Tiere denken – Vom Recht der Tiere und den Grenzen des Menschen von Richard David Precht

Tiere denken – Vom Recht der Tiere und den Grenzen des Menschen

ungekürzte Ausgabe exklusiv bei Audible

Autor: Richard David Precht

gelesen von Ernst Walter Simon

Der Hörverlag

Klappentext:

Können wir wirklich so weitermachen? Wie sollen wir mit Tieren umgehen? Wir lieben und hassen, wir verzärteln und essen sie. Doch ist unser Umgang richtig und moralisch vertretbar?

Richard David Precht untersucht mit Scharfsinn, Witz und Kenntnisreichtum quer durch alle Disziplinen die Strukturen unserer Denkmodelle. Ist der Mensch nicht auch ein Tier – und was trennt ihn dann von anderen Tieren? Welche Konsequenzen hat das für uns? Precht schlägt einen großen Bogen von der Evolution und Verhaltensforschung über Religion und Philosophie bis zur Rechtsprechung und zu unserem Verhalten im Alltag. Am Ende steht eine aufrüttelnde Bilanz. Ein Anstoß dazu, Tiere neu zu denken und unser Verhalten zu ändern.

So weit die Inhaltsangabe des Verlages. Ich habe mich sehr über ein Buch dieses Titels gefreut, denn das Thema berührt mich seit Jahren und gerade in der letzten Zeit besonders. Prechts Text ist klar, prall gefüllt mit Informationen, hinterfragend und ins Licht rückend, was wir gerne ausblenden. Das er es versteht einen philosophischen Text, in einer allgemeinverständlichen Sprache zu verfassen, ist ein Plus. Das er über Witz und Scharfzüngigkeit verfügt und sich nicht scheut diese einzusetzen, ein weiteres. Das Buch ist in vier Bereiche unterteilt.

Das Menschentier
Die biologische Sicht
Das Tier im Auge des Menschen
Tiere in der Kulturgeschichte, Religion und Philosophie des Abendlandes
Eine neue Tierethik
Wie steht es um die moralische Vertretbarkeit unseres Handels?
Was tun?                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         Welche Schlüsse sind zu ziehen und was gilt es zu verändern?

Ich kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen und hoffen, dass es viele lesen, respektive hören, ihre eigenen Schlüsse ziehen und dort Verantwortung für ihr Denken und Handeln Tieren gegenüber übernehmen, wo es ihnen möglich ist.

The View from the cheap seats von Neil Gaiman

the_view_from_the_cheap_seatsMeine Rezension bezieht sich auf das Audible Hörbuch.

Was ich besonders an Neil Gaiman schätze, ist die Freude mit der sich über Bücher äußert. Er ist begeistert über seine Kollegen und Kolleginnen und er äußert dies auch. „The View from the cheap seats“ ist eine Sammlung von Non fiction Texten. Interviews, Vorworte zu Büchern und Artikel, die er über die Jahre verfasst hat, sind hier zusammengefasst. Das Hörbuch ist in englischer Sprache und wird vom Autor selbst gelesen.

Ich habe sehr viel Freude an diesem Hörbuch gehabt. Viele der genannten Personen sagten mir nichts, aber das tat dem Vergnügen einen Abbruch.

Wenn man sich auf eine Rede, einen Non-fiction Text oder ein Interview von oder mit Neil Gaiman einlässt, dann ist gut, sich vorher schon einmal mit Zettel und Stift versehen zu haben. Gaiman spricht mit so einer Begeisterung über Literatur, dass Büchersüchtigen, wie mir, das Wasser im Mund zusammenläuft. Durch Neil Gaiman bin ich auf Diane Wynn Jones gekommen und habe Freude an Graphic Novels gewonnen. In „the view from the cheap seats“ hat er meine Aufmerksamkeit auf einen weiteren Autoren und eine Autorin gelenkt.

Ich denke immer, mich einigermaßen in englischer Fantasy auszukennen und doch lerne ich immer neue Autor*innen kennen. Zum großen Teil durch Neil Gaiman. Von Lord Dunsany hatte ich noch nicht einmal gehört. Susanna Clarke war mir ein wager Begriff, aber gelesen hatte ich noch nichts von ihr. Das wird jetzt nachgeholt.

 

Career of Evil – Robert Galbraith

 

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Als Hörbuch habe ich mir den dritten Krimi um Cormoran Strike & Robin Ellacott von Robert Glabraith gegönnt. Career of Evil wird gelesen von Robert Gleinster und zwar brilliant.

