Leo Nilheims Geschichte von Leo  Ågren ist 1971, zur Zeit des Vietnam Krieges, erschienen. Der Autor, überzeugter Pazifist und Sozialist, stammt aus Österbotton Finnland. Oft führten seine Reisen ihn nach Leningrad, wo er das Vorbild für seinen Leo Nilheim traf. Das Buch erschien in Schweden unter dem Titel „Krigshistoria“. Da der Titel in der Übersetzung Kriegsgeschichte lauten würde, was zu sehr an ein Sachbuch erinnert, hat der Übersetzer Erik Gloßmann diese in „Leo Nilheims Geschichte“ geändert.

Handlung:

Leo  Ågren trifft bei einem Leningrad Aufenthalt den Kriegsüberlebenden Leo Nilheim, der ihm im Laufe einer Nacht seine Geschichte erzählt. Nilheim, ein einfacher Bauernjunge, wird kaum 20jährig Soldat und an der finnischen Front eingesetzt. Das Soldatenleben ist hart und schnell stellt der junge Mann den Sinn von Kriegen in Frage.

Wenn ich schreiben könnte, würde ich ein Soldatenepos der Feigheit, des Hungers und der Flucht verfassen und den Machthabern zeigen, dass Krieg eine Unmöglichkeit ist und nie ein politischer Ausweg sein kann.

(Seite 67)

Leo Nilheim kommt in finnische Gefangenschaft und wird zur Zwangsarbeit auf einen österbottischen Bauernhof geschickt. Dort soll er den zum Militär eingezogenen Sohn ersetzen. Dieser fällt später und an dessen Grab kommen Leo diese Gedanken.

Ja, alle Völker sind gleich, alle müssen einen edlen Anlass finden, wenn sie ihre Jungen in den Tod schicken, alle brauchen einen ideologischen Überbau“

(Seite 128)

Es ist ein zutiefst berührendes Buch. Die Geschichte ist in einer einfachen Sprache erzählt. Schnörkellos, fast lakonisch schreibt Ågren über die Unmenschlichkeit im Krieg und über die Entmenschlichung der Soldaten durch den grausamen Drill.

Leo Nilheims Geschichte

erschienen am 11. Februar 2014, gebunden, 160 Seiten
ISBN: 978-3-95510-038-4
Preis: €17,99


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