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Kategorie: Kurzgeschichten

Nordlicht, Elch und Tannengrün – Die schönsten Weihnachtsgeschichten aus Skandinavien

Nordlicht, Elch und Tannengrün – Die schönsten Weihnachtsgeschichten aus Skandinavien

Gabriele Haefs und Andreas Brunstermann haben diese wunderschöne Sammlung von Weihnachtsgeschichten aus Skandinavien zusammengestellt und herausgegeben. So schöne und so vielfältige Geschichten, die sich nicht nur zur Weihnachtszeit lesen lassen. Bekannte und weniger bekannte Autor*innen und Übersetzer*innen steuern das ihre zu diesem Reigen bei. Ingvar Ambjørnsen, Selma Lagerlöf und Levi Henriksen sind mit von der Partie. Levi Hendriksen ist sicher vielen durch die Verfilmung seiner Weihnachtsgeschichtensammlung Home for Christmas bekannt und zeigt auch hier wieder seine Kunst in voller Breite. Vigdis Hjorth nimmt uns in ihrer Geschichte mit in die Gedankenwelt einer Alkoholikerin, die ihren Kindern versprochen hat, zum Weihnachtsfest nüchtern zu bleiben, Anette Sørensen-Habel lässt ihre Protagonistin auf der Straße der Erinnerungen wandeln, während sie mit ihrer Freundin Weihnachten feiert. Ach es sind so viele, so wunderschöne, so vielfältige und berührende Geschichten, die sich hier versammelt haben und die sich auch wunderbar zum Vorlesen eignen.

Nordlicht, Elch und Tannengrün – Die schönsten Weihnachtsgeschichten aus Skandinavien

Herausgeber*innen: Gabriele Haefs und Andreas Brunstermann

Taschenbuch, Knaur TB 
02.11.2017, 320 S.
ISBN: 978-3-426-52074-1

Preis: 9,99 €

Maeve Brennan

Maeve Brennan

Im Oktober 2013 war ich in der Stadtbücherei, meistens habe ich dort online bestellt was ich brauche und hole es nur ab. An diesem Oktobertag war das anders. Ich erinnere mich an dieses scheußliche Gefühl, das alle leidenschaftlichen LeserInnen kennen, die Regale sind voll, aber man hat nichts, aber auch gar nichts zu lesen. Also dachte ich, guck doch mal in die Bib, vielleicht findest du etwas. So strich ich die Regale entlang, zog da einmal ein Buch heraus, steckte es wieder zurück, ging weiter und plötzlich fiel mir aus dem BR-Regal Mr. und Mrs. Derdon von Maeve Brennan vor die Füße, dessen Titelbild eine sehr schöne Frau zierte. Warum ich es zurückstellte weiß ich gar nicht mal, vielleicht weil mir der Name der Autorin nichts sagte, vielleicht weil ich keine Kurzgeschichten lesen wollte, sondern einen schönen dicken Roman. Wie auch immer, ich ging weiter und, was soll ich sagen, auf dem Rückweg fiel mir das Buch wieder vor die Füße. Jedenfalls nahm ich es als göttliches Zeichen, dass ich Maeve Brennan lesen sollte und lieh es aus. Abends begann ich zu lesen und am nächsten Tag bin ich sofort wieder in die Bib und habe mir Die Besucherin von M. B. geholt. Mehr war dort nicht zu kriegen und andere Bücher kamen. Allerdings gingen mir die Geschichten nie aus dem Kopf. Beim Lesen dachte ich damals, Maeve Brennan ist in der Lage einen Roman in einer Kurzgeschichte zu erzählen. Auf vielleicht 20 Seiten entfaltet sie eine Geschichte von so einer Vielschichtigkeit, für die andere AutorInnen 300 Seiten gebraucht hätten. Man kann sich also vorstellen, wie entzückt ich war zu erfahren, dass der Steidl Verlag ihre Sämtlichen Erzählungen herausbringt und dass ich 3 1/2 Jahre vor dem Literarischen Quartett auf diese Autorin gestoßen bin.

