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Handkantenschlag von Dorthe Nors beinhaltet eine Sammlung Kurzgeschichten, die in ihrer Vielschichtigkeit und Sensibilität überwältigend sind. Dorthe Nors hat ein ausgezeichnetes Timing. Sie baut eine Geschichte mit leichter Hand und Präzision auf und der Handkantenschlag, der Bruch in der Handlung, kommt zum exakt richtigen Zeitpunkt. Sie lässt keine menschliche Emotion außen vor. Die hellen und die dunklen Seiten werden gleichermaßen angegangen. Eine wirkliche Entdeckung, dieses gerade erschienene Buch.

Meine Kritikpunkte gelten weniger der Autorin, als der Übersetzung und dem Lektorat. Die Sprache ist ein wenig sperrig. Was, wie mir von kenntnisreichen Menschen versichert wurde, im Original nicht der Fall ist. Es entsteht der Eindruck, dass sich für das Überarbeiten nicht wirklich viel Zeit genommen wurde. Oder vielleicht auch, seitens des Verlages, nicht gegeben wurde. Daher möchte ich Ulrich Sonnenberg, der für die Übersetzung aus dem Dänischen zeichnet, nicht alles in die Schuhe schieben. So einiges ist sicher dem Lektorat anzulasten. Viele Kleinigkeit, die den Lesefluß kurz stören, wobei die „Grußmutter“ statt der Großmutter noch als lustig durchgehen kann.

Ähnliches ist mir übrigens schon bei einem weiteren Buch aus dem Haus Osburg aufgefallen. Die Unsichtbaren von Roy Jacobsen wimmelten auch von solchen Kinken. Also Empfehlung an den Verlag, lasst Euch und den Übersetzer_innen ein wenig mehr Zeit, dass ist nur fair den Autor_innen gegenüber, denen diese Stolpersteine unverdient in die Schuhe geschoben werden.

Trotzdem ist „Handkantenschlag“ ein sehr besonderes Buch, welches ich gerne weiter empfehle. Dorthe Nors ist eine Autorin, die es sich sicher lohnt im Auge zu behalten.

Handkantenschlag

Autorin:  Dorthe Nors Übersetzer: Ulrich Sonnenberg
Verlag: Osburg
erschienen im September 2014, gebunden, 170 Seiten
ISBN: 9783955100704
Preis: €17,99


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