Jeder Tag ist Muttertag von Hilary Mantel

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Autorin: Hilary Mantel

Roman

256 Seiten , mit Lesebändchen, Originalverlag: Chatto & Windus, London 1985 , Originaltitel: Every Day Is Mother’s Day
Erscheinungstag: 20.04.2016
ISBN 978-3-8321-9823-7

Übersetzung: Werner Löcher-Lawrence

Evelyn Axon lebt mit ihrer Tochter Muriel in einem heruntergekommenen Haus, in einer recht guten Gegend. Menschen meidet sie. Nur die Sozialarbeiter lässt sich gezwungenermaßen sporadisch ins Haus. Die sehen nach Muriel, denn diese ist geistig behindert, und bestehen darauf, dass Muriel jeden Donnerstag in einer Einrichtung erscheint, um Kontakt nach außen zu bekommen. Eines Tages ist Muriel schwanger und Evelyn behält sie im Haus, damit es kein Gerede gibt. Doch es gibt auch eine neue Sozialarbeiterin und die nimmt ihre Arbeit richtig ernst.

Soweit der eine Strang der Geschichte. Der andere erzählt von dem Lehrer Colin, der unglücklich ist in seiner Ehe und dauernd Abendkurse macht, um von zu Haus wegzukommen. Auf einem dieser Kurse lernt er Isabel Field kenne, die wiederum die Sozialarbeiterin ist, die Evelyn Axon das Leben schwer macht.

Es ist ein frühes Buch von Hilary Mantel. In England ist es bereits 1985 erschienen. Nach dem Erfolg von Wölfe und Falken, die zwei Teile ihrer Thomas Cromwell Trilogie, bekommen nun auch deutsche Leser, ihre früheren Werke zu lesen.

„Jeder Tag ist Muttertag“ ist eine traurige Geschichte über Schuld und über Menschen die sich in ihrem Unglück eingerichtet haben. Keiner der ProtagonistInnen glaubt, dass sich etwas ändern lässt und schreckt daher schon vor kleinsten Veränderungen zurück. Die Charaktere haben Tiefenschärfe. Besonders Evelyn und Muriel sind der Autorin gelungen. Das Pendeln zwischen Normalität und Wahnsinn ist faszinierend.

Ich wünschte allerdings, ich hätte das Buch im Original gelesen. An einigen Stellen las es sich etwas hakelig und so dann und wann wurde ich aus der Geschichte gerissen, weil einige Metaphern und  Begriffe nicht stimmig waren. Kleinigkeiten, aber doch auffällig.

About KaBra

Karin Braun, 59 Jahre, begeisterte Leserin und Erzählerin. Im Grunde mache ich dauernd was mit Worten. Entweder lese ich oder ich schreibe und oft schreibe ich über das Gelesene.

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