Hart auf Hart

Autor: T. C. Boyle
Roman
Übersetzt aus dem Englischen von Dirk van Gunsteren

Erscheinungsdatum: 02.02.2015
400 Seiten
Hanser Verlag
Fester Einband
ISBN 978-3-446-24737-6
ePUB-Format
ISBN 978-3-446-24846-5

Sten Stenson ist Rentner und mit seiner Frau auf Urlaubsreise in Costa Rica. Als die Gruppe überfallen wird, tötet Sten einen der Banditen mit bloßen Händen. Adam ist scizophren und läuft mit Tarnkleidung mit Gewehr durch die Wälder Nordkaliforniens. Er will wie sein Vorbild, der Waldläufer Colter, ein unabhängiges Leben führen. Für die finanzielle Unabhängigkeit soll seine Marihuana- und Mohnplantage sorgen. Adam ist Stens Sohn. Sara ist Hufschmiedin und „souveräne Amerikanerin“. Sie lehnt die Gesetze der „Konzernregierung“ der USA ab, zahlt keine Steuern, verweigert die Gurtpflicht und gerät immer einmal wieder auf Grund dieser Haltung mit dem Gesetz in Konflikt. Sie lernt Adam kennen und die beiden verlieben sich ineinander.  Sara interessiert sich nicht besonders dafür, was Adam so in den Wäldern treibt. Die beiden leben einige Wochen in dem Haus von Adams verstorbener Großmutter zusammen. Als Adam das Haus aufgeben muss, weil seine Eltern es verkauft haben, hakt bei ihm endgültig etwas aus.  Er geht in die Wälder und erschießt dort einen Menschen, der ihn entdeckt hat. Augrund seiner Scizophrenie sind für ihn die meisten Menschen Aliens. Es folgen zwei weitere Morde und die Jagd auf Adam beginnt.

Soweit die Grundzüge der Handlung von Boyles jüngstem Werk, welches mich tief berührt hat. T. C. Boyle nimmt uns auf erschreckende Weise mit, in die Gedankenwelt des scizophrenen Adams und dessen Wunsch nach einem unabhängigen Leben.  Die Geschichte wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Aus Stens, Adams Vater, ein ehemaliger Schuldirektor, der die dauernden Aussetzer seines Sohnes leid ist. Aus Saras die auf andere Weise verloren durch die Welt der heutigen USA mit ihren Kontrollen, Vorschriften und Regeln, tappt und sich versucht aus diesen zu befreien und aus Adams, der in seiner ganz eigenen Welt lebt und so diverse, durch seine Krankheit bedingten, Filme fährt, die sich durch diverse Drogen noch verstärken.  Es ist eine bittere Geschichte mit satirischen Anklängen und sehr gut geschrieben. Boyle wirft Fragen auf, unter anderen etwa, wieso ein anerkannt Scizophrener in den USA offiziell eine Waffe tragen darf?

Ein Lob geht hier auch an den Übersetzer Dirk van Gunsteren.

Fazit: Unbedingt Lesen!



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