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Kategorie: Allgemein

Nordlicht, Elch und Tannengrün – Die schönsten Weihnachtsgeschichten aus Skandinavien

Nordlicht, Elch und Tannengrün – Die schönsten Weihnachtsgeschichten aus Skandinavien

Gabriele Haefs und Andreas Brunstermann haben diese wunderschöne Sammlung von Weihnachtsgeschichten aus Skandinavien zusammengestellt und herausgegeben. So schöne und so vielfältige Geschichten, die sich nicht nur zur Weihnachtszeit lesen lassen. Bekannte und weniger bekannte Autor*innen und Übersetzer*innen steuern das ihre zu diesem Reigen bei. Ingvar Ambjørnsen, Selma Lagerlöf und Levi Henriksen sind mit von der Partie. Levi Hendriksen ist sicher vielen durch die Verfilmung seiner Weihnachtsgeschichtensammlung Home for Christmas bekannt und zeigt auch hier wieder seine Kunst in voller Breite. Vigdis Hjorth nimmt uns in ihrer Geschichte mit in die Gedankenwelt einer Alkoholikerin, die ihren Kindern versprochen hat, zum Weihnachtsfest nüchtern zu bleiben, Anette Sørensen-Habel lässt ihre Protagonistin auf der Straße der Erinnerungen wandeln, während sie mit ihrer Freundin Weihnachten feiert. Ach es sind so viele, so wunderschöne, so vielfältige und berührende Geschichten, die sich hier versammelt haben und die sich auch wunderbar zum Vorlesen eignen.

Nordlicht, Elch und Tannengrün – Die schönsten Weihnachtsgeschichten aus Skandinavien

Herausgeber*innen: Gabriele Haefs und Andreas Brunstermann

Taschenbuch, Knaur TB 
02.11.2017, 320 S.
ISBN: 978-3-426-52074-1

Preis: 9,99 €

Lesepläne 2017

Lesepläne 2017

Inspiriert durch Buzzaldins (aka Mara Giese) letzten Blogartikel, bin ich in mich gegangen und habe mich gefragt: Was habe ich eigentlich für Lesepläne dieses Jahr? Überhaupt, wie soll es mit diesem Blog hier weitergehen? Erst einmal, es soll hier weitergehen, auch wenn es in letzter Zeit sehr ruhig war. Das liegt daran, dass bei mir so einiges im Wandel ist und da ist es nicht immer einfach, sich auch noch hinzusetzen und über den aktuellen Lesestoff zu schreiben.

Was möchte ich in diesem Jahr unbedingt lesen?

Kennt ihr das auch? Man hört von einem Buch, einem Klassiker oder einfach einem Titel, der einem über die Jahre immer wieder begegnet ist. Manchmal ist es auch ein bestimmter Autor oder eine Autorin. So ginge es mir mit Ursula K. Le Guin. Das einzige Buch, das ich bis dato von ihr gelesen habe, ist ein Sachbuch mit dem Titel „Kleiner Autoren Workshop“ (übrigens ausgesprochen lesenswert und hilfreich für Autor*innen und solche die es werden wollen). Ihre Earthsea Sage in vier Bänden, ist mir immer einmal untergekommen, aber ich kam nie dazu es zu lesen. Stimmt nicht ganz, ich habe in die deutsche Übersetzung geguckt und wurde nicht warm damit. Der Sprachrhytmus fing mich nicht ein. Doch immer wieder erwähnte jemand die Earthsea Bücher und, langer Rede kurzer Sinn, nun werde ich sie endlich lesen.