Ich habe die beiden Vorgänger schon mit Begeisterung genossen und konnte auch hier nicht warten bis die deutsche Ausgabe erscheint. Als Hörbuch habe ich es ohnehin gerne auf englisch, weil Sprecher wie Robert Gleinster die ganze Slangvielfalt Großbritanniens bieten. Aber zum Buch.

Die Partnerin des Privatdetektivs Cormoran Strikes, Robin Ellacott, bekommt ein Paket ins Büro geliefert. Da sie einiges wegen ihrer bevorstehenden Hochzeit dort hinschicken lässt, wundert sie sich nicht sehr. Als sie es öffnet, findet sich dort allerdings kein Hochzeits-SchnickSchnack, sondern ein ab getrenntes Frauenbein. Cormoran Strike fallen vier Menschen aus seiner Vergangenheit ein, die das Paket geschickt haben könnten. Während die Polizei sich schnell auf einen der Verdächtigen einschießt, ermitteln Robin und Strike, welcher der anderen es gewesen sein könnte. Denn eines ist klar, der Sender des Pakets will Robin ans Leder, um Strike zu treffen.

Auch der dritte Band der Serie ist wieder große Klasse. Das sich hinter dem Pseudonym Robert Galbraith J. K. Rowling verbirgt ist mittlerweile kein Geheimnis mehr und ich muss sagen, auch in Bereich Krimi erweist sich Ms. Rowling als ausgesprochenes Talent. Mir gefallen ihre Charaktere, mir gefällt die Art wie sie die Geschichte aufbaut und vor allem gefällt mir, dass sie nie nur Oberflächen liefert, es geht im Guten wie im Bösen in die Tiefe.

Ein Interview mit J. K. Rowling zu den Cormoran Strike Büchern hat Val McDermid auf dem Harrogate Festival 2014 geführt:

Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert – Joel Dicker

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Dieses Buch habe ich aus der Bücherei als Hörbuch, gelesen von Torben Kessler, mitgenommen und fand es so gut, dass ich es selber lesen wollte.

Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert von Joel Dicker ist im Piper Verlag erschienen. Es ist Joel Dickers zweiter Roman und hat es gleich zum Bestseller geschafft. Schon wenn man die Zutaten Liste liest versteht man warum.

Handlung:

Ein sehr junger Schriftsteller, Markus Goldman, hat nach dem Erfolg seines ersten Buches eine Schreibblockade. In seiner Not sucht er seinen Mentor und Freund, den Schriftsteller Harry Quebert in der kleinen Stadt Aurora auf, um sich zu sammeln. Dort entdeckt er, dass Quebert vor 34 Jahren ein Verhältnis mit der 15 jährigen Nola Kellergan hatte, die unter mysteriösen Umständen verschwand. Wieder zurück in New York erfährt er, das Nola Kellergan gefunden wurde und zwar als Skelett in Harry Queberts Garten. Goldman ist von der Unschuld seines Mentors überzeugt und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und über seine Ermittlungen zu schreiben. Dazu taucht er tief hinter die Fassade der so durchschnittlichen Kleinstadt Aurora in New Hampshire.

Frau Braun meint:

Das Buch rangiert unter der Rubrik Krimi/Thriller. Sicher ist da eine Krimi Geschichte, aber im Grunde ist es sehr viel vielschichtiger. Da ist der junge Autor mit dem großen Erfolg und seiner Angst, dass dieser sich als Eintagsfliege erweisen könnte. Da ist sein Verhältnis zu seinem Mentor. Es ist die Geschichte eines Mannes der erwachsen wird. Dann die Liebesgeschichte zwischen Quebert und Nola Kellergan. Keine Lolita Geschichte. Sicher nicht, aber eine Geschichte die Tabus in Frage stellt. Da sind die Bewohner Auroras, die ihre bürgerliche Fassade verteidigen, hinter der sich so einige dunkle Geheimnisse verbergen.  All das ist zu einer spannenden und mitreißenden Geschichte verwoben. Sehr gut gefallen hat mir das Spiel mit den verschiedenen Möglichkeiten. Denn es bleibt immer spannend, bis zum sehr überraschenden Schluss.

