Die Nacht träumt vom Tag – Ingvar Ambjørnsen

Die Nacht träumt vom Tag – Ingvar Ambjørnsen

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Handlung:

Eine Gemeinschaft Aussteiger, Einzelgänger und Illegalen lebt in den Wäldern Nordnorwegens.  Auch Sune hat dort sein Revier. Er lebt von dem was der Wald so bereit hält und vom Fischfang. Auch bricht er schon mal in die eine oder andere Hütte ein, nimmt von dort, was er braucht und repariert im Gegenzug schon mal das eine oder andere oder streicht die Wände. Sune ist ein Einzelgänger. Er krankt am „normalen“ Leben und hat sich von Familie und Verantwortung zurückgezogen. Zwischen der Aussteiger-Gemeinschaft fungiert er als eine Art Bote. Eines Tages nun läuft ihm eine schwer verletzte Vietnamesin zu, die er Vale nennt. Da ist es erst einmal mit der Gemütlichkeit vorbei. Denn Vale hat sich so erfolgreich gegen die Vergewaltigung durch zwei Männer gewehrt, dass der eine tot ist und der andere schwer verletzt. Nun ist die Polizei hinter ihr her und natürlich auch hinter Sune …

Frau Braun meint:

Jedesmal wenn Ingvar Ambjørnsen ein neues Buch heraus bringt, denke ich: Mal sehen, ob er es diesmal geschafft hat, etwas Mittelmäßiges zu schreiben. Das kriegt der Mann, aber einfach nicht hin. Was ja auch gut ist. Trotzdem ist es erstaunlich wie gleichmäßig Ambjørnsen sein Niveau hält. So auch diesmal. DIE NACHT TRÄUMT VOM TAG ist ein nachdenkliches, tief berührendes Buch.

So über die Jahre habe ich mich fast durch das Gesamtwerk des Autors gelesen und stimme dem Verlag zu. Er knüpft mit diesem Buch an frühere Werke wie WEIßE NIGGER und DER LETZTE DEAL an, keine Frage, doch trotz  vieler Ähnlichkeiten ist es neu und frisch. Da wird nicht Altes aus Einfallslosigkeit wiedergekäut, sondern elegant integriert. Die Themen die angesprochen werden sind ausgesprochen heutig. Sei es die Flüchtlingsproblematik und der politisch und gesellschaftliche unmenschliche Umgang damit,  der Menschen zu Illegalen stempelt oder der zu erwartende Zusammenbruch des Weltwirtschaftssystems.  Es ist alles da und alles ist miteinander verknüpft. Gewalt und Zärtlichkeit, Dunkles und Helles. Auch im Erzählstil gehen die Gegensätze eine gelungene Symbiose ein. Einerseits knapp, klar, fast lakonisch und andererseits nahezu poetisch und leicht. Die Naturbeschreibungen der Wälder Nordnorwegens lassen den Wunsch aufkommen, sofort aufzubrechen und sich dort niederzulassen.

Das Buch ist in der Edition Nautilus erschienen.

Fazit:

Lesen! Sofort und auf der Stelle!

Ingvar Ambjørnsen

Die Nacht träumt vom Tag

Roman

Aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs

Deutsche Erstausgabe
Gebunden mit Schutzumschlag,
274 Seiten
€ (D) 22,–

ISBN 978-3-89401-788-0

Erschienen Februar 2014 

 

 

 

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