Maeve Brennan wurde 1917 in Dublin geboren. 1934 siedelte sie mit ihrer Familie nach New York über, wo ihr Vater als erster Gesandter der Irischen Republik tätig war. Sie arbeitete als Werbetexterin für Harpers Bazar und schrieb für den New Yorker. Mit ihrem Ehemann, St. Clair McKelway, seines Zeichens Chefredakteur, des New Yorkers, lebte sie in Sneden’s Landing, einer kleinen Siedlung in der Nähe von New York, wo sie auch ihre Inspirationen zu „Tanz der irischen Dienstmädchen“ fand. Sie litt unter schizophrenen Anfällen und starb einsam und verarmt 1993 in New York.

Der Steidl Verlag hat die Sämtliche Erzählungen von Maeve Brennan, in der Übersetzung von Hans-Christian Oeser, anlässlich ihres 100. Geburtstag herausgebracht.

Der Hund, der zum Bankräuber wurde von Mick Fitzgerald

Der Hund, der zum Bankräuber wurde von Mick Fitzgerald

Der Hund, der zum Bankräuber wurde

Autor: Mick Fitzgerald

Übersetzerin: Gabriele Haefs

ISBN 978-3-9504224-2-9

Preis: 14,00 €

12/2016 – Songdog Verlag Wien

„….Und so blieb es am Ende bei den Erzählungen, die in diesem Buch versammelt sind. Andere wurden nicht geschrieben, und das ist ewig schade.“: schreibt Gabriele Haefs im Vorwort.

Leider hat Mick Fitzgerald das Erscheinen dieses Buches nicht mehr erlebt. Er starb im Mai dieses Jahres und so mischt sich über die Freude darüber, dass es noch zu diesem Buch gekommen ist, ein gerüttelt Maß an Wehmut, denn weitere Geschichten wird es von diesem begnadeten Geschichtenerzähler nicht geben. Aber dieses Buch gibt es und als ich es las, war da wieder die unverkennbare Mick Fitzgerald Stimme, der scharfe Blick und der Sinn für das Absurde. Einige der Geschichten sind ernst und melancholisch, wie D 25 M, die von einem Musiker erzählt, der in einen Strudel aus Gelegenheitsgigs und Alkohol zu versinken droht, bis seine Gitarre, eine Guild D 25 M, zerbricht und er erkennt, dass nicht nur das Instrument einer Reparatur bedarf. Da sind die Geschichten vom großen K, welches ja schließlich seinem Leben ein Ende setzte. Auch eine Weihnachtsgeschichte gibt es und die ist nun gar nicht melancholisch sondern besinnlich satirisch, möchte ich sagen. Ich jedenfalls habe  gelacht wie lange nicht.

In einigen Texten gibt es Liedverse, so aus Rathdrum Fair, denn der Autor war auch Sänger und Schauspieler. In der Geschichte Silberstreifen ist es sein wundervolles Drink Drink Drink, welches sich hier hören lässt.

Ein Buch, welches ich nur wärmstens empfehlen kann.

Ihr Mord, Mylord

Ihr Mord, Mylord

ihr-mord-mylord Ralf Kramp

Ihr Mord, Mylord

Verlag: KBV

ISBN: 978-3-95441-319-5

Seiten 240

10,95 Euro (inkl. MwSt.)
Taschenbuch

Reginald Lord Merridew, übergewichtig und ein wenig versnobt und sein Sidekick, der etwas behäbige Anwalt Nigel Bates ermitteln und zwar in der guten alten Zeit, als der Gedanke an Computer, Smartphone und Internet noch in den Bereich Science Fiction gehörte.  In „Ihr Mord, Mylord“ berichtet Ralf Kramp in acht Kurzgeschichten von ihrem Treiben, welches sie oft in die Nähe bekannter Gestalten bringt. Wer also wissen möchte,  wer Mr. Winterbottom, Sir Tob, Admiral von Schneider und Mr. Pommeroy waren, und welch finstere Machenschaften Lauri Wylie, dazu brachten „Dinner for one“ zu schreiben, ist hier genau richtig.

Ich mochte dieses Buch sehr. Ralf Kramp schreibt amüsant und er hat seine Krimis gelesen. Das gefiel mir besonders, der Bezug auf literarische Vorgänger. Wer hat sich noch nicht gefragt, was aus der schönen Gräfin Helena Andreny aus Agathas Christies „Mord im Orientexpress“ wurde? Lord Merridew und Nigel Bates, bringen es in Erfahrung.

