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Kategorie: Allgemein

Was wir nicht wussten von Tarashea Nesbit

Was wir nicht wussten von Tarashea Nesbit

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Ich bin auf dieses Buch durch die buchbloggerin aufmerksam geworden und bin ihr sehr dankbar dafür.

Der Originaltitel das Buches ist „The Wives of Los Alamos“. Während des 2. Weltkrieges wurden  Wissenschaftler aus Amerika und Europa nach Los Alamos verpflichtet, um am streng geheimen Manhattan Project zu arbeiten. Auch ihren mitangereisten Familien gegenüber gilt es Stillschweigen zu bewahren. Das Leben findet in einem gesicherten Camp statt. Namen werden geändert, Kontakt zu Familien und Freunden außerhalb, unterliegt strengsten Sicherheitsvorkehrungen. Post wird zensiert, die Lebensbedingungen sind nicht ideal. Es fehlt an vielen und das Leben im Wüstenstaat New Mexico ist für viele gewöhnungsbedürftig. Und dann ist da das Schweigen der Männer über ihre Arbeit … durch die nur ab zu, durch Explosionen etwas zu den Frauen und Kindern dringt. Und doch findet eine Art normales Leben statt, Partys werden gefeiert, Kleider werden sich gegenseitig geliehen, Kinder werden geboren und man trinkt gemeinsam Cocktails und tauscht Klatsch darüber aus, wer mit wem schläft. Die Kinder gehen zur Schule und essen Erdnussbuttersandwiches. Doch über allem lastet der Krieg, die Angst um die Freunde und Verwandten an der Front und … das Schweigen der Männer, über ihr tun. Dann nach Hiroshima und Nagasaki ist klar, was dort entwickelt wurde … die Atombombe.

Das Buch entwickelt eine eigenartige Sogwirkung und das obwohl oder gerade, weil es keine Protagonistin gibt. Die Autorin schreibt in der Wir Form und bietet Varianten an. Zeigt so, wie unterschiedlich der Umgang der Frauen mit dem Leben dort war und aus was für unterschiedlichen Verhältnissen sie kamen. Das angenehme an Ms. Nesbits Art zu schreiben ist, dass sie nicht anklagt und den Finger auf den oder den besonders richtet, es geht ihr nicht um Schuldzuweisungen, sondern darum zu berichten und zu berühren.

„Was wir nicht wussten“ von Tarashea Nesbit ist im Dumont Verlag erschienen und wurde von Barbara Schaden aus dem Amerikanischen ins Deutsche übersetzt. Mehr Infos hier:

http://www.dumont-buchverlag.de/buch/nesbit-was-wir-nicht-wussten-9783832197353/

Das Orakel vom Berge von Philip K. Dick

Das Orakel vom Berge von Philip K. Dick

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Die Geschichte spielt in einer Wirklichkeit, die sich von der unseren unterscheidet. In dieser haben die Achsenmächte den 2. Weltkrieg gewonnen. Deutschland und Japan haben die USA unter sich aufgeteilt. Die Grenze bilden die Rocky Mountains, westlich davon steht alles unter japanischer Herrschaft, östlich unter deutscher, genauer gesagt, es herrschen die Nazi und zwar mit eiserner Hand. Philip K. Dick hat dieses Buch Anfang der 60ziger Jahre geschrieben, daher tauchen einige vertraute Namen auf, wie etwa Bormann, Goebels, von Schirach usw. Die Geschichte beginnt aber in San Francisco. Ein Buch macht von sich reden, in dieses Buch flüchten sich die Menschen, dieses Buch beschreibt eine Wirklichkeit, die der unseren ähnelt. Also die Allierten waren die Sieger. Der Autor des Buches soll auf einer Bergfeste in den Rocky Mountains leben und Juliana, eine der Protagonistinnen, macht sich auf die Suche nach ihm.