Überhaupt werde ich ein wenig selektiver vorgehen. Sicher werde ich weiterhin alle möglichen Genres lesen, doch mein Schwerpunkt liegt klar im Fantasy und Science Fiction-Bereich. Also in der Schmuddelecke der Literatur, obwohl ich nicht so richtig verstehe warum dem so ist. Einige der besten Bücher die ich gelesen habe entstammen diesem Genre. Das gilt besonders für die Sparte Kinder- und Jugendbuch. Durch die Bank weg alles, was Neil Gaiman, Diana Wynne Jones und J. K. Rowling hier geschrieben haben gehört zu meinen Lieblingen. Diana Wynne Jones steht eh ganz oben auf der Liste und es ist mehr als schade, dass es viele ihrer Bücher in deutscher Übersetzung nur noch antiquarisch gibt.

Auch möchte ich öfter über Hörbücher schreiben. Denn die geniesse ich oft und gerne, besonders seit es gute, ungekürzte Adaptionen bei Audible zu erschwinglichen Preisen gibt.

Ein weitere Plan hat nicht direkt mit Rezensionen über Gelesenes zu tun, sondern eher mit den Dealern, also mit den den kleinen , feinen Buchhandlungen. Vor einiger Zeit habe ich mal eine Serie hier begonnen und habe meinen Lieblingsbuchdealer vorgestellt, den Buchladen Zapata in Kiel. Es fand sich auch eine Mitstreiterin und zwar Gabriele Haefs, die über den Roten Stern in Marburg schrieb. Diese Rubrik möchte ich gerne wieder beleben und habe mir auch schon eine Liste von Buchgeschäften gemacht, die ich gerne vorstellen möchte.

Es wird also bunt zugehen und das ist doch ein Grund zur Freude.

Bücher, Bücher, Bücher

Bücher, Bücher, Bücher

Buchpaket April

Heute kam Post mit vielen, vielen bunten Büchern. Es ist immer besonders schön, wenn Bücher in der Post sind.

J. D. Oswald – Dreamwalker3 – Die Gefangene des Drachenturms

Seit Jahrhunderten schon herrscht Feindschaft zwischen Drachen und Menschen. Aber ein gemeinsames Schicksal hat den jungen Drachen Benfro und den Jungen Errol eng verbunden. Doch das Schicksal hat ihnen einiges abverlangt bei ihren Abenteuern: Benfro steht mittlerweile unter dem Bann des mächtigen Drachen Magog und Errol leidet noch immer unter den Folgen der Folter, die er im königlichen Schloss erlitten hat. Aber auch wenn Benfro und Errol jeder für sich leichte Beute für ihre größten Feinde sind, gemeinsam haben sie eine Chance gegen die machtlüsterne Königin Beulah und den grausamen Inquisitor Melyn.

Übersetzerin: Gabriele Haefs

Diana Wynne Jones – Sophie im Schloss des Zauberers

Die Hutmacherin Sophie hätte es wissen müssen: Als älteste von drei Schwestern hat man immer Pech, wenn man auszieht, um das Glück zu suchen. Das weiß in Ingari schließlich jedes Kind. Und so wird Sophie auch alsbald von einer eifersüchtigen Hexe in eine alte Frau verwandelt. Was tun? Sophie heuert als Hausdame bei dem gefürchteten Zauberer und Herzensbrecher Howl an. In seinem fliegenden Schloss hat sie alle Hände voll damit zu tun, 1. den Feuerdämon Calcifer bei Laune zu halten, 2. dem Lehrling Michael bei dessen kläglichen Zaubereiversuchen zu helfen und 3. Howl daran zu hindern, ihrer Schwester Lettie das Herz zu brechen. Dabei wollte sie doch eigentlich nur ihre eigene Gestalt zurückerlangen …

Übersetzerin: Gabriele Haefs

Eystein Hanssen – Blutgeld

Elli Rathke, Ermittlerin bei der Polizei in Oslo, lernt bei einer Drogenrazzia einen jungen Afrikaner kennen, der aus Uganda stammt und eine unglaubliche Geschichte zu erzählen hat. Er habe zu einer Rebellengruppe gehört und sei geflohen. Diese Truppe habe auch einen Norweger entführt. Wenig später geht bei der norwegischen Botschaft in Kampala eine Nachricht ein: „Die gierigen Norweger sollen endlich bezahlen.“ Die Geschichte der Entführung scheint zu stimmen – und die Behörden bitten ausgerechnet Elli zu ermitteln.

