Lesestoff ins neue Jahr

Im Hause Braun geht es traditionell mit einem Hörbuch und mit Patiencen legen ins neue Jahr. Dieses Jahr werden wir uns genüsslich von Dietrich Fabers „Schneller, weiter, toter“ in 2016 lesen lassen.

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Viktor und ich haben auch die Vorgänger um Fabers Ermittler Henning Bröhmann mit Begeisterung gelesen, in diesem Falle besser gesagt, gehört. Denn der Autor, der auch Kabarettist und Musiker ist, liest einfach toll.

Henning Bröhmann ist ein Ermittler Widerwillen und hat es auch mit seiner Familie nicht immer leicht.

Aber lassen wir den Autoren selber zu Wort kommen. Hier liest er aus dem zweiten Teil:

In diesem Sinne, wünsche ich allen einen Guten Rutsch und ein wundervolles 2016.

Das barmherzige Fallbeil von Fred Vargas

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Der scheinbare Selbstmord einer Mathemathiklehrerin bringt den Stein ins Rollen. Sowohl bei ihr, als auch bei den folgenden „Selbstmorden“ wird ein Zeichen gefunden, dass niemand deuten kann. Es könnte eine nordische Rune sein, aber keine der bekannten. Jean Baptiste Adamsberg sagt: Es ist eine Guillotine … und keiner will ihm glauben. Dann führt die Spur in zwei Richtungen. Einmal zu Robespierre und der französischen Revolution, sowie einer Gesellschaft, die in Verkleidung die Reden Robespierres und der anderen Mitgestalter der französischen Revolution wieder aufleben lässt und die andere nach Island, wo sich auf einer kleinen Insel am Polarkreis etwas unglaubliches zugetragen hat und wo ein Fabelwesen auf Adamsberg wartet.

Eine zeitlang habe ich Fred Vargas nicht mehr gelesen, weil ihr Faible für die mystischen Komponenten ein Ungleichgewicht schuffen. Ich bin nun aber froh, dass ich mich zu diesem Buch aufgerafft habe. Eine spannende Handlung und wie immer bei Vargas, originelle Charaktere die den Fall auf ungewöhnliche Weise lösen.

Ein Buch das unter die Haut geht.

Näheres dazu:

http://www.randomhouse.de/Buch/Das-barmherzige-Fallbeil-Kriminalroman/Fred-Vargas/e487189.rhd

 

Das unerträgliche Weiß zu Weihnachten – Håkan Nesser

das unertraegliche weissFünf Kurzgeschichten rund um das Fest der Liebe. Es ist für jeden etwas dabei. Egal ob Weihnachten im Schnee oder in der Sonne. Nicht alle sind mörderisch, aber mörderisch gut sind sie alle. Eine der Geschichten ist von Henning Mankell & Håkan Nesser, ein fiktives Treffen ihrer Kommisare Wallander und Van Veeteren am Heilig Abend.

Es ist eine sehr gelungene Kurzgeschichten Sammlung und ganz sicher auch ideal als Weihnachtsgeschenk geeignet.

Die Geschichten wurden von Paul Berf, Christel Hildebrandt und Gabriele Haefs aus dem Schwedischen ins Deutsche übersetzt.

Näheres findet sich hier:

http://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Das-unertraegliche-Weiss-zu-Weihnachten-und-andere-winterliche-Morde/Hakan-Nesser/e462172.rhd

Die schützende Hand – Wolfgang Schorlau

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Die schützende Hand

Autor: Wolfgang Schorlau

ISBN: 978-3-462-04666-3
Erschienen am: 12.11.2015
384 Seiten, Klappenbroschur

In Geord Denglers achtem Fall, geht es um die NSU Morde und um die Umstände am Tod von Böhnhardt und Mundlos.

Georg Dengler geht es finanziell schlecht. Dem Privatermittler fehlt es an Aufträgen und folglich auch an Geld. Da kommt ein Umschlag mit 15.000 €  nicht ungelegen, auch wenn er sich fragt, warum. Das erfährt er nachdem ihm auch ein billiges Handy per Post geschickt wird und sich jemand meldet, dessen Stimme nicht identifizierbar ist, da ein Zerhacker zwischengeschaltet wurde. Der Auftrag lautet: Ermitteln sie wie Böhnhardt und Mundlos zu Tode kamen! Dengler denkt zuerst: Dass ist leicht verdientes Geld, da gibt es genügend Material drüber und beginnt zu ermitteln … und merkt: So einfach ist es nicht! An der offiziellen Version stimmt so einiges nicht.

