Finderlohn: Ein Konrad Zarezky Roman von Hannah Steenbock

Finderlohn: Ein Konrad Zarezky Roman
Autorin: Hannah Steenbock
E-book/Mobi
Create Space/Kindle unlimited

Preis: 3,99 €

Konrad Zarezky ist ein Detektiv der besonderen Art und spezialisiert auf das Finden von Gegenständen und manchmal, allerdings weniger gerne nach Personen. Dieses Suchen findet nicht etwa durch herumlaufen und fragen statt, sondern Konrad macht sich geistig daran, denn er kann die für andere unsichtbaren Spuren sehen und auf der geistigen Ebene verfolgen. Er hat also seine Gabe zum Beruf gemacht. Nur eben Personen suchen, dass macht er nicht gerne, denn das ist anstrengend und so will er auch erst ablehnen, als Judith Jäger ihn bittet ihre 15 jährige Tochter Laura zu suchen. Doch sein Kater Nebel ist der Meinung, der Auftrag solle angenommen werden. Er fährt zu Judith Jäger und hat dort das Gefühl, dass sie ihn so einiges verschweigt und dass sie etwas dunkles umgibt und doch er macht sich an die Arbeit und findet Laura … und das Abenteuer beginnt. Denn Laura wird von einem Rasnog verfolgt und der ist nicht alleine, die Rasnogski wollen aus ihrer Dimension in die unsere brechen und das gilt es zu verhindern.

Hannah Steenbock schreibt auf ihrem Blog, dass ihre frühere Agentur dieses Buch für nicht vermarktbar hielt. Die scheinen nicht viel Ahnung zu haben und gut, dass die Autorin ihrem eigenen Urteil getraut hat und es nun herausgebracht hat. Es ist übrigens nicht via Create Space erschienen, weil sie keinen Verlag gefunden hat, sondern weil sie sich insgesamt für Selfpublishing entschieden hat. Meistens schreibt sie auf englisch und ich freue mich sehr, dass sie dieses Buch auf deutsch herausgebracht hat. Die Geschichte hat alles was eine gute Geschichte braucht, einen spannenden Plot, interessante Charaktere, den einen oder anderen Dreh und, für Fantasy (auch für Fantasycrime) unerlässlich, aufregende Wesen aus einer anderen Dimension. Die Geschichte ist glaubhaft, interessant. Besonders die Figur der Laura hat mir gefallen. Denn mir geht es wie Neil Gaiman

Ich mag Heldinnen, die sich selber retten

Das Buch ist zur Zeit als E-Book via Amazon zu erhalten und ich hoffe, dass es auch noch eine Printausgabe geben wird. Es ist ein Buch, welches man vielen Jugendlichen in die Hand drücken sollte, denn es zeigt was Krieg, Vorurteile anrichten, wie heilsam Freundschaft sein kann, und vorallem, es kommt dabei ohne erhobenen Zeigefinger und moralische Arroganz aus. Sehr erfrischend.

Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen von Lars Simon

Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen

Autor: Lars Simon

Verlag: dtv

Lennart Malmkvist ist jung, erfolgreich und eigentlich ein netter, wenn auch reichlich oberflächlicher junger Mann. Jedenfalls bis sein Nachbar Buri Bolmen ermordet wird und ihm nicht nur seinen Zauberartikelladen, sondern auch seinen Mops vererbt. Kaum geschehen, ist es auch schon vorbei mit dem beruflichen Erfolg. Lennart wird gefeuert und muss schon aus finanziellen Erwägungen Erbe samt Mops annehmen. Er entdeckt, dass mehr hinter Buri steckte, als der erste Blick vermuten ließ und er nicht nur dessen Vermögen geerbt hat, sondern auch dessen anderen Aufgaben. Buri hatte ein altes Pergament zu hüten, welches verhindert, dass der Geist von Olav Trugvasson sich eines neuen Körpers bemächtigt und die Welt ins Unglück stürzt. Dass der Mops immer, wenn es gewittert, sprechen kann, ist eine weitere Sache, die er irritierend findet.

Ich las irgendwo von dem Buch und dachte, klingt lecker. Sicher was angenehmes für zwischendurch. Ganz so war es nicht. Der Stoff, die Idee, ist toll. Die Umsetzung ist es leider nicht. Dauernd vermasselt der Autor die Spannungsbögen, weil er den Stoff gnadenlos streckt und der Schluss zeigt dann auch warum, es sind unter Garantie mindestens drei weitere Bände geplant, wogegen ich im Grunde gar nichts habe. Ich mag Serien. Doch diese werde ich sicher nicht weiterlesen, weil mir einfach zu plump auf eine Weiterführung hingearbeitet wird. Nichts gegen einen Cliffhänger, aber einige Fäden sollten schon verknüpft sein und wenn man beim Schreiben merkt, dass der Stoff nicht für drei Bücher reicht, dann macht man sich Gedanken, wie es reichen könnte, was noch möglich ist und kippt nicht dauernd Wasser in die Suppe. Dabei gab es durchaus Stellen, die ich spannend fand, bei denen ich mich gut unterhielt und die mir gefielen, aber immer wenn ich gerade richtig drin war, wurde wieder einige Seiten lang gekocht, geschmollt oder sich sonst irgendwie die Zeit vertrieben.

PS: Olav Tryvasson hat es tatsächlich gegeben. Hier der Wikpedia-Eintrag: https://de.wikipedia.org/wiki/Olav_I._Tryggvason

The Game von Diana Wynne Jones

The Game von Diana Wynne Jones

Rezension bezieht sich auf die englische Ausgabe, bis dato konnte ich noch nicht ermitteln, ob es das Buch in deutscher Übersetzung gibt. Sollte es aber.

Irgendwann, als Hayley noch ein Baby war, verschwanden ihre Eltern. So kam es, dass sie bei ihren Großeltern aufwachsen musste und das bedeutete keine schöne Kindheit, denn ihre Großmutter führt ein strenges Regiment. Keine anderen Kinder, Hayley wird zu Hause unterrichtet, einmal am Tag darf sie, gemeinsam mit dem jeweiligen Hausmädchen einen Spaziergang machen, ansonsten heißt es artig sein und gehorchen und wenn sie Erklärungen fordert, bekommt sie zur Antwort das Onkel Jolyon es so angeordnet hat. Dann macht Hayley etwas, das gegen alle Regeln verstösst und ihre Großmutter schiebt sie kurzer Hand nach Irland zu ihrer Tante ab, wo sich gerade diverse Cousins und Cousinen aufhalten. Diese spielen gerne „Das Spiel“ und auch Haley ist bald genau so begeistert, wie die anderen, denn das Spiel wird in der Mythosphäre gespielt.

Wie so viele Bücher von Diana Wynne Jones hat auch dieses mich begeistert. Sehr schnell wird klar, dass sie sich auf die griechische Mythologie bezieht. So ist Haleys Großvater der Titan Atlas und Onkel Jolyon Jupiter/Zeus, der allen Verwandten verboten hat in die Mythosphäre einzutauchen, denn eine Propezeiung sagt, dass das Kind eines Sterblichen und einer Unsterblichen, ihn zu Fall bringen wird. Haley ist dieses Kind. Denn ihre Eltern wurden von Onkel Jolyon dafür bestraft, dass sie geheiratet haben.

Ein wunderbares Buch, welches hoffentlich auch irgendwann in deutscher Sprache vorliegen wird.