Ein neuer packender Roman mit der ungewöhnlichsten Ermittlerin Norwegens.

ÜbersetzerIn: Gabriele Haefs/Andreas Brunstermann

Urlaubslesebuch 2016 – Hersg_in: Karoline Adler

Das Gute kommt immer wieder – zum Glück: Auch 2016 ist Ihren Kunden das Urlaubslesebuch als treuer und unterhaltsamer Begleiter sicher. Bekannte Autoren und solche, die es sich unbedingt zu
entdecken lohnt, erzählen die besten Geschichten des Sommers. Diesmal dabei:
T.C. Boyle • Krischan Koch
Ewald Arenz • Jutta Profijt
Siegfried Lenz • Ulrike Herwig
Erich Kästner und viele mehr

Die letzte Reise meiner Mutter – Anne B. Ragde

»Verstreut meine Asche am Strand in Dänemark« – bis Anne B. Ragde ihrer Mutter diesen letzten Wunsch erfüllen kann, vergehen lange Monate des Wartens. Monate, in denen Anne an ihrem Bett sitzt und die Zustände im Pflegeheim hautnah mitbekommt. Monate, in denen sie sich manchmal nur ein schnelles, friedliches Ende für ihre Mutter wünscht. Monate, in denen sie ihr zuhört, den Geschichten von früher, aus Annes Kindheit, aber auch aus der Jugend der Mutter, von ihren Träumen und Wünschen – und so entsteht allmählich, wie ein Puzzle, das Bild einer ganz außergewöhnlichen Frau: stark, schwach, liebevoll, streng, exzentrisch, ganz normal – das Bild einer Mutter.

Übersetzerin: Gabriele Haefs

Es ist also wieder ein bunter Stapel auf meinem Nachtisch gelandet und ich freue mich auf jedes einzelne und werde denn auch gesondert berichten.

 

Böse Absichten von Keigo Higashino

Böse Absichten von Keigo Higashino

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Autor: Keigo Higashino

Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe (Orig.: Akui)

ISBN: 978-3-608-98027-1

Verlag: Klett-Cotta

Als der gefeierte Autor Kunihiko Hidaka kurz bevor er nach Kanada auswandern will, ermordet wird, gerät schnell sein, mit weniger Erfolg gesegneter, Kollege Osamu Nonoguchi in Verdacht. Allerdings hat er, wie auch die Ehefrau des Opfers , ein wasserdihtes Alibi. Jedenfalls scheint es so zu Beginn der Ermittlungen. Kommisar Kaga. Kaga, der Nonoguchi schon einmal begegnet ist, ist misstrauisch. Schnell zeigt sich, dass nicht alles so ist, wie es auf Anhieb scheint.

Böse Absichten ist das erste Buch, das ich von Keigo Higashino gelesen habe, aber sicher nicht das Letzte. Spannender Aufbau und ein interessanter Angang. Hier geht es nicht um das „Wie“, dass ist schnell klar, auch das „Wer“ steht relativ schnell fest, es geht um das „Warum“. Die Charaktere sind gut durchdacht und haben Substanz. Kommisar Kaga ist kein Haudegen, sondern ein recht sanfter, behaarlicher Mann, der sich nicht mit dem Offensichtlichen zufrieden gibt, sondern Sicht um Sicht an Lügen und Verschleierungen abträgt, bis er zum Kern der Wahrheit kommt.

Wieder einmal ein Autor, der zeigt, dass man Spannung auch ohne Blutbad erzeugen kann.

