amalie skram - professor hieronimus Professor Hieronimus
Amalie Skram

OT: Professor Hieronimus, Paa St. Jørgen, 1895
Aus dem Norwegischen von Christel Hildebrandt
Mit einem Nachwort von Gabriele Haefs
461 Seiten
Gebunden mit Lesebändchen
€ 24 [D] | € 24,60 [A]
ISBN 978-3-945370-07-0

Als die Malerin Else Kant sich in eine Nervenklinik einweisen lässt, um zur Ruhe zu kommen beginnt ein Alptraum. Plötzlich ist sie ihrer Selbstbestimmung beraubt und so auch nicht mehr in der Lage, die Klinik auf eigenen Wunsch zu verlassen. So beginnt ihre Auseinandersetzung mit Professor Hieronimus, dem despotischen Leiter der Klinik. Schnell erfährt Else von den Schwestern, wie nett der Professor zu denen sein kann, die sich unterordnen. Else will aber ihre Selbstbestimmung nicht verlieren und behauptet sich tapfer gegen den Herrn Professor, wobei sie wenig Unterstützung hat. Zwar zweifelt auch der Assistenzarzt, an der Diagnose des Professors, der schnell und ohne wirkliche Untersuchung zu dem Schluss kommt, dass Else geisteskrank ist und weggesperrt gehört, aber er begehrt natürlich nicht gegen diese Koryphäe auf, weil er natürlich seine Karriere nicht gefährden will.

Das Buch ist nicht etwa in heutiger Zeit geschrieben, nein, es erblickte so um 1900 herum das Licht der Welt und die norwegisch/dänische Autorin Amalie Skram verarbeitete darin ihre eigenen Erfahrungen, wie sie es in allen ihren Romanen tat.

Amalie Skram führte ein recht bewegtes Leben, gegen alle Koventionen ihrer Zeit. Sie heiratete jung einen Kapitän und bereiste mit ihm die Welt. Nach dreizehn Jahren trennte sie sich von ihm und heiratete später den Schriftsteller Erik Skram. Auch diese Ehe scheiterte.

Amalie Skram schreibt ausgesprochen eindringlich und mitreißend, lässt dabei aber den Humor nicht zu kurz kommen. Ihre Else Kant ist eine Person , die sich nicht kleinmachen lassen will. Sie will sich nicht zum Objekt degradieren lassen, sondern verlangt, als vernunftbegabtes menschliches Wesen behandelt zu werden.

Diese Buch hat mich stellenweise sehr gefordert. Ich habe es in Etappen gelesen und bin froh, dass ich bis zum Ende durchgehalten habe.

Dank an den Guggolz Verlag, der Amalie Skram im neuen Gewande erscheinen ließ. Ein besonderer Dank an die Übersetzerin Christel Hildebrandt, die diese wichtige Autorin heutigen Leser*innen erneut zugänglich gemacht hat.



Leave a reply