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Dieses Buch ist bereits 2003 erschienen und ich habe es aus der Bücherei. Ich war auf der Suche nach etwas Leichtem zum schnellen Weglesen und fand den Titel witzig. Die Autorin sagte mir nichts und irgendwie dachte ich: Na ja, mal wieder son bisschen Frauenschmonz lesen, warum nicht. Als ich mich an die ersten Seiten machte, dachte ich immer noch, so eine Art Latina Sex and the City, doch dann wurde ich sehr positiv überrascht.

Die Handlung:

Usnavy, Lauren, Elizabeth, Sara, Amber und Rebecca waren gemeinsam auf dem College, kommen aus den unterschiedlichen Lateinamerikanischen Ländern, leben nun in Boston und sie haben es geschafft. Sie nennen sich, in Gedenken ans College „Sucias“, was so viel wie böse Mädchen bedeutet. Im College haben sie sich das Versprechen gegeben, sich zweimal im Jahr, egal unter welchen Umständen zu treffen und dieses Versprechen haben sie gehalten. Das buch beginnt mit dem Treffen, nach dem sich so einiges verändert, denn durch eine Verkettung von Umständen kommen die ganzen kleinen und großen sorgsam gehüteten Geheimnisse auf den Tisch und es soll sich zeigen, dass es sehr wohl Freundschaft und Solidarität unter Frauen gibt.

Frau Braun meint:

Was sich im Klappentext, als eine Mischung aus Sex and the City und Hanni und Nanni liest, erweist sich bei näherer Betrachtung als vielschichtige Millieustudie. Zum einen haben die Frauen in ihren Berufen mit den gängigen Klischees zu kämpfen. Neben dem Rassismus der weißen Gesellschaft, sind auch Animositäten unter den verschiedenen Herkunftsregionen. Da ist Lauren, die Koluministin mit dem kubanischen Vater und einem Chefredakteur der sie immer wieder zurückpfeift, wenn sie gesellschaftspolitisches thematisiert. Der möchte sie als witzige, flippige Latina sehen, die locker vor sich hinplaudert, was sie ständig zu Kompromissen zwingt. Da ist Elizabeth, die wunderschöne schwarze Kolumbianerin, hochgelobt als Nachrichtensprecherin, bis eine Klatschkolumnistin sie als Lesbe outet und eine regelrechte Hexenjagd auf sie beginnt.

Doch nicht nur der Druck der weißen-protestantisch geprägten Gesellschaft Bostons konfrontiert die Frauen immer wieder mit ihrer Herkunft, sondern auch ihre Familie. Sie haben es nicht leicht, sich nicht von dem Gezerre, der Erwartungen, der Traditionen und den eigenen Wünschen, zerreißen zu lassen.

Alisa Valdes-Rodriguez zeigt wie vielschichtig Rassismus ist. Wie schwer es ist, seinen Weg in einer Leistungsgesellschaft mit Migrationshintergrund zu gehen. Ihr Ton ist locker und leicht, aber sie ist nicht seicht.  Die Charaktere sind dreidimensional und ich konnte mir leicht vorstellen, mit  der einen oder anderen ein Bier trinken zu gehen.

Die Übersetzerin aus dem Amerikanischen ist: Catrin Fischer.

Dirty Girls Social Club
Alisa Valdes-Rodriguez
  • Verlag: Rowohlt Tb. (2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 349923632X


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