 

Zum 75. Todestag von Virginia Woolf

Zum 75. Todestag von Virginia Woolf

Liebe Virginia,

heute vor 75 Jahren hast du dich zu deinem finalen Bad in der Ouse aufgemacht um so deinem Leben ein Ende zu setzen. Als Begründung führtest du deine Angst an, erneut verrückt zu werden und diesmal nicht mehr die Kraft zu haben, dich aus diesem Zustand zu befreien. Das Kuriose daran ist, dass du dich zu einer Zeit fürchtetest, verrückt zu werden, in der die ganze Welt wahnsinnig war.
Wann habe ich eigentlich zuerst von dir gehört, habe ich etwas von dir gelesen? Ich glaube, ich war 20, als ich Mrs. Dalloway las, und ich war so beeindruckt, dass ich mehr über die Autorin erfahren wollte. Also begann ich zu lesen, was immer mir in die Hände fiel. Eines der ersten Bilder, die ich von dir sah, war das, welches auch die Biografie ziert, die Hermione Lee über dich verfasst hat.
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Es zeigt dich im Profil und hinterlässt den Eindruck einer sensiblen jungen Frau, die du ja auch warst. Fast ein wenig ätherisch wirkst du auf diesem Foto und als ich erfuhr, dass du akustische Halluzinationen hattest, schien es mir nicht abwegig. Zum einen, weil »mehr hören« als andere, zu diesem Foto passte und zum anderen, weil mir das Phänomen nicht fremd ist. Im Laufe der nächsten Jahre erfuhr ich viel über dich. Alles aber nur Fetzen, die das Bild was ich mir machte, immer wieder veränderten. Da war die hypersensible, wahrscheinlich von ihrem Stiefbruder missbrauchte Virginia, da war die kraftvolle Stimme, die mit ihren Essay »Ein eigenes Zimmer«, so vielen Frauen Mut gemacht hat zu schreiben. Du hast dich danach gesehnt zu studieren, was aber nicht möglich war, weil eine Universitätsbildung nur für deine Brüder vorgesehen war. In einem Buch las ich sogar, dass du Antisemitin wärst. Was ich in Anbetracht deiner Ehe mit Leonard Woolf eher unwahrscheinlich fand. Der Verfasser des Artikels machte es übrigens an der Tatsache fest, dass du ab und an bei Tisch gesagt haben sollst: »Gebt dem Juden sein Fleisch!«, wenn jemand Leonard den Teller mit dem Braten reichen sollte. Da dachte ich, sind nun alle antisemitisch, wenn sie aus Shakespeares »Kaufmann von Venedig« zitieren? Im Laufe der Jahre hat man immer wieder versucht dich in einen Rahmen zu setzen, was gründlich misslang. Man versuchte zu klären, welcher sexuellen Richtung du zuzuordnen wärst (als wenn deine Präferenzen in diesem Bereich irgendwie wichtig wären oder irgendjemanden etwas angingen) und man versuchte zu entscheiden, ob du nun geistig krank warst und darum so schreiben konntest, wie du schriebst oder ob das Schreiben deine Krankheit bewirkte. Im Grunde läuft es wohl darauf hinaus, dass du in keinen vorgefertigten Rahmen passt und auch nicht die geringste Lust hattest, dich für einen passend machen zu lassen und das ist auch gut so!
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Mir jedenfalls hast du durch deine Bücher viel gegeben und dafür danke ich dir. Zur Erinnerung werde ich heute nicht noch einmal »Wellen« oder »Die Fahrt zum Leuchtturm« lesen, sondern mir »The Hours« oder »Mrs. Dalloway« ansehen. Heute ist mir nach Filmen und beide sind ausgezeichnet.

