Miss Terry von Liza Cody

miss-terry_sLiza Cody
Miss Terry
Ariadne 1219
Deutsch von Grundmann und Laudan
288 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen
ISBN 978-3-86754-219-7 · 17 €

Nita Tehri lebt in ihrer kleinen Wohnung, in einer ruhigen Straße, ist Grundschullehrerin, sieht gut aus, ist eine fantastische Köchin und … hat Migrationshintergrund. Als in einem Müllcontainer ein totes Baby von ethnischer Herkunft gefunden wird, gerät sie in Verdacht, ist sie doch die einzige dunkelhäutige Bewohnerin dieser Straße. Sie wird von seiten ihrer Nachbarn und der Polizei mit allen Vorurteilen konfrontiert die man sich denken kann und ohne, dass es einen konkreten Anhaltspunkt gibt, steht dort fest. Sie war es, es ist ihr Baby, sie hat es ermordet. Sie wird von ihrer Arbeit freigestellt, muss mit dem wirtschaftlichem Ruin rechnen und das zu allen anderen Problemen. Denn so perfekt, wie es scheint, ist Nita Tehris Leben nicht. Sie muss sich vor ihrer Familie verstecken, die sich von ihr entehrt fühlt und fürchtet um ihr Leben. Sie beginnt auf eigene Faust zu ermitteln, um ihren guten Ruf wieder herzustellen. Dabei entdeckt sie, dass sie sehr wohl Menschen in ihrem Umfeld hat, die sie unterstützen.

Liza Cody hat hier wieder einen ganz besonderes Buch vorgelegt. Es einfach Krimi zu nennen, würde es nicht treffen. Sicher hat gibt es Krimielemente, aber das ist auch schon alles. Liza Codys Figuren sind vielschichtig. So führt Nita noch einen sehr speziellen Kampf, sie will ihren anerzogenen Gehorsam, diesen Drang sich Autoritäten unter zu ordnen, überwinden. Das spielen mit Vorurteilen, beherrscht Liza Cody perfekt, sie lässt sich nicht auf Schwarz und Weiß Malerei ein, sondern beleuchtet die Grautöne. Es ist also nicht einfach ein Krimi, es ist eine Gesellschaftsstudie.

Ich möchte auf ein weiteres Buch von Liza Cody hinweisen, welches ich beeindruckend fand: Lady Bag

http://www.argument.de/belle_index_reload.html?ak/1222.html

About KaBra

Karin Braun, 59 Jahre, begeisterte Leserin und Erzählerin. Im Grunde mache ich dauernd was mit Worten. Entweder lese ich oder ich schreibe und oft schreibe ich über das Gelesene.

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