Das Schicksal wartet beim Friseur von Anna Jansson

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Das Schicksal wartet beim Friseur

Übersetzung aus dem Schwedischen: Gabriele Haefs

Verlag: btb

Taschenbuch, Broschur
ISBN: 978-3-442-71447-6

Wer zu Angelika Lagermark in den Salon d`Amour in Visby, Gotland kommt, hat gute Chancen den Laden nicht nur mit genau der richtigen Frisur zu verlassen, sondern auch sein Glück in der Liebe zu finden. Angelika ist Ende vierzig, seit sieben Jahren Witwe und nicht nur  mit Leidenschaft Friseurin sondern auch, wie sie es nennt, Schicksalsgöttin.  so wird auch ihr Mitarbeiter Ricky von ihr in der Kunst des Ehestiftens unterrichtet und zeigt sich sehr geschickt in der Einschätzung der Kundschaft. Angelika selber allerdings ist immer noch solo, dann verliebt sie sich und zwar nicht sehr glücklich, denn es könnte sein, dass ihr Schwarm in einen Schwindel verwickelt ist, der einige Mitbewohner Visbys um ihr Haus gebracht hat. Auch Angelika gehört zu den Opfern.

Das Schicksal wartet beim Friseur ist ein wundervoller Schmöker und es hat mir viel Spaß gemacht mit Angelika, Ricky und ihren Kunden und Kundinnen Zeit zu verbringen. Anna Jansson schreibt leicht und humorvoll, genau das richtig zum Abschalten. Was ein wenig stört, ist die geradezu haarsträubende Naivität der Protagonistin. Allerdings soll es ja solche Menschen geben …

Miss Terry von Liza Cody

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Miss Terry
Ariadne 1219
Deutsch von Grundmann und Laudan
288 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen
ISBN 978-3-86754-219-7 · 17 €

Nita Tehri lebt in ihrer kleinen Wohnung, in einer ruhigen Straße, ist Grundschullehrerin, sieht gut aus, ist eine fantastische Köchin und … hat Migrationshintergrund. Als in einem Müllcontainer ein totes Baby von ethnischer Herkunft gefunden wird, gerät sie in Verdacht, ist sie doch die einzige dunkelhäutige Bewohnerin dieser Straße. Sie wird von seiten ihrer Nachbarn und der Polizei mit allen Vorurteilen konfrontiert die man sich denken kann und ohne, dass es einen konkreten Anhaltspunkt gibt, steht dort fest. Sie war es, es ist ihr Baby, sie hat es ermordet. Sie wird von ihrer Arbeit freigestellt, muss mit dem wirtschaftlichem Ruin rechnen und das zu allen anderen Problemen. Denn so perfekt, wie es scheint, ist Nita Tehris Leben nicht. Sie muss sich vor ihrer Familie verstecken, die sich von ihr entehrt fühlt und fürchtet um ihr Leben. Sie beginnt auf eigene Faust zu ermitteln, um ihren guten Ruf wieder herzustellen. Dabei entdeckt sie, dass sie sehr wohl Menschen in ihrem Umfeld hat, die sie unterstützen.

Liza Cody hat hier wieder einen ganz besonderes Buch vorgelegt. Es einfach Krimi zu nennen, würde es nicht treffen. Sicher hat gibt es Krimielemente, aber das ist auch schon alles. Liza Codys Figuren sind vielschichtig. So führt Nita noch einen sehr speziellen Kampf, sie will ihren anerzogenen Gehorsam, diesen Drang sich Autoritäten unter zu ordnen, überwinden. Das spielen mit Vorurteilen, beherrscht Liza Cody perfekt, sie lässt sich nicht auf Schwarz und Weiß Malerei ein, sondern beleuchtet die Grautöne. Es ist also nicht einfach ein Krimi, es ist eine Gesellschaftsstudie.

