Vigdis Hjorth
Übersetzerin: Gabriele Haefs
ISBN: 9783955100919
Osburg Verlag
Preis: 20,00 €
Die Textilkünstlerin Alma hat es nicht so mit Menschen. Aber sie liebt ihr Haus. Dumm nur, dass sie die Einliegerwohnung vermieten muss, denn was sie mit ihren Aufträgen verdient reicht nicht so ganz zum Leben. Eines Tages vermietet Alma, aus der Angst heraus so schnell keine anderen Mieter zu finden, an ein polnisches Paar, dass ihr in vielen suspekt erscheint. Misstrauisch beäugt sie die Fremden nun in ihrem Alltag.
Als ich zu lesen begann dachte ich: Verdammt! Bewusstseinsstrom. Das kann so leicht schiefgehen. Nicht so bei Vigdis Hjorth, die ihre Leser mit in Almas Gedankenwelt nimmt. Diese nicht sehr der Welt zugewandte Frau, deren Welt ihr Haus ist. Es gibt da zwar einen Liebhaber, aber der bleibt blass. Es gibt da auch Kinder, die mittlerweile erwachsen sind, aber auch die spielen keine Rolle mehr. Alma lebt in ihrer eigenen Welt, geniesst die Augenblicke in denen sie Kunst erschafft und ab und an, wenn ihr die Welt zu eng wird, bricht sie aus und verreist. Aber immer alleine. Die erzwungene Nähe zu den polnischen Mietern kann sie nur schwer ertragen. Gleichzeitig sind diese die einzigen Menschen, die sie interessieren und mit denen sie sich beschäftigt.
Vigdis Hjorth hat da ein wunderbares Buch geschrieben und obwohl sie kaum etwas über Almas Vergangenheit und ihre Herkunft preisgibt, alles wird nur angerissen, ist diese Alma unglaublich plastisch und sie denkt die Gedanken, die wir auch manchmal denken und uns dann schämen.
Fazit: Ein wunderbares, gehaltvolles Buch


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