Jahreszeitenbücher

Jahreszeitenbücher

Geht euch das auch so? Dass ihr zu bestimmten Zeiten im Jahr Lust bekommt, gewisse Bücher noch einmal zu lesen? Ich habe immer zu Karfreitag Lust noch einmal Meister und Margarita von Michail Bulgakow zu lesen.

der meister und margarita

Ich habe das Buch schon so oft, in verschiedenen Übersetzungen gelesen, und greife doch immer wieder dazu. Besonders gefällt mir die Neuübersetzung von Alexander Nitzberg, 2012 im Galiani Verlag erschienen. Worum geht es in dem Buch, dass erst 20 Jahre nach dem Tod des Autors in der Sowjetunion als unzensiert erschien? Kurz gesagt: Der Teufel kommt ins stalinistische Moskau und feiert ein Fest.

Überhaupt lohnt es sich Bulgakow zu lesen. Etwa Das hündische Herz, welches er 1925 fertigstellte und das mit folgender Begründung abgelehnt wurde:

»Es handelt sich um eine ätzende Attacke auf unsere gegenwärtigen Verhältnisse und kommt auf keinen Fall für eine Veröffentlichung in Betracht.«

Lew Kamenew Parteimitglied

Also lest Bulgakow.

 

1. Todestag Terry Pratchett

1. Todestag Terry Pratchett

Ich habe viele Lieblingsautor*innen. Da ist es gar nicht so einfach sich festzulegen, will ich auch nicht. Einer der mich über die Jahre immer begleitet hat, und immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben wird, ist Sir Terry Pratchett. Heute vor einem Jahr ist er an den Folgen seiner Alzheimer Erkrankung gestorben. Damals wie heute bin ich betrübt und froh gleichermaßen. Taurig, weil so ein warmherziger, zorniger, lustiger, weiser Mann so früh gehen musste und froh, dass er zu Hause sterben konnte und nicht in die Schweiz zu Dignitas fahren musste. Seit seiner Alzheimer Diagnose hatte Pratchett sich dafür eingesetzt, dass Sterbehilfe in England legal wird. In obigen Vortrag, den er nur noch zum Teil selbst halten konnte, spricht er darüber.

Sir Terry Pratchett war für viele ein reiner Fantasyautor, und wenn sie ihn so nennen, schwingt immer ein „nur“ und ein „das ist ja nicht richtige Literatur“ mit. Etwas was mich gleichermaßen in Rage bringt, wie es Pratchett zu Lebzeiten auf die Palme brachte. Wie er sehe ich da keinen Unterschied. Einer seiner Aussprüche dazu:

Du kannst ein weises Buch über die Wichtigkeit der Pressefreiheit schreiben, aber pack einen verdammten Drachen rein und sie nennen es Fantasy.

Eines meiner Lieblingsbücher hat er gemeinsam mit einem Autor geschrieben, den ich ebenfalls sehr schätze. Neil Gaiman.

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Good Omens – the nice and accurate Prophecies of Agnes Nutter, Witch, sehr empfehlenswert, besonders in diesen unseren Zeiten, wo klar wird, dass wir uns nicht länger erlauben können mit unserer Welt weiter Schindluder zu treiben. Übrigens hat BBC4 da ein wundervolles Hörspiel draus gemacht, das auch als CD oder Audible Download erhältlich ist.

 

Der neue Roman von Karen Duve

Der neue Roman von Karen Duve

Macht Karen duve

Seit „Dies ist kein Liebeslied“ und „Regenroman“ gehört Karen Duve zu meinen Lieblingsautor*innen. Auch ihre Sachbücher wie „Anständig essen“ und „Warum die Sache schiefgeht“, habe ich gerne gelesen. Bei letzteren dachte ich schon: Da kommt doch bald was belletristisches. Nun ist es da. Heute morgen konnte ich es auf den Reader laden.