Das Hörbuch hat mich so mitgerissen, dass ich mir eine Nacht damit um die Ohren geschlagen habe und mich so fasziniert, dass ich mir alles gleich noch einmal in gedruckter Form vornahm. Da stellte ich denn fest, dass ein guter Sprecher es schafft so einige literarische Kinken verschwinden zu lassen. Beim Lesen stieß mir so einiges auf. Das Original ist in französischer Sprache erschienen und vielleicht liegt es an der Übersetzung, denn ich kann mir nicht vorstellen das Nola, Harry, mit dem sie immerhin eine Liebesbeziehung hat, siezt.  Auch sind so einige Dialoge sehr flach und nahezu kitschig. Wenn es die Worte der 15 jährigen Nola wären, wäre das verständlich und könnte als niedlich durchgehen, aber bei einem 34 jährigen? Die ganze Zeit hatte ich das Gefühl: Der Dicker kann mehr! Sicher die Geschichte ist toll aufgebaut und man kann sie nur schwer aus der Hand legen, aber ein wenig mehr Sorgfalt im Stilistischen wäre schon schön.

Sehr erfrischend fand ich die sehr zynischen Hinweise aufs Literaturgeschäft. Da ließ er nichts aus. Nicht den Druck auf Erfolgsautoren, nicht die Unart Ghostwriter einzusetzen und nicht den Verleger mit dem permanenten Dollarzeichen in den Augen.

Fazit: Spannend und vielschichtig. Ein Pageturner. Keine Seite der 736 ist langweilig.

Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert
Joël Dicker
ROMAN

Erschienen am 13.08.2013
Übersetzt von: Carina von Enzenberg
736 Seiten, Gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-492-05600-7

The Piper and the Púca

„The Piper and the Púca – Strange goings on“ heißt die neue Märchen CD von Mick Fitzgerald und dem Ralf Weihrauch Trio.

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Mick Fitzgerald, lebt in Dublin und ist Schriftsteller, Musiker, Schauspieler und Geschichtenerzähler. 2010 erschien beim Songdog Verlag in Wien seine erste deutsche Veröffentlichung „Session – irische Geschichten“. 2011 erschien die mit dem GMA´s Award ausgezeichnete Märchen-CD „The Enchanted Lake“.

Mitstreiter für „The Piper and the Pùca“ fand Fitzgerald im Ralf Weihrauch Trio. Dieses Trio (Ralf Weihrauch, Jonas Liesenfeld und Beate Rupietta) verleiht mit Geige, Akkordeon und 2 Stimmen, den in irischer und schottischer Tradition präsentierten Liedern einen ganz eigenen Charme.

Als Dritte im Bunde ist Gabriele Haefs zu nennen. Sie ist Volkskundlerin und Übersetzerin. Bereits für „The Enchanted Lake“ hat sie mit Mick Fitzgerald zusammengearbeitet. Gabriele Haefs hat die Märchen ausgewählt,  und arrangiert. Gesammelt wurden diese ursprünglich von Thomas Crofton Croker und Douglas Hyde.

Frau Braun meint:

Einfach zauberhaft. Das Hören dieser CD kommt einem Ausflug in die Anderswelt gleich. Bei der Musik  möchte man mit den Elfen übers schottische Hochmoor tanzen. Überhaupt ist die musikalische Mischung sehr gut gelungen. Es geht fröhlich zu, aber auch besinnlich. Wie es eben sein soll. Die Geschichten stammen nicht nur aus Irland, sondern auch aus Schottland. Doch so einen großen Unterschied macht das nicht. Die Märchen im keltischen Raum ähneln sich und haben ein ähnliches mythologisches Personal.

Was gerade diese Geschichten so besonders macht, ist der Erzähler. Mick Fitzgerald ist ein Rattenfänger. Sein natürliches Talent zum Geschichten erzählen, seine warme, variantenreiche Stimme, lassen jede Geschichte strahlen. Selbst für Menschen mit nicht sehr umfangreichen Kenntnissen der englischen Sprache ist es ein Hörgenuss. Wurde im Hause Braun getestet. Herr Braun versteht zwar kaum ein Wort, konnte sich aber ein: „Ohhhhh schade, schon zu Ende“ nicht verkneifen.

Fazit: Kaufen, hören, immer wieder hören und sich entführen lassen, zu Pfeifern und Pùcas und zu den Elfen nach Schottland um mit ihnen auf dem Moor zu tanzen.

The Piper and the Púca
 
Mick Fitzgerald, Ralf Weihrauch Trio
Geschichtenauswahl und Arrangement: Gabriele Haefs
produced by Hidden Tracks & Gabriele Haefs
Preis: 15,00 €