Geschichte. Der andere erzählt von dem Lehrer Colin, der unglücklich ist in seiner Ehe und dauernd Abendkurse macht, um von zu Haus wegzukommen. Auf einem dieser Kurse lernt er Isabel Field kenne, die wiederum die Sozialarbeiterin ist, die Evelyn Axon das Leben schwer macht.

Es ist ein frühes Buch von Hilary Mantel. In England ist es bereits 1985 erschienen. Nach dem Erfolg von Wölfe und Falken, die zwei Teile ihrer Thomas Cromwell Trilogie, bekommen nun auch deutsche Leser, ihre früheren Werke zu lesen.

„Jeder Tag ist Muttertag“ ist eine traurige Geschichte über Schuld und über Menschen die sich in ihrem Unglück eingerichtet haben. Keiner der ProtagonistInnen glaubt, dass sich etwas ändern lässt und schreckt daher schon vor kleinsten Veränderungen zurück. Die Charaktere haben Tiefenschärfe. Besonders Evelyn und Muriel sind der Autorin gelungen. Das Pendeln zwischen Normalität und Wahnsinn ist faszinierend.

Ich wünschte allerdings, ich hätte das Buch im Original gelesen. An einigen Stellen las es sich etwas hakelig und so dann und wann wurde ich aus der Geschichte gerissen, weil einige Metaphern und  Begriffe nicht stimmig waren. Kleinigkeiten, aber doch auffällig.

Ich habe ihn getötet von Keigo Higashino

Ich habe ihn getötet von Keigo Higashino

Ich habe ihn getötet_sICH HABE IHN GETÖTET

Autor: Keigo Higashino

Übersetzung aus dem Japanischen:  Ursula Gräfe

Verlag: Klett-Cotta – 04/2016

ISBN: 978-3-608-98306-7 / Preis: 14,95 €

E-Book: 11,99 €

Der Drehbuchautor Makoto ist alles anderes als sympathisch. Er ist rücksichtslos und nur auf seine Karriere fixiert. Um so erstaunlicher, dass die Lyrikerin Miwako ihn heiraten will, dass sie seine negativen Seiten nicht sieht. Am Tag vor der Hochzeit bringt sich in seinem Garten eine frühere Geliebte um. Makoto und sein Manager lassen die Leiche verschwinden. Dann, auf dem Weg zum Traualtar, bricht der Bräutigam tot zusammen. Anscheinend von dem gleichen Gift getötet, wie seine frühere Freundin. Miwako wird schnell klar: Der Täter kann nur aus dem engsten Kreis kommen, sie beauftragt Inspektor Kaga mit den Ermittlungen und der steht vor einem Rätsel, denn drei Leute behaupten: Ich habe ihn getötet.

Bis jetzt hat mir jedes Buch von Keigo Higashino gefallen; auch dieses, allerdings nicht so gut, wie seine früheren Werke. Wieder ist die Handlung originell und der wunderbar unaufgeregte Inspektor Kaga, der wie Colombo immer noch eine Frage hat, bevor er geht, ist einfach angenehm. Was mir hier nicht gefiel, war das Ende. Ich kann leider nicht schreiben, was mich verdrossen hat, denn dann würde ich es verraten. Einerseits eine originelle Idee, den Leser, die Leserin mit einzuspannen, aber mich hat es ein wenig unbefriedigt zurückgelassen.

Schwarzes Gold von Dominique Manotti

Schwarzes Gold von Dominique Manotti

Schwarzes GoldDominique Manotti

Schwarzes Gold

Übersetzung aus dem Französischen: Iris Kanopik

Verlag: Argument/Ariadne Kriminalroman

Gebunden mit Schutzumschlag
Deutsch von Iris Konopik
Ariadne Kriminalroman 1197
384 Seiten · ISBN 978-3-86754-213-5 · 19 €

Es ist das Jahr 1973. Erdöl ist die Schieberware der Zukunft. Nachdem zerschlagen der French Connection sind Drogen nicht mehr das Geschäft. Nach Erdöl schreien alle und sind dabei abhängig von den großen Ölkonzernen, die den Daumen auf der Verteilung haben.

Zu diesen Zeiten kommt Théo Daquin, ein junger Commisaire aus Paris, nach Marseille und erhält den Auftrag den Mord an Maxim Pieri zu klären. Wobei seine Vorgesetzten nicht wirklich an einer Klärung interessiert, und bereit sind, es als eine Vergeltungsaktion rivalisierender Banden zu sehen. Doch warum war Emily Frinkx, die Frau von Pieris Partner, bei dem Anschlag vor dem Casino anwesend? Daquin und seine Kollegen Grimbert und Delmas, ermitteln und stoßen in ein Wespennest. Nicht nur erweisen sich die Hintergründe des Mordes als extrem kriminell, die Drahtzieher als angesehen und mächtig, sondern auch die Verstrickungen aus Gefälligkeiten und Bestechung innerhalb der Justiz und Polizei machen den Ermittlern das Leben schwer.

Es ist gar nicht so einfach die vielschichtige Handlung von Dominique Manottis „Schwarzes Gold“ zusammen zu fassen. Die Autorin erzählt eine spannende Geschichte, die sich auf Fakten stützt. Dieses war mein erster Manotti, aber sicher nicht mein letzter.

Der Link unten führt zu einem Interview in Druckfrisch mit der Autorin:

http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/druckfrisch/videos/dominique-manotti-schwarzes-gold-100.html#