Wie immer sind Wolfgang Schorlaus Bücher ausgezeichnet recherchiert und es gelingt ihm eine spannende Mischung aus Fakten und Fiktion. Das Buch ist trotz der vielen Auszüge aus Polizeiakten gut zu lesen und lässt den Leser, die Leserin sehr nachdenklich zurück.

Im Anhang des Buches findet sich einiges an Material, welches die Darstellungen noch anschaulicher macht.

Die ZDF Sendung „Die Anstalt“ mit Max Uthoff und Claus von Wagner hatte sich auch des Themas angenommen und erzählt einiges zu den Ermittlungen.

 

Wenn alle Stricke reissen – Beate Vera

WENN ALLE STRICKE REISSEN
Autorin – Beate Vera

 ISBN 978-3-89773-770-9

auch als e-book erhältlich
www.jaron-buchshop.de

Martin Glander hat seinen Dienst bei der Kripo Brandenburg quittiert und mit seiner Kollegin Merve Celik eine Privatdetektei eröffnet. Schon mit dem ersten Auftrag kommt es dicke. Tara Berthold, Tochter des Neurochirugen Prof. Berthold, ist entführt worden. Die verzweifelte Mutter und der unterkühlte Vater, wollen keine Polizei. Glander und Celik übernehmen den Fall sehr widerwillig, wissend das es besser wäre mehr Personal zur Verfügung zu haben. Unterstützung gibt es von Lea Storm, Glanders Lebensgefährtin, die Tara und ihre Mitschüler durch ihren Sohn, der die selbe Schule besuchte, ein wenig kennt. Die Ermittler beginnen mit ihrer Arbeit im Hause des Professors, in dem einige Wohnungen vermietet sind. Schnell wird klar, hinter der gutbürgerlichen Fassade stinkt es gewaltig.
Ein sehr empfehlenswerter Krimi. Lebendige Charaktere, ein nachvollziehbarer, aber nicht so leicht zu durchschauender Plot. Beate Vera hat mit Glander, Celik und Storm, nicht zu vergessen mit Talisker, ein Personal eingeführt, auf dessen weitere Fälle ich mich freue. Es ist übrigens der 2. Krimi der Reihe und ich werde bald möglichst No. 1 „Wo der Hund begraben liegt“ besorgen.

With his dying breath von Danny Carnahan

WITH HIS DYING BREATH

by Danny Carnahan

The Third Sweeney & Rose Mystery

Published April 2014

Nach A Jig before dying und Fortune turns its wheel habe ich nun endlich das dritte Niall & Rose Sweeney Abenteuer gelesen und bin von diesen Teil genau so begeistert, wie von den ersten beiden. Alle Teile lassen sich unabhängig voneinander lesen, allerdings bin ich froh, dass ich sie der Reihe nach gelesen habe, so konnten mir die Charaktere richtig ans Herz wachsen und es war schön sich an die früheren Abenteuer erinnern zu können.

Während Rose Sweeney froh ist die Stadt für ein Literatursommercamp zurück zu lassen, zumal einer ihrer Studenten zudringlich wird, ist Ehemann Niall einerseits gelangweilt von seinem Auftrag in Sachen Computerprogramierung und begeistert von der Aussicht auf diverse Sessions im „Bag of Nails“, wo er bei den Sessions die Fidel spielt. So fällt es Max, einem Bekannten, der das Sommercamp in dem Rose ist organisiert, auch recht schwer, Niall zu überreden einen Geigen-Workshop zu übernehmen. Erst die Aussicht dort einen seiner musikalischen Helden zu treffen und seiner Liebsten nahezu sein, lässt ihn einlenken. Was als eine eine Woche voller irischer Musik geplant war, endet schnell in einer Katastrophe. Ein Mann stirbt, während er den Dudelsack spielt. Todesursache: Anaphylaktischer Schock! Wie es schien war der Tote gegen Bienengift allergisch. Fragt sich nur, warum er sein Notfallkit nicht dabei hatte, in einer Gegend, in der mit allerlei Viehzeug zu rechnen ist. Als sich besagtes Notfallkit in Rose Sweeneys Sachen findet, ist klar, das Hinscheiden war kein Zufall. Rose und Niall beginnen zu er mitteln, denn Rose und das Opfer haben eine gemeinsame Vergangenheit.