Ich möchte auf ein weiteres Buch von Liza Cody hinweisen, welches ich beeindruckend fand: Lady Bag

http://www.argument.de/belle_index_reload.html?ak/1222.html

The Woman on the Orient Express

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Bezieht sich auf die englische Ausgabe, die deutsche liegt – leider – noch nicht vor. (Sollte aber kommen und zwar schnellstens)

Es ist 1928, Agatha Christie, schwer angeschlagen durch die Trennung von ihrem 1. Mann, will vergessen, ihr Leben neu ordnen … und der Londoner Skandalpresse entgehen. Mit dem berühmten Orient Express, reist sie nach Bagdad. Während der Fahrt lernt sie Katherine Kelling kennen, die bei einer Ausgrabung in Ur arbeitet und die junge Nancy Nelson, die aus ihrer Ehe geflohen ist, schwanger, allerdings nicht vom eigenen Gatten. Trotz ihrer Unterschiede, kommen sich die drei Frauen näher und es entsteht eine tiefe Freundschaft zwischen ihnen. Auch in Bagdad abgekommen, trennen sich ihre Wege nur kurz und schließlich treffen sie sich bei den Ausgrabungen in Ur wieder.

Lindsay Jayne Ashford mischt hier sehr gekonnt, Fiktion und Biografie. Der Aspekt auf die Frauenfreundschaft, die Schilderung der tief verletzten Agatha, die trotz allem Kummers, neugierig ist, auf den Orient und letztlich auch wieder offen für eine neue Liebe, ist schon schön gemacht. L. J. Ashford spricht hier auch die 10 Tage an, die Agatha Christie verschwunden war und über die immer wieder spekuliert wurde, ob es denn nun ein Werbegag war oder Gedächtnisverlust und wirft noch eine weitere Erklärung in den Rind.  In ihrer Autobiografie erwähnt Mrs. Christie diese Zeit mit keinem Wort. Auch wenn Agatha Christie die zentrale Figur ist, so hat Lindsay J. Ashford ihr interessante Charaktere an die Seite gestellt und auch diese vielschichtig gestaltet.

Das Buch ist flüssig und spannend geschrieben. Ich habe es wahrlich genossen und kann es nur wärmstens empfehlen.

http://zapatabuch.shop-asp.de/shop/action/productDetails/29600352/lindsay_jayne_ashford_the_woman_on_the_orient_express_1503938123.html?aUrl=90004785&originalSearchString=the%20woman%20on%20the%20orient

 

 

Am Tiefpunkt genial von Karoline Cvancara

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Am Tiefpunkt genial

Hardcover – EURO 19,90

ISBN 978-3-903091-02-3
264 Seiten, Roman
VÖ 2.11.2015
eBook – EURO 9,99 – erhältlich auf allen Plattformen
ISBN 978-3-903091-05-04
264 Seiten, Roman Wortreich Verlag, Wien

Paul hat nun wahrlich keine Glückssträhne, erst informiert in seine Freundin, dass sie zu seinem Freund Markus zieht und kaum hat er diesen Verlust verschmerzt, erfährt er das sein Chef den Buchladen, in dem Paul mit Begeisterung arbeitet, schließen wird. Paul begegnet diesen Krisen, wie er immer mit Krisen umgeht, er zieht sich mit Wein, Nikotin, Jazz und Büchern in seine Wohnung zurück und leckt seine Wunden. Zu ihm Durchdringen kann nur seine Ex-Freundin Klarissa, die er verlassen hat, weil sie ihm zu nahe kam, eine Tatsache über die er sich mehr und mehr klar wird. Wie auch darüber, dass Stefanie, die ihn wegen Markus mit dem Ferrari verlassen hat, seinem Herzen vielleicht gar nicht wirklich nahe stand. Auch für sein berufliches Problem gebe es eine Lösung, aber dafür müsste Paul bereit sein erwachsen zu werden und Verantwortung zu übernehmen.

