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Ingvar Ambjørnsen

Aus dem Feuer

Roman

Aus dem Norwegischen
von Gabriele Haefs

Deutsche Erstausgabe
Gebunden mit Schutzumschlag,
320 Seiten
€ (D) 22,–

ISBN 978-3-96054-012-0

Alexander Irgens, der Protagonist in »Aus dem Feuer« hat es wahrlich geschafft. Er ist mit seinen Krimis um Stieg Hammer zum Bestsellerautoren geworden und wird von allen Seiten hofiert und geehrt. Als er und seine Geliebte Vilde, nach einem Dinner mit elf Buchhändlerinnen einen aufdringlichen Fan übel zusammenschlagen, flieht er in Richtung Island und später Deutschland und lässt Vilde, ebenso wie seine Ehefrau Ada mit dem Scherbenhaufen und der begeisterten Presse zurück. Als sich die Wogen glätten kehrt er nach Norwegen zurück und es scheint, dass sich alles zum Besten fügt. Irgens ist in der Heimat, die er verloren glaubte, und bei sich angekommen. Ehrungen winken. Er soll den Poirot Krimipreis erhalten und Ehrenbürger seiner Heimatstadt soll er auch werden, doch wie es so mit der Vergangenheit ist, so ganz wird man sie nie los. Passend zum Poirot Preis, verhandelt dann auch Claes Otto Gedde, einigen sicher noch aus »Eine lange Nacht auf Erden« bekannt, die Causa Irgens in typisch poirotscher Manier.

Es ist immer wieder eine Freude Ambjørnsen zu lesen, besonders, wenn er sich, wie bei diesem Roman, in Hochform befindet. Es ist alles im richtigen Maße vorhanden, die poetischen Naturbeschreibungen, die Hintergrundgeschichte der Charaktere. Diese nicht in aller Breite ausfabuliert, sondern angedeutet, Raum für eigene Interpretationen lassend. Ein Buch, das man nicht aus der Hand legen mag.

»Aus dem Feuer« gehört zu einem Reigen verschiedener Romane, die nicht inhaltlich, mit einander verbunden sind. So treffen wir auf Personen aus früheren Büchern, wie etwa dem enfant-terrible Claes Otto Gedde, der immer für einen Überraschungseffekt gut ist.

Die Schilderung des Alexander Irgens und seine Art durchs Leben zu gehen, ist wundervoll gelungen. Mehrfach beim Lesen, begann ich ihn fast gern zu haben, bis eine Stimme in meinem Hinterkopf einsetzte und flüsterte: »Spinnst du? Der Kerl ist doch ein egoistisches, karrieregeiles Arschloch, der sich um nichts und niemanden, außer sich selber schert.« Ein wunderbar ambivalenter Charakter.



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