Das I-Ging, das chinesische Buch der Wandlungen spielt eine entscheidende Rolle im Orakel vom Berge. Die Menschen in der japanischen Zone suchen oft Rat im I-Ging und so hielt es auch der Autor.  Philip K. Dick hat während des Schreibens, immer wieder das I-Ging befragt. Das Orakel vom Berge ist ein Klassiker der Sciencefiction Literatur und das seit vielen Jahren. Wir haben es schon lange im Bücherschrank stehen, aber irgendwie war nie die richtige Zeit es zu lesen. Erst vor einigen Tagen, war auf einmal der Wunsch da. Also habe ich es mir als E-Book besorgt, weil ich unser Exemplar nicht finden konnte. Bei über 1000 Bücher im Haus, kommt dass schon mal vor.

Doch wie fand ich das Buch nun? Es hat mir sehr gut gefallen, aber ich muss auch einige Abstricke machen. Fangen wir vorne an: Das Leben in dem fiktiven San Francisco und die Berührungspunkte mit der Nazizone und Berlin, beschreibt Dick sehr ausführlich, wie auch die Auswirkungen, die das „Buch“ im Buch hat. Da baut sich ein guter Spannungsbogen auf und auch die zweite Plotlinie, um Juliana, die sich auf den Weg macht, um den Autoren zu treffen, der das Buch das alle fesselt geschrieben hat, ist interessant gemacht. Allerdings kommt Dick dann sehr schnell zum Ende. Auf den letzten vierzig Seiten hat man das Gefühl, dem Autor ist die Puste ausgegangen. Trotzdem ist es eine tolle Geschichte und ich bin froh, dass ich sie gelesen habe.

Es gibt eine Fernsehserie zum Buch: The Man in the Highcastle, welche hochgelobt wird. Ich habe mir einige Trailer angesehen und glaube, wer das Buch nach Ansehen der Serie liest, wird enttäuscht sein. Es ist bei weitem nicht so temporeich und aktionsgeladen. Was der Spannung der Geschichte keinen Abbruch tut.

Philip K. Dick – Das Orakel vom Berge ist im S. Fischer Verlag erschienen und wurde von Norbert Stöbe aus dem Amerikanischem ins Deutsche übersetzt.

Mehr Infos finden sich hier: http://www.fischerverlage.de/buch/das_orakel_vom_berge/9783596905621

 

Schritt für Schritt von Herbjørg Wassmo

Schritt für Schritt von Herbjørg Wassmo

Schrittfürschritt

Herbjørg Wassmo, erzählt in diesem autobiografischen Roman von ihrem Leben und wie sie Schritt für Schritt zu der wurde, die sie nun ist: Nämlich Norwegens meistgelesenste Schriftstellerin. Dorthin war es ein langer Weg und es war kein leichter. Das Verhältnis zum Vater ist gespannt und von Abscheu geprägt, ihr Verhältnis zur Mutter ist innig, aber auch distanziert. Als sie selber jung und unverheiratet Mutter wird, versucht sie trotzdem Abitur zu machen und scheitert. Schließlich eine Ausbildung zur Lehrerin, Ehe, zweites Kind und eine Anstellung, gemeinsam mit dem Ehemann der ebenfalls Lehrer ist, hoch im Norden. Dort findet sie dann auch zum Schreiben und nach und nach hat sie Erfolg.

Herbjørg Wassmo erzählt in ihre Geschichte nicht im Präsens. „Sie“ ist es in deren Leben sie uns mitnimmt und damit schafft sie eine angenehme Distanz zu der, die sie einmal war, und zu den Verletzungen, die auf dem Lebensweg liegen. „Sie“ ist keine, die es sich einfach macht. „Sie“ begehrt auf gegen Chauvinismus, dem sie in allen Phasen ihres Lebens begegnet und geht ihren Weg. Sie beginnt kurz vor dem Erscheinen ihres ersten Romans ein Literaturstudium und widmet sich, nach dem dieser vom Norwegischen Rat mit einem Preis bedacht wurde, ausschließlich dem Schreiben.

Mich hat das Buch tief berührt. Da ist einmal die Sprache, mit der die Autorin sowohl die Landschaft im Norden, als auch „Sie’s“ Seelenlandschaft beschreibt.

Fazit: Sehr empfehlenswert

Schritt für Schritt von Herbjørg Wassmo ist im Argument Ariadne Verlag erschienen und wurde aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs übersetzt.

