Harry Potter and the Cursed Child von J.K. Rowling, Jack Thorne and John Tiffany

harrypotter8Harry Potter and the Cursed Child

von: J.K. Rowling, Jack Thorne and John Tiffany

The Official Script Book of the Original West End Production.

EAN: 9780751565355

Es ist 19 Jahre nach der Schlacht um Hogwarts. Harry ist mittlerweile ein überarbeiteter Ministeriumsmitarbeiter und gestresster Vater. Mit seinem 2. Sohn Albus kommt er so gar nicht zurecht und der auch nicht mit ihm. Das Albus in Haus Slytherin gelandet ist, statt wie der Rest seiner Familie in Gryffindor, und sein bester Freund Scorpio Malfoy ist, der Sohn des Mannes, den Harry seit dem ersten Kennenlernen verabscheut, hilft auch nicht weiter. Dann machen sich Albus und Scorpio auf die Vergangenheit zu ändern, um ein vermeintliches Unrecht wieder gerade zu rücken und die Hölle bricht los.

Harry Potter and the cursed child ist kein Roman, sondern das Script zu dem Theaterstück, welches jetzt im Londoner Westend läuft. Mich lässt es sonderbar zwiegespalten zurück. Einerseits ist die Geschichte gut! Keine Frage. Allerdings hätte ich sie lieber als Roman gelesen, denn als Script. Auch bin ich nicht von dem Wunsch erfüllt, mir das Stück jemals anzusehen. Viel zu überladen und eigentlich eine Parade aller wichtigen Charaktere und Schauplätze. Nee, als Film vielleicht, aber am allerliebsten als Buch, wenn es denn schon eine Fortsetzung der Harry Potter Saga sein musste.

Das schwarze Loch in mir von Anders Johansen

das_schwarze_LochAnders Johansen
Das schwarze Loch in mir
Roman

Übersetzt aus dem Dänischen von Gabriele Haefs

Buch NEU 295 Seiten

ISBN:978-3-407-82172-0

Erschienen:11.07.2016 Ab 12 Jahre

Fjeldvig ist ein kleiner Ort auf den Faröer, der durch ein Bergmassiv von der übrigen Welt abgetrennt ist und in dem sich das Leben noch recht archaisch gestaltet. Hier wächst David auf. David ist Autist. Als ein Tunnel das abgeschiedene Dorf mit dem Festland verbindet, verändert sich das Leben im Dorf und auch für den 14 jährigen David, der auf Grund seiner Erkrankung nicht sehr gut mit Veränderungen umgehen kann. Sein Bruder Peter ist ihm eine große Unterstützung, doch Peter träumt auch davon, Fjeldvig zu verlassen und ein eigenes Leben zu beginnen. Als David ungewollt einen Unfall verursacht, überschlagen sich die Ereignisse.

Anders Johansen hat wahrlich ein besonderes Buch, über einen besonderen Ort, mit einem besonderen Protagonisten geschaffen. Als ich den Klappentext las war ich sehr gespannt, wie Johansen Davids Autismus seinen Leser*innen begreiflich machen will. Das hat er sehr elegant gelöst, er beschreibt die Krankheit nicht, sondern zeigt durch Rückblenden Situationen in Davids Leben und wie er sich in diesen verhält. David hat so einiges zu bewältigen. Da ist sein eigenes Heranwachsen und ihm wird bewusst, wie fragil, die Sicherheit ist, die das überschaubare Dorf und seine Familie ihm geben. Ich bin sehr angetan von diesem Buch und kann es nur wärmstens weiterempfehlen.

Vom Ende der Einsamkeit – Benedict Wells

Vom Ende der EinsamkeitVom Ende der Einsamkeit

Autor: Benedict Wells

Verlag: Diogenes

Roman, Hardcover Leinen, 368 Seiten
Erschienen im März 2016
ISBN 978-3-257-06958-7
€ (D) 22.00 / (A) 22.70
sFr 30.00*
* unverb. Preisempfehlung

 

 

Eine schwierige Kindheit ist wie ein unsichtbarer Feind: Man weiß nie, wann er zuschlagen wird.

Jules, Liz und Martin, wachsen geliebt und behütet von den Eltern auf, bis das Unglück zuschlägt. Beide Eltern sterben bei einem Autounfall, die Kinder kommen aufs Internat, sind nun auf sich gestellt. Liz versucht der Einsamkeit, durch Drogen und Männer zu entfliehen, Marty stürzt sich in die Arbeit und Jules, der jüngste findet in Alva eine Freundin. Irgendwann glauben die Drei das Trauma ihrer Kindheit überwunden zu haben, doch dann, unerwartet schlägt es wieder zu und macht es den Geschwistern, die in ihrer Kindheit sehr verbunden waren, schwer, die alte Nähe wieder herzustellen.