 

Hummel & Honig von Pål H. Christiansen

Hummel & Honig von Pål H. Christiansen

christiansen_humle_homnning-225x300Hummel & Honig

Pål H. Christiansen
EAN: 9788711456316
Libri.Digital: A26267565
Format: EPUB ohne DRM
ebook Ausgabe.
Empfohlen 15 bis 99 Jahre.
Übersetzt von Christine v. Bülow
Lindhardt og Ringhof
März 2016 – epub eBook – 66 Seiten

Klappentext:

Hummel und Honig treffen einander, verlieben sich, ziehen zusammen und erleben so ungefähr alle Höhen und Tiefen einer Beziehung. Aber obwohl Hummel und Honig wie alle Liebespaare streiten, fernsehen, Würstchen zum Mittag essen und sich im Gras lieben, ist doch schwer zu sagen, was für Wesen sie eigentlich sind. Hummel schläft an seinem Kleiderbügel, Honig in ihrem eigenen Haar; er hat neun Zehen am linken Fuß und acht am rechten, und sie verliert bisweilen ihre Muschi.

Frau Braun meint:

Eine wundervolle, fantastische, Geschichte über das Verliebtsein, das Anderssein des anderen und die Erotik. Vom ersten Voneinander nicht lassen können, bis zum Leben der Eigenheiten, in der Beziehung. Alles dabei. Besonders schön, dass Christiansen sich nicht in plumpen Beschreibungen des „Aktes“ auslässt, sondern alles surreal, spielerisch und zärtlich verpackt. Sehr Sehr empfehlenswert.

Der Schlüssel – Máirtin Ó Cadhain

Der Schlüssel – Máirtin Ó Cadhain

Der Schlüssel_sDER SCHLÜSSEL

Autor: Máirtin Ó Cadhain

Übersetzung aus dem Irischen: Gabriele Haefs

Verlag: Kroener

1. Auflage, 100 Seiten, Halbleinen, 250 g
ISBN 978-3-520-60001-1

Preis: 16,90 €

J. ist Papierbeauftragter im Verwaltungsdienst. Eine wichtige Aufgabe, wie ihm jeder versichert. Besonders sein Vorgesetzer S. weist ihn immer wieder darauf hin und gibt ihm Instruktionen, wie sich ein vorbildlicher Papierbeauftragter im irischen Verwaltungsdienst zu benehmen hat. S. ist es aber auch, der J. versehentlich in seinem fensterlosen Büro einschließt und sich danach aufmacht, seinen Urlaub auf der Isle of Man zu genießen. Das wirft Probleme auf, weil so etwas noch nie vorgekommen ist. So gibt es auch  keine vorgeschriebene Vorgehensweise, wie dieses Problem zu lösen wäre. Schließlich kann man nicht einfach Türen aufbrechen, die Verwaltungsdiensteigentum sind. Da müssen erst die Zuständigkeiten geklärt werden.

Máirtin Ó Cadhain hat 1952 begonnen diese Geschichte zu schreiben und sie ist aktuell wie eh und je. Ó Cadhain schrieb auf irisch und wird in Irland mit James Joyce gleichgesetzt. Das ist sicher auch der Grund, warum es seine Werke nicht auf Deutsch gibt. Es gibt nicht allzu viele Menschen die in der Lage sind aus dem Irischen zu übersetzen, Gabriele Haefs kann es und das ist wunderbar. Den Leser*innen dieses Autors wäre sonst wirklich etwas entgangen.   Ein wunderbares Buch.

 

Ein Kräcker unter dem Kanapee von Alan Bennett

Ein Kräcker unter dem Kanapee von Alan Bennett

Ein Kräcker unterm Kanapee

In diesem Büchlein sind sechs Monologe, welcher der englische Dramatiker Alan Bennett für die BBC geschrieben hat. Es sind also nicht ganz typische Kurzgeschichten. Alan Bennett dürfte in Deutschland in erster Linie durch sein Buch: Die souveräne Leserin bekannt geworden sein.