Auch der dritte Teil, wieder sehr sehr spannend. Danny Carnahan hat ein Händchen für Charaktere. Es war wie alte Freunde treffen. Schön ist allerdings, dass sich die Charaktere innerhalb der Reihe verändern, dass sie wachsen. Die Geschichte an sich wieder spannend und mit einem nachvollziehbaren Plot ausgestattet, dessen Wendungen nicht so leicht vorhersehbar sind.

Es ist eindeutig ein Buch für die Rubrik: Sollte dringend übersetzt werden! Meine Rezension bezieht sich also auf die englische Originalausgabe.

Während die ersten beiden Teile auch als E-Book erhältlich sind, ist dieser Teil nur in gedruckter Form zu haben.

Kaliber von Ken Bruen

Kaliber von Ken Bruen

Übersetzung aus dem Englischen: Karen Witthuhn

Klappbroschur, 183 Seiten
Mai 2015
ISBN 978-3-945133-12-
Preis € (D) 12,90

Im Südosten Londons geht ein Serienkiller der besonderen Art um. Wer schlechte Manieren hat, sollte sich in Acht nehmen. Wäre gut für die Frau gewesen, die ihre Untergebenen laut in der Öffentlichkeit am Telefon runterputzte. Sie hat der Manners-Killer aus dem Fenster geworfen. Oder der Mann der unhöflich zu seiner Frau war, er wurde vor den Zug gestossen. Alle diese Morde sehen wie Unfälle aus und wenn der Mörder nicht höchstselbst die Polizei darüber informiert hätte, würden sie nicht im geringsten bekannt werden. Aber genau das tut der Mörder und nun wird ermittelt und schnell wird klar, auch die örtliche Polizei hat massig Dreck am Stecken. Ein homophober, sexistischer, korrupter, brutaler Haufen, dem mensch nicht in die Hände fallen will.

Das war nun also mein erster Ken Bruen und sicher nicht mein letzter. Dieser sehr kurze – gerade einmal 180 Seiten – Krimi hat es in sich, auch wenn er sich eher wie eine Satire auf den typischen Crimi noir liest. Die Idee eines Killers der schlechtes Benehmen ahndet ist einfach zauberhaft und die Charaktere sind herrlich verschroben. Leider bleibt der Täter bei allem Outen der Taten ein wenig blass. Das ist aber auch der einzige Minuspunkt, den ich zu vergeben habe.

Der Autor: Ken Bruen, 1951 in Galway geboren, studierte am Trinitiy College in Dublin und promovierte in Metaphysik. Er lebt heute in Galway.

Wer einmal stirbt, dem glaubt man nicht von Fenna Williams

Wer einmal stirbt, dem glaubt man nicht

Autorin: Fenna Williams

Dona Holstein und ihre Crew aus Tieren und Menschen, sind schon sehr ungewöhnlich und widmen sich auch außergewöhnlichen Fällen. Eine zerstrittene Erbengemeinschaft, von denen einige bereits recht zeitig unter merkwürdigen Umständen das Zeitliche gesegnet haben, ist sich in einer Sache einig: Niemand will das nächste Opfer sein! Um nun aufzudröseln, wer da wem alles an den Kragen will und was es mit einem in der Sturmflut von 1606 versunkenen walisischen Dorf auf sich hat, zieht es die menschlichen und tierischen Ermittler nach Hamburg, Brügge und Wales.