Mehr Informationen finden sich hier: http://www.argument.de/belle_index_reload.html?ea/wassmo3_schritt.html

 

Finderlohn von Stephen King

Finderlohn von Stephen King

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Morris Bellamy ist ein fanatischer Fan der Romane des Autors John Rothstein. Er hat sie wieder und wieder gelesen, kann sich aber nicht damit abfinden, wie der dritte Teil endet. John Rothstein hat seit nahezu zwanzig Jahren nichts mehr veröffentlicht, aber hat er auch aufgehört zu schreiben? Morris und zwei andere überfallen den einsam und alleine auf einer Farm lebenden Autor, rauben ihn aus und Morris tötet ihn und seine beiden Kumpane. Da er befürchtet, dass die Polizei ihm auf der Spur ist, versteckt er die erbeuteten Notizbücher und die nahezu 20000 $ in einem Koffer im Wald hinter seinem Elternhaus. Dann geht er feiern und wird verhaftet … nicht wegen des Mordes an John Rothstein, sondern wegen einer Vergewaltigung, die er im Rahmen der Festivitäten begangen hat,  und landet lebenslänglich hinter Gittern.

Viele Jahre später findet Pete, ein dreizehnjähriger Teenager, durch einen Zufall den Koffer und nutzt das Geld, um seiner Famlilie durch die Finanzkrise zu helfen. Über vier Jahre schickt er monatlich eine gewisse Summer anonym an seinen Vater. Die Eltern ahnen sehr wohl, dass mit dem Geld etwas nicht stimmt, aber es ist ihre Chance, wieder auf die Beine zu kommen, und so fragt keiner weiter nach. Nur Pete`s kleine Schwester Tina vermutet, dass ihr Bruder dahinter steckt. Als das Geld zur Neige geht, will Pete einige der Notizbücher zu Geld machen. Einige, nicht alle, denn er ist mittlerweile ebenfalls in den Sog Rothsteins geraten. Ein gefährliches Unternehmen, besonders da mittlerweile Morris begnadigt wurde und nach 35 Jahren Knast nur noch den versteckten Koffer holen und in den Notizbüchern lesen will. Tina ahnt, dass ihr Bruder richtig in Schwierigkeiten steckt und wendet sich an Bill Hodges, der einigen Leser*innen schon aus Mr. Mercedes bekannt sein dürfte.

Finderlohn ist seit langer Zeit mein erster Stephen King und der hat mich gleich so begeistert, dass ich unbedingt Mr. Mercedes auch noch lesen muss. Hier stimmt alles, Charaktere, Plot und Spannungsbogen. Auch in den ruhigen Phasen bleibt eine unterschwellige Spannung vorhanden und immer ist das Leitmotiv spürbar … die Liebe zu Büchern.

Finderlohn wurde von Bernhard Kleinschmidt aus dem Amerikanischen übersetzt. Mehr Infos zum Buch finden sich hier: http://www.randomhouse.de/Buch/Finderlohn/Stephen-King/e477300.rhd

 

Der namenlose Tag – Friedrich Ani

Der namenlose Tag – Friedrich Ani

Der namenlose Tag-s

Jakob Franck, ein pensionierter Hauptkommisar, bekommt Besuch von Ludwig Winter. 20 Jahre zuvor hatte sich Winters siebzehnjährige Tochter Esther das Leben genommen, ein Jahr später dann seine Frau. Er und sie hatten den Selbstmord der Tochter nie verstanden, geschweige denn verwunden. Nun behauptet Ludwig Winter, dass es ein Fremdeinwirken gegeben hat. Dass seine Tochter ermordet wurde und Franck ermitteln soll. Dieser übernimmt die Sache, denn er erinnert sich gut. Vor allem daran, dass der Pathologe wage Andeutungen gemacht hatte, es könnte sein dass … man diesen aber nicht nachgegangen war, weil eben nichts wirklich darauf hindeutete. Mitschüler sagten aus, dass Esther die letzte Zeit schwermütig gewesen sei und so verlief es im Sande.

Franck begibt sich also auf die Suche und bringt Zeug*innen dazu, sich 20 Jahre zurück zu erinnern. Jeder hatte damals etwas verschwiegen. Für sich gesehen nicht wichtig, aber letztendlich doch interessant und jeder hatte etwas zu verbergen, was die eigene Person betrifft.