Ich habe dieses Buch mit wahrer Begeisterung gelesen. Es ist humorvoll, ironisch, wundervoll optimistisch und das obwohl Paul sich doch sehr schwer tut. Schon alleine wegen seines ausgezeichneten Literatur und Musikgeschmacks, müsste es Spaß machen Paul kennen zu lernen und zu beobachten, wie er sich macht, in der neuen Phase seines Lebens.

Eine Leseprobe gibt es hier: http://verlag-wortreich.at/wp-content/uploads/Leseproben/Am%20Tiefpunkt%20genial_Leseprobe.pdf

 

 

Ins Westeis von Tor Even Svanes

ins_weisteis_s Tor Even Svanes
Ins Westeis

Übersetzung aus dem Norwegischen: Gabriele Haefs und Andreas Brunstermann

Preis: 18,00 €
ISBN: 978-3-95510-115-2

Osburg Verlag

 

Die junge Tierärztin Mari soll im Auftrag der norwegischen Fischereiaufsicht die Ergebnisse des Robbenfangs vor Grönland dokumentieren. An Bord ist sie die einzige Frau.  Die Reise wird für Mari zum Alptraum. Zuerst sind es nur die üblichen sexuellen Anspielungen, doch als sie, schockiert von der Brutalität mit der der Robbenfang vonstatten geht, bekannt gibt, dass sie die Verstöße gegen die gesetzlichen Auflagen melden wird, beginnt der Terror. Als eine dänische Delegation an Bord kommt, erhofft sie sich von dort Hilfe, doch die wird verweigert. Also greift sie zu einer höchst gefährlichen Maßnahme um sich zu retten.

Eine Erzählung über Macht und Verletzbarkeit

… steht im Klappentext. Die norwegische Zeitung Klassenkampen schreibt

Eine nahezu makellose Erzählung. Tor Even Svanes zwingt den Leser, der Furcht ins Auge zu sehen

Beiden kann ich nur zustimmen. Tor Even Svanes erzählt Maris Geschichte in Fragmenten, auf einigen Seiten gibt es nur einen Absatz, eine Zeile, dann wieder ein längeres Stück. So wie Erinnerungen eben nach einem traumatischen Erlebnis kommen. Man wird sofort hineingezogen in diese Alptraumfahrt. Mir hat besonders die klare Sprache gefallen und dass sich der Autor zurücknimmt, man hat nicht einmal das Gefühl, dass Svanes eine Geschichte erzählt, sondern der Leser erfährt Maris Geschichte, es sind ihre Erinnerungen, ihre Angst, ihr Schock über die Brutalität, über die Schießgeilheit der Männer, die sich am Töten der Tiere förmlich berauschen. Ein kleines, aber gewaltiges Buch.

La Laguna von Erika Kronabitter

laguna_cover_web Erika Kronabitter

La Laguna

Verlag Wortreich

Hardcover – EURO 19,90
ISBN 978-3-903091-00-9
232 Seiten, Roman
VÖ 8.5.2016

eBook – EURO 9,99 – erhältlich auf allen Plattformen
ISBN 978-3-903091-15-3
232 Seiten, Roman

La Laguna ist ein Roman mit autobiografischen Zügen. Einmal geht es um Beppo und Hanna, die sich in den 60ziger Jahren kennen und lieben lernen. Die Beziehung zerbricht allerdings an den gesellschaftlichen Zwängen dieser Zeit und der Sturheit von Beppos getrennt lebender Frau, die sich nur scheiden lassen will, wenn sie großzügig abgefunden wird. Das wiederum ist Beppo nicht möglich, da man ihn wahrlich nicht als Erfolgsmenschen sehen kann. Zwar ist er gut ausgebildet, aber zu unstet für eine Anstellung und nicht hart genug, für eine Selbstständigkeit. Hanna verlässt Beppo also mit den zwei Töchtern, die aus der Beziehung hervorgingen und geht eine Vernunftehe ein, um endlich versorgt zu sein.  Irgendwann bekommt, die mittlerweile erwachsene Elena, die ältere Tochter Beppos, die Nachricht, ihr Vater sei auf Tenneriffa ermordet worden. Doch die Nachrichten und Dokumente geben widersprüchliche Daten und Fakten an. Elf Jahre nach Beppos Tod mach Elena sich nach Tenneriffa auf, um zu erfahren, was wirklich geschehen ist und hofft auf Informationen von Beppos Freund Larek.

