Ich lese seit frühster Kindheit. Bücher waren, und sind für mich, eine Erweiterung meiner Welt; und sie haben mir über viele dunkle Stunden hinweggeholfen. Ich glaube jedeR Leser*in kennt das, alles geht schief, die Welt droht unterzugehen, da greift man zum Buch. In solchen Fällen sind es oft die alten Lieblinge die helfen. Bei mir steht in Lebenskrisen oder einfach mal so, immer wieder Georgette Heyer auf dem Plan. Das erste Buch, welches ich von ihr las war „Der Page und die Herzogin“, im Original: These old Shades.

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Damals war ich dreizehn und eine Schulfreundin hatte mir das Buch geliehen. Ich war übrigens dieses merkwürdige Kind, das ganze Nachmittage in der Bücherei rumhängen konnte und dort habe ich mir auch so nach und nach alle anderen Romane von Georgette Heyer besorgt. Und selbst jetzt, 45 Jahre nach dem ersten Kontakt, lese ich sie immer noch. Und viele meiner Freundinnen tun es auch und verbinden mit dieser Autorin ähnliche Erlebnisse und ihre Erwähnung zaubert ein besonders glückliches Lächeln auf die Gesichter. Es gibt aber auch so einige, die einem mit einem süffisanten Lächeln begegnen und meine: Die hat doch nur Liebesschnulzen geschrieben. Meist haben diese Leute keines der Bücher Georgette Heyers gelesen. Sicher geht es bei ihr um Liebe, wie in vielen anderen Büchern auch. Aber als schnulzig würde ich die Bücher nicht beschreiben. Es sind historische Liebesromane. Die gerne im Rokoko oder Regency in England und Frankreich spielen. Immer sind ihre Frauenfiguren, stark und haben einen unabhängigen Geist. Georgette Heyer beherrschte neben dem Wissen, um die Mode und die Geflogenheiten der jeweiligen Epoche eine ganz besondere Kunst: Sie konnte wunderbar Dialoge schreiben.

Ich war übrigens ganz gerührt, als ich mir ein Gespräch mit Stephen Fry im Oxford Union anhörte und er Georgette Heyer sehr lobte. Ich befinde mich also in bester Gesellschaft.

Gerade bin ich am Überlegen, wer denn mein Sommerklassiker werden soll. Georgette Heyer steht oben auf der Liste, neben Daphne du Maurier.



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