Jeder neigt dazu zu schönen und doch dringt Franck zur Wahrheit vor, denn er hat ein besonderes Talent, er kann sich in Menschen einfühlen, daher war er es, der in seiner aktiven Zeit die Todesnachrichten überbringen musste. Er war es auch, der Esthers Mutter vom Selbstmord ihrer Tochter unterrichtet hatte.

Mit DER NAMENLOSE TAG beginnt Friedrich Ani eine neue Serie. Ich habe seine früheren Bücher nicht gelesen, kann also nicht vergleichen. Sein Ermittler in diesem Buch hat mir gefallen. Diese leise einfühlsame Art der Ermittlung. Franck ist einer der hinter die Fassaden schauen kann ohne zu werten und so kommt er nach und nach an die Wahrheit. Mich hat dieser sehr leise und doch so spannende Krimi beeindruckt, gerade weil er auf die üblichen Elemente verzichtet. Ebenfalls fand ich den Aufbau interessant, der weniger ein starres Konstrukt ist, sondern eher ein Gewebe in dem jeder neuer Faden, jede neue Farbe das Grundmuster verändert.

DER NAMENLOSE TAG von Friedrich Ani ist im Suhrkamp Verlag erschienen. Weitere Infos zum Buch: http://www.suhrkamp.de/buecher/der_namenlose_tag-friedrich_ani_42487.html

 

E-Books und lokaler Buchhandel

E-Books und lokaler Buchhandel

E-Book-Reader

Ich mag E-Books. Sogar sehr. Zuerst dachte ich, damit kann ich mich nie anfreunden, dann machten wir einen Verlag auf und produzierten auch E-Books und plötzlich hatte ich einen Reader. Ja ich gestehe, es war ein Kindle und den habe ich auch noch, aber mittlerweile haben wir nun auch einen Tolino, denn auch Herr Braun hat das E-Book für sich entdeckt. Mit dem Tolino habe ich nun den Mögichkeit, meinen lokalen Buchhändler an meinen E-Book-Käufen verdienen zu lassen. Denn die Buchhandlung Zapata in Kiel betreibt, wie viele weitere kleine Buchhandlungen, einen Onlineshop der über LIBRI gehostet wird. Hier steht das gesamte Angebot dieses Distributers zur Verfügung. Im südlichen Raum der Republik habe ich gesehen, dass Koch, Neff und Volkmar ihren Händlern ein ähnliches Konzept bieten. Ich weiß zwar nicht wieviel der normale kleine Buchladen prozentual von jedem Kauf bekommt, aber ganz sicher weiß ich, dass es mehr ist, als wenn ich meine E-Books über Amazon beziehe. Daher ist es gut, diese Alternative gefunden zu haben.

Mit diesem Beitrag möchte ich andere ermutigen, sich zu erkundigen, ob auch ihr lokaler kleiner Buchladen diese Form des Onlinekaufes bietet. Wer weiterhin auch den direkten Kontakt zu seinem Dealer braucht, der kann übrigens auch direkt im Geschäft ein E-Book erwerben und bekommt, neben einem Lächeln, einen Downloadcode.

 

 

Spreewaldgrab von Christiane Dieckerhoff

Spreewaldgrab von Christiane Dieckerhoff

Spreewaldgrab

Klaudia Wagner kommt ursprünglich aus dem Ruhrgebiet. Nach der Trennung von ihrem Lebenspartner und nach einem Hörsturz, lässt sie sich nach Lübbenau in den Spreewald versetzen. Dort soll es schön ruhig sein. Letzteres stimmt eher nicht, denn schon kurz nachdem Klaudia ihre neue Arbeitstelle angetreten hat, wird ein Unternehmer ermordet und eine Frau, die sich als Geliebte des Mordopfers erweist, verschwindet. Auf der Suche nach dieser, stolpert das Ermittlerteam über ein Frauenskelett, welches allerdings älteren Datums ist. Es wird immer verwickelter, zumal Klaudia auf der Dienststelle ein steifer Wind um die Ohren bläst. Wie es scheint will ein Kollege ihr das Leben besonders schwer machen, doch welcher ist die Frage. Auch ist ihr neuer Chef nicht gerade begeistert von der neuen Mitarbeiterin.