Erika Kronabitter erzählt die Geschichte um Hanna, Beppo und Elena in Vor- und Rückblenden, was ich anfangs als etwas verwirrend empfand. Doch hat man sich erst einmal auf diesen Erzählstil eingelassen, packt einen die Geschichte und man begibt sich gerne mit Elena auf die Reise. Wie gesagt, die Geschichte ist eine spannende, ein Manko: Die Unausgewogenheit der Figuren. Während Beppo und Hanna, sowie Larek und einige Nebenfiguren sehr klar geschildert sind und Gestalt annehmen, so bleibt Elena sonderbar flach und uninteressant. Ein weiteres: Der Schluss der Suche wird dann doch sehr hingehuscht und abrupt erzählt und so bleiben einige Fäden unverknüpft, was an sich nicht schlimm wäre, aber es ist halt auch nicht genug da, damit die im Leser Geschichte weiterarbeitet. Trotzdem möchte ich das Buch gerne empfehlen.

Eine Leseprobe findet sich hier: http://verlag-wortreich.at/wp-content/uploads/Leseproben/La_Laguna_Leseprobe_ISBN-9783903091009.pdf

Zur Autorin: Erika Kronabitter geboren 1959, Studium der vergleichenden Literaturwissenschaft, Germanistik/Kunstgeschichte, arbeitet interdisziplinär in den bereichen Literatur, Malerei, Konzept-, Video-, Fotokunst.

Mitglied der Grazer Autorinnen Autoren Versammlung und der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik Leipzig. Mehrere Bücher und Preise. Herausgeberin der Lyrik-reihe „Lyrik der Gegenwart“ bei der Edition Ert Science. Organisiert seit 10 jahren den Feldkircher Lyrikpreis, hat den Literaturbahnhof Feldkirch konzipiert.

Rot wie Schnee von Volker Kaminski

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Rot wie Schnee

Autor: Volker Kaminski

Hardcover – EURO 19,90

ISBN 978-3-903091-18-4
248 Seiten, Roman
VÖ 5.9.2016
eBook – EURO 9,99 – erhältlich auf allen Plattformen
ISBN 978-3-903091-21-4
248 Seiten, Roman

Zwei Jahre ist dem erfolgreichen Maler Tom Lautenschläger nichts Richtiges gelungen und auf einmal ist das Bild da. Ein Bild, dass sich von seinen anderen deutlich abhebt. Statt der bunten Gesellschaftsszenen, mit denen er zu Ruhm und Ehren kam, zeigt dieses Bild eine Fluchtszene aus dem 2. Weltkrieg, wie er sie aus den Erzählungen seines Vaters kennt. Im Vordergrund des Bildes ist ein Junge zu sehen, der merkwürdig lebendig scheint.

„Tom war sich sicher, dass der Junge nach ihm rief. Er glaubte seine helle Stimme zu hören, während er den Flur zwischen Küche und Atelier durchquerte. Er knipste das Neonlicht an und betrat das Atelier. Mach dich nicht verrückt, dachte er, es ist doch nur ein Bild.“

Tom Lautenschläger und sein Galerist sind sich einig, das Bild ist ein Meisterwerk und soll in die nächste Ausstellung. Tom ist das Bild unheimlich, nicht nur, dass er das Gefühl hatte, dass der Junge nach ihm rief, das Bild veränderte sich auch ohne Zutun das Malers und es löst eine Menge an Kindheitserinnerungen aus. Das Atelier füllt sich mit Geistern. Unter anderem taucht Toms toter Vater auf, erzählt von früher und mischt sich in alles ein.

