Wer ist Hamstedt von Torsten Schmandt

Wer ist Hamstedt_sWer ist Hamstedt?

Autor: Torsten Schmandt (tortitch)

Dystopie

Selfpublished

Hamstedt hat einen lausigen Job bei der Müllabfuhr, er wird von seinen Kollegen gemobbt und Freunde hat er auch nicht wirklich, jedenfalls nicht in seinem direkten Umfeld, denn Hamstedt ist ein UKat, was in seiner Welt „Unterste Kategorie“ bedeutet. Sein Freund Karel dagegen ist ein »Premium« und hat einen dem entsprechend interessanten Job. Eines Tages beginnt Karel Fragen zu stellen. Etwa ob sie einen Chip im Kopf haben und so überwacht werden können? Auch Hamstedt wird neugierig und beginnt in Frage zu stellen, ob das Leben in der Kuppelstadt „Kosmos“ wirklich so sicher ist. Ist die Welt außerhalb wirklich so furchtbar und gefährlich, wie alle denken? Und gibt es keinen sicheren Weg nach draußen? Vor allem fragt sich Hamstedt: Wer bin ich eigentlich? Habe ich Eltern? Bin ich ein Mörder?

Mir wurde das Buch von einem Bekannten empfohlen und so habe ich mich dran gemacht, es zu lesen und ich bin sehr angetan. Torsten Schwandt erzählt Hamstedt Geschichte interessant und schildert die Welt, in der H., lebt sehr anschaulich.
Einziges Manko: Zum Ende geht es denn sehr rasch und insgesamt hätte es nicht geschadet, wenn die Geschichte länger wäre. Alles in allem, ein gelungenes Werk.

Selfpublishing hat ja öfters seine Mankos. Dieses Buch ist wirklich gut gemacht.

Der neue Roman von Karen Duve

Macht Karen duve

Seit „Dies ist kein Liebeslied“ und „Regenroman“ gehört Karen Duve zu meinen Lieblingsautor*innen. Auch ihre Sachbücher wie „Anständig essen“ und „Warum die Sache schiefgeht“, habe ich gerne gelesen. Bei letzteren dachte ich schon: Da kommt doch bald was belletristisches. Nun ist es da. Heute morgen konnte ich es auf den Reader laden.

Klappentext:

Frauen haben die Regierung an sich gerissen, Pillen geben ewige Jugend, religiöse Endzeitsekten schießen wie Pilze aus dem Boden und ein genervter Mann kettet seine Frau kurzerhand im Keller an …

Wir schreiben das Jahr 2031: Staatsfeminismus, Hitzewellen, Wirbelstürme, Endzeitstimmung und ein 50-jähriges Klassentreffen in der Hamburger Vorortkneipe ›Ehrlich‹. Dank der Verjüngungspille Ephebo, der auch Sebastian Bürger sein gutes Aussehen verdankt, sehen die Schulkameraden im besten Rentenalter alle wieder aus wie Zwanzig- bis Dreißigjährige, und als Sebastian seine heimliche Jugendliebe Elli trifft, ist es um ihn geschehen. Wen interessiert es da noch, dass die Krebsrate von Ephebo bei 60% innerhalb der nächsten zehn Jahre liegt?

Alles könnte so schön sein, wäre da nicht Sebastians Frau, die ehemalige Ministerin für Umwelt, Naturschutz, Kraftwerkstilllegung und Atommüllentsorgung, die er seit zwei Jahren in seinem Keller gefangen hält. Dort muss sie ihm seine Lieblingskekse backen und auch sonst in jeder Hinsicht zu Diensten sein. Seiner neuen Liebe steht sie jetzt allerdings im Weg. Bei dem Versuch, sich seine Frau vom Hals zu schaffen, löst Sebastian eine Katastrophe nach der anderen aus…

 

 

Das Orakel vom Berge von Philip K. Dick

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Die Geschichte spielt in einer Wirklichkeit, die sich von der unseren unterscheidet. In dieser haben die Achsenmächte den 2. Weltkrieg gewonnen. Deutschland und Japan haben die USA unter sich aufgeteilt. Die Grenze bilden die Rocky Mountains, westlich davon steht alles unter japanischer Herrschaft, östlich unter deutscher, genauer gesagt, es herrschen die Nazi und zwar mit eiserner Hand. Philip K. Dick hat dieses Buch Anfang der 60ziger Jahre geschrieben, daher tauchen einige vertraute Namen auf, wie etwa Bormann, Goebels, von Schirach usw. Die Geschichte beginnt aber in San Francisco. Ein Buch macht von sich reden, in dieses Buch flüchten sich die Menschen, dieses Buch beschreibt eine Wirklichkeit, die der unseren ähnelt. Also die Allierten waren die Sieger. Der Autor des Buches soll auf einer Bergfeste in den Rocky Mountains leben und Juliana, eine der Protagonistinnen, macht sich auf die Suche nach ihm.

Das I-Ging, das chinesische Buch der Wandlungen spielt eine entscheidende Rolle im Orakel vom Berge. Die Menschen in der japanischen Zone suchen oft Rat im I-Ging und so hielt es auch der Autor.  Philip K. Dick hat während des Schreibens, immer wieder das I-Ging befragt. Das Orakel vom Berge ist ein Klassiker der Sciencefiction Literatur und das seit vielen Jahren. Wir haben es schon lange im Bücherschrank stehen, aber irgendwie war nie die richtige Zeit es zu lesen. Erst vor einigen Tagen, war auf einmal der Wunsch da. Also habe ich es mir als E-Book besorgt, weil ich unser Exemplar nicht finden konnte. Bei über 1000 Bücher im Haus, kommt dass schon mal vor.

Doch wie fand ich das Buch nun? Es hat mir sehr gut gefallen, aber ich muss auch einige Abstricke machen. Fangen wir vorne an: Das Leben in dem fiktiven San Francisco und die Berührungspunkte mit der Nazizone und Berlin, beschreibt Dick sehr ausführlich, wie auch die Auswirkungen, die das „Buch“ im Buch hat. Da baut sich ein guter Spannungsbogen auf und auch die zweite Plotlinie, um Juliana, die sich auf den Weg macht, um den Autoren zu treffen, der das Buch das alle fesselt geschrieben hat, ist interessant gemacht. Allerdings kommt Dick dann sehr schnell zum Ende. Auf den letzten vierzig Seiten hat man das Gefühl, dem Autor ist die Puste ausgegangen. Trotzdem ist es eine tolle Geschichte und ich bin froh, dass ich sie gelesen habe.

Es gibt eine Fernsehserie zum Buch: The Man in the Highcastle, welche hochgelobt wird. Ich habe mir einige Trailer angesehen und glaube, wer das Buch nach Ansehen der Serie liest, wird enttäuscht sein. Es ist bei weitem nicht so temporeich und aktionsgeladen. Was der Spannung der Geschichte keinen Abbruch tut.

Philip K. Dick – Das Orakel vom Berge ist im S. Fischer Verlag erschienen und wurde von Norbert Stöbe aus dem Amerikanischem ins Deutsche übersetzt.

Mehr Infos finden sich hier: http://www.fischerverlage.de/buch/das_orakel_vom_berge/9783596905621