So weit, so gut. Das Buch wurde ja in den Literatursendungen sehr gelobt und auch sonst wurde Bewunderung über Benedict Wells ausgeschüttet. Im ersten Drittel habe ich mich gefragt: Warum ist das so? Sicher war die Geschichte interessant, es las sich auch gut, aber es fielen mir auch so einige Kinken in den Charakteren auf. Dann aber nahm es deutlich an Fahrt auf und ich verstand die Begeisterung deutlich besser und doch konnte es mich nicht so hinreißen, wie einige andere. Ich würde immer noch sagen, es ist ausgesprochen lesenswert, aber eben nicht das Meisterwerk, wie allseits verkündet. Es ist nicht so sehr die Handlung, die ist gut durchdacht und hat einen schönen Erzählfluss, mehr sind es die Charaktere, deren Handlungen und Gedanken mir nicht stimmig vorkommen.

Die Halbwertszeit der Liebe von Corinna T. Sievers

C. T. Sievers

Margarete Dorn ist gerade 45 geworden. Sie lebt in Trennung, ist Schönheitschirugin mit eigener Praxis in Zürich. Neben den üblichen Fettabsaugungen und Botoxeinspritzungen, forscht sie zum Thema Penisverlängerungen. Also eine gestandene Frau, wirtschaftlich unabhängig, beruflich erfolgreich und emotional unterentwickelt. Sie beschreibt sich den Leser*innen gleich zu Anfang als alibidös und dismorphob. Sie hat also kein sexuelles Verlangen und findet sich unattraktiv. Eine Meinung mit der sie weitgehend alleine steht. Denn die Dame sieht gut aus. 181, knabenhafte Figur, lange blonde Haare und doch einsam und unerfüllt. Dem soll nun Abhilfe geschaffen werden, denn Margarete hat sich fest vorgenommen: Heute werde ich mich verlieben. Aber es soll nicht irgendeiner sein. Darstellen soll er schon etwas. Als ihr Professor Dr. Hans Heinrich vorgestellt wird, ein großer, übergewichtiger Mann, der nicht gerade sympathisch daher kommt, entscheidet sie sofort: Der soll es sein. Denn Frau Dr. Dorn hat gewisse Ansprüche. Beim Reflektieren über ihre Ehe mit Franz, sagt sie:

„Seinen Hang zu billigen Sex habe ich ihm nie verübelt, ihn allerdings auch nicht teilen können, nie würde ich ein nicht akademisches Glied vorlassen.“

Der Herr Professor ist auch interessiert und das Drama beginnt und findet seinen Höhepunkt auf einer Bergtour … und endet mit zwei Toten.

Mit dem Lesen beginnt ein Ausflug in die Gedankenwelt der Margarete Dorn. Diese in vielerlei Hinsicht gestandene Frau, hat kaum Zugang zu ihren Emotionen und bedient in Beziehungen Erwartungen. Wo sie in beruflicher Hinsicht selbstbewusst und konsequent ist, mutiert sie in Beziehungen zum kleinen Mädchen. Ein angedeuteter Missbrauch seitens des Vaters, liefert hier vielleicht eine Erklärung. Als sie ihren Professor trifft, entwirft sie förmlich einen Schlachtplan ihn zu erobern. Doch auch der Herr Professor hat seine Macken, er empfindet Lust am stärksten, wenn er sich mit einem Rivalen konfrontiert sieht. Um dieses Lustgefühl zu erzeugen, neigt er zu Rollenspielen, die gleichzeitig den Zweck erfüllen sollen, seine Partnerin zu infantilisieren. Hier ist besonders spannend, wie leicht Margarete sich auf diese Manipulationen einlässt, während sie gleichzeitig jede Situation kühl analysiert und in medizinische Termini verpackt. Doch unter all dieser Kühle ist der Wunsch nach Nähe, nach sexueller Erfüllung und nach einem Kind.

Corinna T. Sievers wurde auf Fehmarn geboren und lebt heute in der Schweiz, wo sie eine Praxis für Kieferorthopädie betreibt. Die Halbwertszeit der Liebe ist ihr 4. Roman und ist in der Frankfurter Verlagsanstalt erschienen.

Fazit: Empfehle ich uneingeschränkt und gerne weiter.

Mehr Infos zum Buch hier: http://cms.frankfurter-verlagsanstalt.de/fva.php?page&p=DE,27315,,,,,