Soweit also die Handlung, dieses Regionalkrimis, der mir sehr gefallen hat. Christiane Dieckerhoff hat mit Klaudia Wagner eine sehr interessante Ermittlerin geschaffen und ich habe so das Gefühl, dass wir nicht das letzte Mal von Frau Wagner gelesen haben. Die Charaktere sind überhaupt ein großes Plus, denn sie haben Tiefe und agieren nicht nur als Oberflächen. Tatsächlich hat mir das besonders gefallen, dass die Ermittler so dreidimensional sind und nicht nur durch ihren Beruf sichtbar.

Das einzige Manko, welches ich feststellen konnte ist, dass die Autorin nicht dieselbe Sorgfalt bei den Verdächtigen walten lassen hat. Die wirken schon recht klischeehaft.

Die Mordgeschichte ist ebenfalls kohärent und spannend erzählt. Kurz und gut, eine Autorin die es sich lohnt im Auge zu behalten.

Mehr Infos zum Buch finden sich hier:

http://www.ullsteinbuchverlage.de/nc/buch/details/spreewaldgrab-9783548287607.html

 

 

Abwechslungsreich lesen

Abwechslungsreich lesen

Ich bin nicht auf ein Literaturgenre festgelegt. Ob Klassiker, Krimi, Fanatsy, SF, Chick-Lit oder Cozy-Crime, bei mir kommt alles unter. Auch kann ich nicht verstehen, wieso jemand meint, nur weil der eine andere Drache, Basilisk oder Satansbraten in einem Buch vorkommt, wäre es keine Literatur. Wenn der/die Autor*in in der Lage ist, das Thema so abzuhandeln, dass mich die Geschichte fesselt, dann ist es mir völlig Banane, ob da ein Max Biller die Nase drüber rüpft. Lesen soll Spaß machen. Selbst durch die dunklesten Phasen meines Lebens haben mich immer Bücher begleitet und, auch auch wenn es sehr pathetisch klingt, mich zeitweise gerettet.

Eigentlich wollte ich nur darüber schreiben, was ich heute aus der Bücherei mitgenommen habe und schon komme ich ins schwaffeln. Das muss das Alter sein, von dem immer alle mit angestrengten Gesicht erzählen. Aber zurück zur zunächst anliegenden Lektüre. Spreewaldgrab von Christiane Dieckerhoff werde ich heute auslesen und als nächstes möchte ich dann Friedrich Ani lesen „Der Namenlose Tag„.

Der namenlose Tag-s

Es wird mein erstes Buch von Friedrich Ani sein und ich bin gespannt. Er wurde mir von so vielen Seiten empfohlen.

Finderlohn-s.JPGDen Autoren dieses Werkes habe ich schon gelesen, allerdings nicht oft. Bin also kein typischer Fan. Vor langer Zeit habe ich „The Shinning“ gelesen und konnte danach ein halbes Jahr lang nur mit Licht schlafen. Später denn ist mir „Über Das Leben und das Schreiben“ von ihm in die Hände gefallen. Beide Bücher haben mich auf recht unterschiedliche Weise begeistert und eigentlich weiß ich nicht, warum ich keine weiteren Werke gelesen habe, wahrscheinlich hatte ich Angst nie mehr im Dunkeln zu schlafen. Nun möchte ich aber „Finderlohn“ lesen und bin gespannt.

Die Engelmacherin – Camilla Läckberg

Die Engelmacherin – Camilla Läckberg

die Engelmacherin

Camilla Läckberg gilt als die meistgelesene Krimautorin Schwedens und erfreut sich auch in Deutschland eines guten Rufes … ich frage mich: warum?

Um es vorweg zu nehmen, ich habe die ersten Bücher der Autorin um Erica Falck und Patrik Hedström sehr gerne gelesen. Mir gefielen das Setting, die malerische Stadt Fjällbacka und die Charaktere. Auch dass ihre Geschichten auf mehreren Ebenen spielten, also immer auch die Vergangenheit mit einbezogen, gab den Büchern Würze. Dann las ich nicht mehr weiter, weil in späteren Büchern, wohl mit der Mutterschaft der Autorin, die Familiengeschichte einen sehr weiten Raum einnahm. Nichts gegen Kleinkinder und Windeln, aber bitte in Maßen. Doch zu diesem Buch.

