Rebellen

 

Der Autor:

Wolfgang Schorlau, lebt als freier Autor in Stuttgart. Er schreibt unter anderen die Georg-Dengler-Krimis und erhielt 2006 den deutschen Krimipreis.

Die Handlung:

Alexander und Paul lernen sich als Jugendliche kennen. Während Alexander aus einer bürgerlichen, Mittelstands-Familie kommt, wächst Paul im Waisenhaus auf, welches in der Nähe von Alexanders Elternhaus liegt. Es entsteht eine enge Freundschaft, die über Jahre hält. Beide engagieren sich in der linken Bewegung, aber aus sehr unterschiedlichen Motiven. Paul, der eine Ausbildung zum Feinmechaniker, geht es um soziale Gerechtigkeit und Alexander, der studiert, eher um Distanz zu seiner Familie. Ihre Freundschaft besteht sogar weiter, als sie sich in die gleiche Frau verlieben. Toni, die Psychologiestudentin, die später Therapeutin für magersüchtige Mädchen werden wird und schließlich Alexander heiratet.  Paul und Alexander driften irgendwann auseinander ohne eine ziemliche Schweinerei seitens Alexander jemals thematisiert zu haben. Jahre später wird Alexander von der Vergangenheit in Form von Pauls Sohn eingeholt.

Frau Braun meint:

Wolfgang Schorlau ist mir durch die Georg Dengler Krimis bekannt, die ich alle mit Begeisterung gelesen habe. Dieses ist der erste Roman den ich von ihm gelesen habe und er lässt mich sehr nachdenklich, ein wenig nostalgisch und sehr angetan, zurück.  Die Geschichte von Alexander und Paul ist in kurzen Kapitel aus unterschiedlichen Zeiten von Paul, Alexander (damals und heute), Toni (ebenfalls damals und heute) und Maximillian (Alexanders Bruder) erzählt und vermittelt so ein sehr komplexes Bild. sowohl im persönlichen, als auch von den politischen Ereignissen. Es ist ein Buch um Ideale und was von ihnen bleibt. In ihrer Jugend sind Paul und Alexander begeisterte Kommunisten studieren fortwährend Lenin, Marx und Mao und träumen von der Revolution und anschließenden Diktatur des Proletariats. Zu diesem Thema sagt Strunz, ein Genosse und Arbeitskollege von Paul etwas, dass ich in der Zeit oft gedacht habe:

Eine Diktatur seiner Kollegen bei Heppler wäre eine Diktatur der Spießer, in der der nicht leben wollte.

Rebellen ist ein Stück Zeitgeschichte persönlich aufgearbeitet. Wolfgang Schorlau schreibt sehr lebensnah, schnörkellos und klar. Das gefällt mir sehr. Er schreibt ihm Nachwort zu diesem Buch:

Ich erzähle etwas spezifisches, um etwas allgemeines auszudrücken

Dazu kann ich nur sagen: Das ist hier gelungen!

 



0 Comments

  1. vizero13

    Dieser Buchbesprechung kann ich zu 100% zustimmen.


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