Volker Kaminski hat mit „Rot wie Schnee“ einen wundervollen Roman über das Erinnern, und wie individuell wir zurückdenken, geschrieben. Das Buch ist nicht sehr lang und doch hat es einige schwere Themen im Gepäck. Einen Vater Sohn Konflikt, die Auswirkungen des Krieges auf die nächste Generation und eine künstlerische Krise. Trotz dieser Themen ist es kein bedrückendes Buch, ganz im Gegenteil, Volker Kaminski findet die richtigen Worte und das richtige Gleichgewicht. Es ist ein Spaziergang in den Bildern der Erinnerung von Tom Lautenschläger, seinen Schwestern und seinen Geistern, eine mit Worten gemalte Gemäldeserie.

Eine Leseprobe ist hier einsehbar: http://verlag-wortreich.at/wp-content/uploads/Leseproben/Rot%20wie%20Schnee_Leseprobe.pdf

Aus dem Feuer von Ingvar Ambjørnsen

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Ingvar Ambjørnsen

Aus dem Feuer

Roman

Aus dem Norwegischen
von Gabriele Haefs

Deutsche Erstausgabe
Gebunden mit Schutzumschlag,
320 Seiten
€ (D) 22,–

ISBN 978-3-96054-012-0

Alexander Irgens, der Protagonist in »Aus dem Feuer« hat es wahrlich geschafft. Er ist mit seinen Krimis um Stieg Hammer zum Bestsellerautoren geworden und wird von allen Seiten hofiert und geehrt. Als er und seine Geliebte Vilde, nach einem Dinner mit elf Buchhändlerinnen einen aufdringlichen Fan übel zusammenschlagen, flieht er in Richtung Island und später Deutschland und lässt Vilde, ebenso wie seine Ehefrau Ada mit dem Scherbenhaufen und der begeisterten Presse zurück. Als sich die Wogen glätten kehrt er nach Norwegen zurück und es scheint, dass sich alles zum Besten fügt. Irgens ist in der Heimat, die er verloren glaubte, und bei sich angekommen. Ehrungen winken. Er soll den Poirot Krimipreis erhalten und Ehrenbürger seiner Heimatstadt soll er auch werden, doch wie es so mit der Vergangenheit ist, so ganz wird man sie nie los. Passend zum Poirot Preis, verhandelt dann auch Claes Otto Gedde, einigen sicher noch aus »Eine lange Nacht auf Erden« bekannt, die Causa Irgens in typisch poirotscher Manier.

Es ist immer wieder eine Freude Ambjørnsen zu lesen, besonders, wenn er sich, wie bei diesem Roman, in Hochform befindet. Es ist alles im richtigen Maße vorhanden, die poetischen Naturbeschreibungen, die Hintergrundgeschichte der Charaktere. Diese nicht in aller Breite ausfabuliert, sondern angedeutet, Raum für eigene Interpretationen lassend. Ein Buch, das man nicht aus der Hand legen mag.

»Aus dem Feuer« gehört zu einem Reigen verschiedener Romane, die nicht inhaltlich, mit einander verbunden sind. So treffen wir auf Personen aus früheren Büchern, wie etwa dem enfant-terrible Claes Otto Gedde, der immer für einen Überraschungseffekt gut ist.

Die Schilderung des Alexander Irgens und seine Art durchs Leben zu gehen, ist wundervoll gelungen. Mehrfach beim Lesen, begann ich ihn fast gern zu haben, bis eine Stimme in meinem Hinterkopf einsetzte und flüsterte: »Spinnst du? Der Kerl ist doch ein egoistisches, karrieregeiles Arschloch, der sich um nichts und niemanden, außer sich selber schert.« Ein wunderbar ambivalenter Charakter.