Fenna Williams stellt Dona Holstein, ihr Dorf und ihre, sowohl menschlichen, als auch tierischen Ermittler, in „Wer einmal stirbt, dem glaubt man nicht“ vor. Es ist eine amüsante Geschichte, mit viel Lokalkolorit der diversen Handlungsorte. Das Buch liest sich gut und zu aufregend wird es denn auch nicht, was es ja auch nicht muss. Cozy-Crime ist völlig in Ordnung. Im Großen und Ganzen hat mir die Geschichte  gut gefallen, allerdings war es mir an einigen zu viel, unter anderem an originellen Charakteren und überhaupt an Personal. Ein bisschen weniger hätte es auch getan und wäre dem Spannungsbogen der Geschichte zugute gekommen.

Verlag: LIST

ISBN: 9783548612607
Erschienen: 09.10.2015
Preis: €9.99

Kalte Wahrheit von Jan Mehlum

Kalte Wahrheit

von Jan Mehlum

Übersetzung aus dem Norwegischem:  Gabriele Haefs und Andreas Brunstermann

Verlag: Grafit

ISBN 978-3-89425-673-9
Erscheinungsdatum: 10/2015

 

Sind Sie ein Rechtsanwalt, der den Leuten hilft?

Diese Frage sellt die vierzehnjährige Elvira Widerberg dem Rechtsanwalt Svend Foyn. Er reagiert verhalten, weiß nicht was er von dem Mädchen halten soll und ihrem Wunsch einen Mann zu finden, der ihrer Schwester ein pornografisches Foto aufs Handy geschickt hat. Foyn unternimmt einen lauen Versuch, weil ihn das Mädchen fasziniert und lässt es denn auf sich beruhen. Dann ist Elvira plötzlich tot und alles deutet auf Selbstmord hin, was Foyn nicht so richtig glauben will und kann. Er beginnt in diesem Fall, der laut Polizei keiner ist zu ermitteln. Dann verschwindet Elviras ältere Schwester Johanna und es wird komplizierter.

Dieses war mein erster Jan Mehlum Krimi und ganz sicher nicht mein letzter. Es ist mir ein wenig unverständlich, wieso ich immer noch nicht über diesen Autoren gestolpert bin, der in unseren Landen sehr viel mehr Aufmerksamkeit verdient, als er bis dato erfahren hat.  Kalte Wahrheit erzählt eine Missbrauchsgeschichte, deren Grauen sich durch die leisen Zwischentöne entwickelt. Mehlums Ermittler Svend Foyn ist einer mit Ecken und Kanten, aber angenehm wenig depressiv, obwohl er einiges gesehen und erlebt hat. Gerne mehr davon.

 

 

 

 

Die Therapeutin von Camilla Grebe & Åsa Träff

Die Therapeutin 

Autorinnen: Camilla Grebe & Åsa Träff

Roman
Aus dem Schwedischen von Christel Hildebrandt

DEUTSCHE ERSTAUSGABE

Taschenbuch, Klappenbroschur, 432 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-74183-0
€ 9,99 [D] | € 10,30 [A] | CHF 13,90 * (* empf. VK-Preis)

Siri Bergmann arbeitet als Therapeutin in einer kleinen Praxisgemeinschaft. Psychisch ist sie durch den Tod ihres Mannes schwer angeschlagen und so ist sie sich nicht sicher, ob einige Geschehnisse in ihren Umfeld auf sie abzielen oder nur Einbildung sind. Sie tut sich schwer, jemanden von ihren Beobachtungen zu erzählen, da die KollegInnen schon das eine oder andere mal darauf zu sprechen kamen, dass sie selbst Hilfe braucht und zu viel trinkt. Schließlich ist es aber klar, jemand hat es auf Siri abgesehen, will ihr Leben zerstören, sie soll leiden und dann wohl letztlich auch sterben.

Es ist der erste Roman der Schwestern Camilla Grebe & Åsa Träff um die Therapeutin Siri Bergmann. Ich war Siri bereits in Mann ohne Herz, dem vierten Band, begegnet und sehr angetan. Daher habe ich mir die ersten beide Bände ebenfalls besorgt. Die Therapeutin hat mir ebenfalls gefallen, allerdings hat er bei aller Spannung, bei allem Talent Charaktere zu entwickeln, seine Schwächen. Von daher war ich eigentlich froh, dass ich den 3. Teil bereits gelesen hatte, dem deutlich anzumerken ist, dass Grebe & Träff Steigerungsmöglichkeiten nutzen. Heute starte ich mit dem dritten Band: Bevor du stirbst.