Samenklau von Corinna T. Sievers

samenklau

Samenklau ist Corinna T. Sievers erster Roman und somit schon älteren Ursprungs. Eigentlich hatte ich ein ganz anderes Werk von ihr auf der Leseliste, nämlich ihren Krimi Maria Rosenblatt, der von Dennis Scheck sehr gelobt wurde. Ich sah dann aber das ihre Veröffentlichungen noch im überschaubaren Rahmen sind und wenn das der Fall ist lese ich gerne chronologisch. Also Samenklau als erstes.

Die Handlung:

Phoebe ist 42, sie ist in ihrem Beruf als Zahntechnikerin erfolgreich, hat eine eigene Praxis und genießt den Luxus gut zu verdienen und einen Beruf auszuüben, den sie mag. Einziges Manko: Es ist keine Beziehung vorhanden, die biologische Uhr tickt und sie wünscht sich ein Kind. Kurzerhand beschließt sie sich den Samen eines kultivierten Mannes zu beschaffen. Sie fährt in ein Luxushotel in die Schweiz und gleich am ersten Abend liefert der erste Kandidat die gewünschte Substanz. Man trennt sich ohne großes Bedauern. Am nächsten Morgen allerdings lernt Phoebe den absoluten Traumprinzen kennen. Kultiviert, gut aussehend, superreich und zärtlich. Auch hier geht es ins Bettchen, besser gesagt:  ins Rolls Roycechen, aber es bleibt nicht bei der Samenspende, sondern die Beiden verlieben sich ernsthaft in einander. Das Wunder geschieht, Phoebe ist schwanger, schafft es sich einzureden, dass es Hubertus Supersperma war, welches den Keim legte und alles könnte wunderbar sein, wenn sie nicht von Hubertus Ex-Verlobten erfahren hätte, dass der Traumprinz mit Platzpatronen schießt. Also zeugungsunfähig ist …

Frau Braun meint:

Frau Sievers nimmt sich hier eines sehr heutigen Themas an. Geht ja nicht wenigen Frauen so, dass sie erst einmal Karriere machen, dann feststellen, die Uhr tickt und sich entscheiden müssen. Die Geschichte ist auch interessant abgehandelt. Es hat Spaß gemacht sie zu lesen und die Charaktere sind sehr greifbar. Allerdings gibt es auch so einige Mankos. Mich haben diese Aufzählungen von Make Up und Modemachern, sowie der übrigen Luxusattribute genervt. Sicher Phoebe ist kein Aschenputtel und sehr an ihrem Äußeren interessiert. Sie gibt gerne Geld für schöne Dinge auf und kann sie sich leisten. Aber muss ich wirklich wissen, dass ihre Hose von Eskada und ihre Sonnenbrille von Chanel oder sonstwem teurem ist? Das wäre geschickter zu lösen gewesen. Auch reicht es nicht, dass Hubertus reich ist, nein, es muss gleich richtig reich sein. Na ja und natürlich verfallen Phoebe nahezu alle Männer mit denen sie es näher zu tun bekommt. Von ihrem Gynäkologen bis zum Nachbarn in der Tiefgarage.  Ich muss gestehen, dass ich immer mal dachte: Büsschen viel Mädchenkram, aber eben nicht nur.

Ab einem gewissen Punkt begann ich das Buch unter der Rubrik: „Modernes Märchen“ zu lesen und da funktionierte auch der Mädchenkram.

Fazit: Eine kurzweilige Geschichte mit einem interessanten gesellschaftlich relevanten Thema.

About KaBra

Karin Braun, 59 Jahre, begeisterte Leserin und Erzählerin. Im Grunde mache ich dauernd was mit Worten. Entweder lese ich oder ich schreibe und oft schreibe ich über das Gelesene.

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