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Schlagwort: flucht

Drift von Anne Kuhlmeyer

Drift von Anne Kuhlmeyer

Anne Kuhlmeyer
Drift
Verlag: Ariadne
ISBN 978-3-86754-225-8

Preis 12,00

Die Gerichtsmedizinerin Metha, der Lektor Albrecht, der junge Sydney, Jan, der Bauer und Rosalie, die in Deutschland Russin und in Russland Deutsche ist, sie alle werden von einer Flut überrascht und landen auf der Suche nach Schutz in Jans Haus. Jede und Jeder dieser Zwangsgemeinschaft bringt ihre Geschichte mit und ihre Hoffnungen und Pläne, was nach der Katastrophe sein wird. Alle versuchen auf ihre individuelle Weise mit der Ausnahmesituation zurecht zu kommen. Dann suchen drei „Schwarze“, auf einem Floß treibend, Zuflucht, die Jan ihnen verweigert und sie alle leben nun mit einer gemeinsamen Schuld, die sie einerseits verbindet, aber auch trennt.

Erst einmal vorweg, auch wenn das Buch bei Ariadne erschienen ist, es ist kein Krimi, jedenfalls nicht im üblichen Sinne. Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass ich keine andere Genrebezeichnung dafür finde als: Geniales Buch! Eine Freundin meinte, es würde sie an die Bücher von Ray Bradbury erinnern. Das ging mir auch so, obwohl es auch das nicht ganz trifft, denn es hat auch eine Menge Bulgakow, dessen Namen in einer Episode auch des öfteren fällt, und trotz der Vergleiche mit diesen Autoren, ist es etwas ganz eigenes. Die Charaktere sind exzellent und vielschichtig gezeichnet. Das Setting wunderbar gewählt. Es enthält Geschichten die sich zu einer großen Geschichte verweben und dabei die aktuellen Themen unserer Zeit nicht aussparren.

Fazit: Lesen!

 

Rot wie Schnee von Volker Kaminski

Rot wie Schnee von Volker Kaminski

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Rot wie Schnee

Autor: Volker Kaminski

Hardcover – EURO 19,90

ISBN 978-3-903091-18-4
248 Seiten, Roman
VÖ 5.9.2016
eBook – EURO 9,99 – erhältlich auf allen Plattformen
ISBN 978-3-903091-21-4
248 Seiten, Roman

Zwei Jahre ist dem erfolgreichen Maler Tom Lautenschläger nichts Richtiges gelungen und auf einmal ist das Bild da. Ein Bild, dass sich von seinen anderen deutlich abhebt. Statt der bunten Gesellschaftsszenen, mit denen er zu Ruhm und Ehren kam, zeigt dieses Bild eine Fluchtszene aus dem 2. Weltkrieg, wie er sie aus den Erzählungen seines Vaters kennt. Im Vordergrund des Bildes ist ein Junge zu sehen, der merkwürdig lebendig scheint.

„Tom war sich sicher, dass der Junge nach ihm rief. Er glaubte seine helle Stimme zu hören, während er den Flur zwischen Küche und Atelier durchquerte. Er knipste das Neonlicht an und betrat das Atelier. Mach dich nicht verrückt, dachte er, es ist doch nur ein Bild.“

Tom Lautenschläger und sein Galerist sind sich einig, das Bild ist ein Meisterwerk und soll in die nächste Ausstellung. Tom ist das Bild unheimlich, nicht nur, dass er das Gefühl hatte, dass der Junge nach ihm rief, das Bild veränderte sich auch ohne Zutun das Malers und es löst eine Menge an Kindheitserinnerungen aus. Das Atelier füllt sich mit Geistern. Unter anderem taucht Toms toter Vater auf, erzählt von früher und mischt sich in alles ein.

Volker Kaminski hat mit „Rot wie Schnee“ einen wundervollen Roman über das Erinnern, und wie individuell wir zurückdenken, geschrieben. Das Buch ist nicht sehr lang und doch hat es einige schwere Themen im Gepäck. Einen Vater Sohn Konflikt, die Auswirkungen des Krieges auf die nächste Generation und eine künstlerische Krise. Trotz dieser Themen ist es kein bedrückendes Buch, ganz im Gegenteil, Volker Kaminski findet die richtigen Worte und das richtige Gleichgewicht. Es ist ein Spaziergang in den Bildern der Erinnerung von Tom Lautenschläger, seinen Schwestern und seinen Geistern, eine mit Worten gemalte Gemäldeserie.

Eine Leseprobe ist hier einsehbar: http://verlag-wortreich.at/wp-content/uploads/Leseproben/Rot%20wie%20Schnee_Leseprobe.pdf

Wer ist Hamstedt von Torsten Schmandt

Wer ist Hamstedt von Torsten Schmandt

Wer ist Hamstedt_sWer ist Hamstedt?

Autor: Torsten Schmandt (tortitch)

Dystopie

Selfpublished

Hamstedt hat einen lausigen Job bei der Müllabfuhr, er wird von seinen Kollegen gemobbt und Freunde hat er auch nicht wirklich, jedenfalls nicht in seinem direkten Umfeld, denn Hamstedt ist ein UKat, was in seiner Welt „Unterste Kategorie“ bedeutet. Sein Freund Karel dagegen ist ein »Premium« und hat einen dem entsprechend interessanten Job. Eines Tages beginnt Karel Fragen zu stellen. Etwa ob sie einen Chip im Kopf haben und so überwacht werden können? Auch Hamstedt wird neugierig und beginnt in Frage zu stellen, ob das Leben in der Kuppelstadt „Kosmos“ wirklich so sicher ist. Ist die Welt außerhalb wirklich so furchtbar und gefährlich, wie alle denken? Und gibt es keinen sicheren Weg nach draußen? Vor allem fragt sich Hamstedt: Wer bin ich eigentlich? Habe ich Eltern? Bin ich ein Mörder?

Mir wurde das Buch von einem Bekannten empfohlen und so habe ich mich dran gemacht, es zu lesen und ich bin sehr angetan. Torsten Schwandt erzählt Hamstedt Geschichte interessant und schildert die Welt, in der H., lebt sehr anschaulich.
Einziges Manko: Zum Ende geht es denn sehr rasch und insgesamt hätte es nicht geschadet, wenn die Geschichte länger wäre. Alles in allem, ein gelungenes Werk.

Selfpublishing hat ja öfters seine Mankos. Dieses Buch ist wirklich gut gemacht.