Diese Monologe werden von verschiedenen Menschen geführt. Da ist Graham, ein Muttersöhnchen par excellence, der seine Stellung im Leben der Mutter bedroht sieht, als diese sich mit Heiratsplänen trägt. Da ist Susan, die Pfarrersfrau, die sich schon gerne mal am Messwein vergreift und ein Techtelmechtel mit dem indischen Gemüsehändler hat. Oder Mrs. Ruddock, die sich als moralische Distanz sieht und zu allem und jedem Briefe schreibt, bis sie das in richtige Schwierigkeiten bringt.

Alan Bennett sind da sechs kleine Meisterstücke gelungen. Scharfe Beobachtungsgabe, schwarzer Humor und die Kunst, in kurzen Szenen, ein ganzes Leben entstehen zu lassen, zeichnen den Autor aus.

Ein Kräcker unterm Kanapee von Alan Bennett wurde von Ingo Hertzke aus dem Englischen übersetzt und ist im Wagenbach Verlag erschienen.

Mehr Informationen hier:  https://www.wagenbach.de/component/verlag/titel/747-ein-kraecker-unterm-kanapee.html?Itemid=buecher/titel/

Das unerträgliche Weiß zu Weihnachten – Håkan Nesser

Das unerträgliche Weiß zu Weihnachten – Håkan Nesser

das unertraegliche weissFünf Kurzgeschichten rund um das Fest der Liebe. Es ist für jeden etwas dabei. Egal ob Weihnachten im Schnee oder in der Sonne. Nicht alle sind mörderisch, aber mörderisch gut sind sie alle. Eine der Geschichten ist von Henning Mankell & Håkan Nesser, ein fiktives Treffen ihrer Kommisare Wallander und Van Veeteren am Heilig Abend.

Es ist eine sehr gelungene Kurzgeschichten Sammlung und ganz sicher auch ideal als Weihnachtsgeschenk geeignet.

Die Geschichten wurden von Paul Berf, Christel Hildebrandt und Gabriele Haefs aus dem Schwedischen ins Deutsche übersetzt.

Näheres findet sich hier:

http://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Das-unertraegliche-Weiss-zu-Weihnachten-und-andere-winterliche-Morde/Hakan-Nesser/e462172.rhd

How the Marquis gots his coat back – Neil Gaiman

How the Marquis gots his coat back – Neil Gaiman

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Ein muss für alle Neverwhere Fans, ist diese Kurzgeschichte von Neil Gaiman. Der Marquis von Carabas hat in Neverwhere seinen wundervollen Mantel verloren und ist nun auf der Suche nach ihm. Es geht wieder nach London below. Diesmal sind die Schauplätze die U-Bahn Stationen Elefant & Castle und Shepards Bush. Den Marquis ist es gelungen den Elefanten von Elefant und Castle gründlich zu vergrätzen.

Ich habe diese Geschichte mit großem Vergnügen gelesen.

 

Windjäger – Herausg. Steenbock, Hubmann und Skerhut

Windjäger – Herausg. Steenbock, Hubmann und Skerhut

Hannah Steenbock, Sabrina Hubmann & Martin Skerhut (Hrsg.)

WINDJÄGER
und andere fantastische Pferdegeschichten
Fantasy 17
p.machinery, Murnau, Juni 2015, 192 Seiten, Paperback
ISBN 978 3 95765 033 7 – EUR 8,90 (DE)

Mit dem Pferd kam die Möglichkeit lange Strecken relativ schnell zurückzulegen. Es ermöglichte neue Kampftechniken und auch im Ackerbau sorgte es für Veränderung. Heute werde Pferde eher für sportliche Zwecke eingesetzt und als Prestigeobjekt gehalten, aber es hat seinen Zauber nicht verloren und immer noch beflügelt es unsere Fantasie. Nicht zuletzt ist Pegasus, das geflügelte Pferd aus der griechischen Mythologie, das Wesen das sich von Dichtern und Poeten reiten läßt.

In dieser Anthologie, deren Geschichten durch einen lockeren Rahmen verbunden sind, begegnen wir Pferden in allen möglichen Situationen und lassen uns durch Zeit und Raum tragen. Die Geschichte sind vielfältig und es ist eine Freude den AutorInnen auf ihren Pegasusritten zu folgen.