The Girls von Emma Cline

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Autor: Emma Cline

Übersetzer: Nikolaus Stingl

Verlag Hanser

Kalifornien,  Ende der sechziger Jahre, Evie Boyd ist gerade 14 geworden und langweilt sich, fühlt sich überflüssig. Die Eltern sind gerade geschieden, der Vater hat eine neue Freundin und die Mutter ist sehr damit beschäftigt sich selbst zu finden. Keiner beachtet Evie, sie ist sich in der Regel selbst überlassen. Da trifft sie im Park auf The Girls, lange Haare, ausgefranste Kleider und Freiheit verströmend. Sie ist fasziniert, besonders von Susanna, die sie einige Tage später wieder trifft und die sie mit auf die Ranch nimmt, wo The Girls mit Russel leben, der so eine Art Guru für sie ist. Evie ist fasziniert von dem Leben dort und vor allem, sie ist dort bei Menschen, die sie sehen. So wird sie ebenfalls zu einem der Girls, wenn auch eher am Rande. Dann kommt die Nacht in der „es“ passiert. Susanna und einige Leute von der Ranch fahren zum Haus eines bekannten Musikers und ermorden brutal alle, die sie dort vorfinden.

Unschwer ist in Russel und den Girls die Manson-Family zu erkennen, die Ende der 60ziger Jahre unter anderen die schwangere Sharon Tate und ihre Freunde ermordeten. Allerdings ist es nicht eins zu eins übernommen und, dass ist für mich das faszinierende an diesem Buch, ist auch nicht das Hauptthema. Es geht vielmehr um Evie und wie dieses Ereignis, an dem sie nicht beteiligt war, ihr Leben dauerhaft beeinflusst. Sie war nicht an den Morden beteiligt und doch verschafft ihr die Nähe zu Russel und seinen Leuten eine ungewollte Berühmtheit. Eigentlich ist ihr gesamtes weiteres Leben von der Frage begleitet: Wäre auch ich zu so einer Tat fähig gewesen?

Emma Cline erzählt die Geschichte nicht aus der Sicht der jungen Evie, sondern lässt sie als Frau in mittleren Jahren, die immer wieder von Flashbacks an diesen Sommer heimgesucht wird, darüber reflektieren.

Emma Cline ist 1989 geboren und „The Girls“ ist ihr erster Roman. Das Buch hat mich wirklich begeistert. Clines Personen sind so feinfühlig geschildert, dass sie leben, sie ist sicher in Metaphern und obwohl ihre Art zu schreiben durchaus poetisch ist, ist sie auch knapp. Da gibt es kein zuviel. Ein beeindruckendes Buch, das zurecht mit Lob und Preis überschüttet wird.

Harry Potter and the Cursed Child von J.K. Rowling, Jack Thorne and John Tiffany

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von: J.K. Rowling, Jack Thorne and John Tiffany

The Official Script Book of the Original West End Production.

EAN: 9780751565355

Es ist 19 Jahre nach der Schlacht um Hogwarts. Harry ist mittlerweile ein überarbeiteter Ministeriumsmitarbeiter und gestresster Vater. Mit seinem 2. Sohn Albus kommt er so gar nicht zurecht und der auch nicht mit ihm. Das Albus in Haus Slytherin gelandet ist, statt wie der Rest seiner Familie in Gryffindor, und sein bester Freund Scorpio Malfoy ist, der Sohn des Mannes, den Harry seit dem ersten Kennenlernen verabscheut, hilft auch nicht weiter. Dann machen sich Albus und Scorpio auf die Vergangenheit zu ändern, um ein vermeintliches Unrecht wieder gerade zu rücken und die Hölle bricht los.

Harry Potter and the cursed child ist kein Roman, sondern das Script zu dem Theaterstück, welches jetzt im Londoner Westend läuft. Mich lässt es sonderbar zwiegespalten zurück. Einerseits ist die Geschichte gut! Keine Frage. Allerdings hätte ich sie lieber als Roman gelesen, denn als Script. Auch bin ich nicht von dem Wunsch erfüllt, mir das Stück jemals anzusehen. Viel zu überladen und eigentlich eine Parade aller wichtigen Charaktere und Schauplätze. Nee, als Film vielleicht, aber am allerliebsten als Buch, wenn es denn schon eine Fortsetzung der Harry Potter Saga sein musste.