Mårten und Ebba Stark wollen nach dem Tod ihres Sohnes einen Neuanfang starten und sind dazu nach Valö, einer Insel im Schärengarten vor Fjällbacka, gezogen. Die Beiden tun sich schwer, denn auch das Haus hat eine Geschichte. Es ist Ebba von ihrer leiblichen Familie, die 1974 auf mysteriöse Weise verschwand und die damals einjährige Ebba zurückließ, vererbt worden. Ebba wurde von Adoptiveltern großgezogen. Als ein Mordanschlag auf die Beiden verübt wird, ermittelt die Polizei und sieht Verbindungen zu dem alten Fall.

Camilla Läckberg erzählt die Geschichte, wie sie es oft tut, in Gegenwart und in Rückblenden auf frühere Ereignise, die sich dann irgendwann einem Punkt nähern, der für das gegenwärtige Geschehen relevant ist. Das hat sich in früheren Werken recht gut bewährt und da ist es ihr auch gelungen, die Kurve zu kriegen, weil sie sich knapp gehalten hat. Aber hier geht sie nicht nur auf eins sondern auf zwei Ereignisse in der Vergangenheit zurück und sogar Hermann Göring taucht auf. Hier schreibt die Autorin in der Danksagung, dass sie arg viel über ihn recherchiert hat. Mag ja sein, aber was im Buch auftaucht erfährt man in jedem Wikipedia Artikel oder in einer Guido Knopp Dokumentation. Die ganze Geschichte wirkt, wie mit der heißen Nadel gestickt. Die Wendungen werden immer seltsamer, die Personen auch. Warum das Buch mit Themen wie Rechtsextremismus, Kindesmissbrauch, Kindermord, Eheprobleme usw. überfrachtet werden musste, weiß die Autorin alleine. Die Auflösung des Ganzen ist dann auch sehr an den Haaren herbeigezogen.

Übersetzerin aus dem Schwedischen: Kathrin Frey

Wer nicht alt werden will, muss vorher sterben – Luisa Francia

Wer nicht alt werden will, muss vorher sterben – Luisa Francia

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Ich gehe ja nun auch auf die 60 zu und das Thema altwerden und wenn ja, wie, ist natürlich präsent. Da ich wusste, dass Luisa Francia gemeinsam mit ihrer Schwester die Mutter gepflegt hat, und sie selbst auch so einige Zipperlein plagen, dachte ich, dass könnte interessant werden … wurde es aber nicht.

Der Untertitel „Nachdenken über die letzte Lebenszeit“ versprach, ja doch ein wenig mehr in die Tiefe zu gehen. Das wurde es nur bedingt. Das Buch enthält einige sehr anrührende Stellen. Etwa den Brief zum 10 Todestag einer besonderen Freundin und einen Bericht über einen schweren Unfall der Autorin. Ansonsten bietet es nicht viel neues. Fazit ist: Sieh zu das du eine Alternative findest, die zu dir passt, wenn du nicht im Heim landen willst. Was diese Alternativen betrifft, welche es gibt, welche es geben könnte, hätte gerne ein wenig substanzieller behandelt werden können. Dann folgen noch 30 Ratschläge wie man sich das Altwerden erleichtern kann. Da war auch nichts ungewöhnliches dabei. Auch das nicht unwichtige Thema Sterbehilfe kommt deutlich zu kurz. Das wird nur mal so am Rande gestreift.

Ein weiteres Ärgernis ist die Aufmachung. Seit Luisa Francia zu Nymphenburger – Herbig gewechselt ist, kommen ihre Bücher nur noch als Hardback heraus und sind entsprechend teuer. Für ein Buch, welches nun auch an Inhalt einiges an Substanz bietet, zahle ich gerne einen gewissen Preis, aber das hier ist schon toll. Breite Ränder, oben und unten, eine relativ große Schrift, viel Platz zwischen den Absätzen. So stimmen inneres und äußeres dann doch überein, bieten aber zu wenig.