Betsys Brief – Marianne Storberg

Betsys Brief 

Marianne Storberg

Übersetzung aus dem Norwegischen: Andreas Brunstermann

ISBN: 9783955100759

Die Geschichte spielt Mitte des 19. Jahrhunderts in Norwegen, Bonn und Düsseldorf. Die Brüder Halfdan und Hjalmar wachsen in einer großbürgerlichen Familie auf und sind eng miteinander verbungen. Beide haben künstlerische Ambitionen. Hjalmar möchte Maler werden, Halfdan träumt von einer Karriere als Musiker. Beiden ist dieses von der Familie her verwehrt. Erst als die Familie verarmt wird es möglich, dass Hjalmar seinen Wunsch Maler zu werden umsetzen kann. Er geht nach Düsseldorf, während Halfdan die Familie mit seiner Arbeit als Journalist und Klavierlehrer über Wasser hält. Dabei lernt er auch Betsy kennen und lieben. Dummerweise verliebt sich auch Hjalmars Freund, der Maler Hans Gude, in Betsy und bittet ausgerechnet Halfdan darum bei Betsy Familie für ihn ein gutes Wort einzulegen. Halfdan lehnt dies ab, ohne seine eigenen Interessen zu offenbaren. Als bei Hjalmar die Tuberkolose, eine Krankheit in der Familie, in ein tödliches Stadium geht, begegnen sich die beiden Männer wieder.

Marianne Storberg stellt mit Betsys Brief ihren ersten Roman vor. Sie ist Historikerin und Männerfreundschaften im 19. Jahrhundert war Thema ihrer Doktorarbeit und das ist dem Buch anzumerken. Denn es geht sehr viel mehr um diese, als um Betsy. Tatsächlich erfährt man über besagte Dame erst mehr, nachdem man ungefähr die Hälfte des Buches durch hat. Das Buch hat einen sehr interessanten Ansatz und die Geschichte soll sich vor den sehr malerischen Kulissen Norwegens und des Rheinlandes entfalten, leider gelingt es der Autorin nicht ein gewisses Lokalkolorit rüber zu bringen. Überhaupt bleibt die ganze Geschichte merkwürdig steril und etwas  Humor hätte dem Text sicher mehr Wärme verliehen.  Ich muss gestehen, ich bin ein wenig enttäuscht, denn das Thema fand ich schon interessant, nur gestaltete sich die Lektüre recht zäh und so wirkliches Interesse für die Charaktere kam auch nicht auf. Besonders schade ist, dass die Autorin sehr wohl schreiben kann und ich hoffe sie kriegt in ihrem nächsten Werk den Bogen zwischen Literatur schaffen und Geschichten erzählen besser hin.

About KaBra

Karin Braun, 59 Jahre, begeisterte Leserin und Erzählerin. Im Grunde mache ich dauernd was mit Worten. Entweder lese ich oder ich schreibe und oft schreibe ich über das Gelesene.

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