Klappentext:

Frauen haben die Regierung an sich gerissen, Pillen geben ewige Jugend, religiöse Endzeitsekten schießen wie Pilze aus dem Boden und ein genervter Mann kettet seine Frau kurzerhand im Keller an …

Wir schreiben das Jahr 2031: Staatsfeminismus, Hitzewellen, Wirbelstürme, Endzeitstimmung und ein 50-jähriges Klassentreffen in der Hamburger Vorortkneipe ›Ehrlich‹. Dank der Verjüngungspille Ephebo, der auch Sebastian Bürger sein gutes Aussehen verdankt, sehen die Schulkameraden im besten Rentenalter alle wieder aus wie Zwanzig- bis Dreißigjährige, und als Sebastian seine heimliche Jugendliebe Elli trifft, ist es um ihn geschehen. Wen interessiert es da noch, dass die Krebsrate von Ephebo bei 60% innerhalb der nächsten zehn Jahre liegt?

Alles könnte so schön sein, wäre da nicht Sebastians Frau, die ehemalige Ministerin für Umwelt, Naturschutz, Kraftwerkstilllegung und Atommüllentsorgung, die er seit zwei Jahren in seinem Keller gefangen hält. Dort muss sie ihm seine Lieblingskekse backen und auch sonst in jeder Hinsicht zu Diensten sein. Seiner neuen Liebe steht sie jetzt allerdings im Weg. Bei dem Versuch, sich seine Frau vom Hals zu schaffen, löst Sebastian eine Katastrophe nach der anderen aus…

 

 

Was wir nicht wussten von Tarashea Nesbit

Was wir nicht wussten von Tarashea Nesbit

9783832197353

Ich bin auf dieses Buch durch die buchbloggerin aufmerksam geworden und bin ihr sehr dankbar dafür.

Der Originaltitel das Buches ist „The Wives of Los Alamos“. Während des 2. Weltkrieges wurden  Wissenschaftler aus Amerika und Europa nach Los Alamos verpflichtet, um am streng geheimen Manhattan Project zu arbeiten. Auch ihren mitangereisten Familien gegenüber gilt es Stillschweigen zu bewahren. Das Leben findet in einem gesicherten Camp statt. Namen werden geändert, Kontakt zu Familien und Freunden außerhalb, unterliegt strengsten Sicherheitsvorkehrungen. Post wird zensiert, die Lebensbedingungen sind nicht ideal. Es fehlt an vielen und das Leben im Wüstenstaat New Mexico ist für viele gewöhnungsbedürftig. Und dann ist da das Schweigen der Männer über ihre Arbeit … durch die nur ab zu, durch Explosionen etwas zu den Frauen und Kindern dringt. Und doch findet eine Art normales Leben statt, Partys werden gefeiert, Kleider werden sich gegenseitig geliehen, Kinder werden geboren und man trinkt gemeinsam Cocktails und tauscht Klatsch darüber aus, wer mit wem schläft. Die Kinder gehen zur Schule und essen Erdnussbuttersandwiches. Doch über allem lastet der Krieg, die Angst um die Freunde und Verwandten an der Front und … das Schweigen der Männer, über ihr tun. Dann nach Hiroshima und Nagasaki ist klar, was dort entwickelt wurde … die Atombombe.

Das Buch entwickelt eine eigenartige Sogwirkung und das obwohl oder gerade, weil es keine Protagonistin gibt. Die Autorin schreibt in der Wir Form und bietet Varianten an. Zeigt so, wie unterschiedlich der Umgang der Frauen mit dem Leben dort war und aus was für unterschiedlichen Verhältnissen sie kamen. Das angenehme an Ms. Nesbits Art zu schreiben ist, dass sie nicht anklagt und den Finger auf den oder den besonders richtet, es geht ihr nicht um Schuldzuweisungen, sondern darum zu berichten und zu berühren.

„Was wir nicht wussten“ von Tarashea Nesbit ist im Dumont Verlag erschienen und wurde von Barbara Schaden aus dem Amerikanischen ins Deutsche übersetzt. Mehr Infos hier:

http://www.dumont-buchverlag.de/buch/nesbit-was-wir-nicht-wussten-9783832197353/