Der Kopf in der Schlinge von Kay Hoff

Der Kopf in der Schlinge

Handlung:

Die über neunzigjährige Anna Loos liegt im Sterben. Versorgt wird sie von diversen Verwandten aus drei Generationen. Anna Loos geht davon aus, das der Mensch nur im Rahmen der gegebenen Umstände handeln kann. Ihre Enkelin Kerstin wiederum will wissen, wie die Rolle der Großmutter in der Nazizeit war. Warum sie sich so und nicht anders verhalten hat.  Während die Familie Anna Loos in den Tot begleitet, kommt so das eine oder andere Familiengeheimnis ans Tageslicht.

Das dies sowohl zeitgeschichtlich, als auch literarisch ein wichtiges Buch ist. Kay Hoff lässt die Geschichte der Familie Loos/Ewerdyn durch die verschiedenen Familienmitglieder erzählen und schafft so ein breites Bild. Jeder der Beteiligten hat eine andere Herangehensweise. Widersprüchliches wird hinterfragt und das eine oder andere Bild kriegt einen Knacks. Da ist Onkel Jürgen, der nach dem Krieg als Mitläufer eingestuft wurde, dessen Briefe aus der Zeit zwischen 1933 und 1945 sprechen allerdings eine ganz andere Sprache. Da sind die Kinder Annas, die immer unter ihrer ehrgeizigen, manchmal lieblosen Mutter gelitten haben.

Es geht um die Generation der Verdränger_innen und um die Nachkriegsgeborenen, die das Verdrängte, nicht im Dunkeln lassen wollen. Die verstehen wollen, warum die Menschen, die sie als aufrichtig, liebevoll und ehrlich kennen, mitgemacht haben.

Fazit: Unbedingt Lesenswert!

Der Kopf in der Schlinge
Kay Hoff
Agimos Verlag Kiel
E-Mail: agimos@aol.com

About KaBra

Karin Braun, 59 Jahre, begeisterte Leserin und Erzählerin. Im Grunde mache ich dauernd was mit Worten. Entweder lese ich oder ich schreibe und oft schreibe ich über das Gelesene.

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