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Schlagwort: nordische götter

Magnus Chase – der Hammer des Thors – Rick Riordan

Magnus Chase – der Hammer des Thors – Rick Riordan

Rick Riordan

Magnus Chase – Der Hammer des Thors

Übersetzung: Gabriele Haefs

Verlag Carlsen

Alter: ab 12 Jahre

ISBN: 978-3-55155889-1

Thor hat wieder einmal die stärkte Waffe der neun Welten, seinen Hammer verloren. Nicht genug damit, dass Asgard Gefahr läuft von den Riesen angegriffen zu werden, nein, er kann auch seine Serien auf Netflix nicht mehr gucken. Das geht natürlich gar nicht und Magnus Chase, die muslimische Walküre Samira und ihre anderen Freunde machen sich auf, um den Hammer zurück zu holen. Schnell wird klar, dass Loki, der Trickser, der Gestaltwandler und Vater von Samira sein eigenes Süppchen kocht, um endlich aus der Höhle befreit zu werden, in der er seit Jahrhunderten von den Göttern gefangen gehalten wird.

Bereits mit dem ersten Teil der Serie hatte ich sehr viel Spaß. Der 2. hat mir fast noch besser gefallen. Wieder bedient sich Rick Riordan aus den Sagen der Edda und mixt es munter mit heutigen. So hat Heimdall, der Wächter der neun Welten, der auf der Regenbogenbrücke Bifröst lebt das Gjallarhorn, mit dem er eigentlich tuten soll, wenn Asgard angegriffen wird, in ein Phablet verwandelt und macht Selfies und die Riesen betrreiben eine Bowlingbahn. Es ist nicht nur eine spannende und lustige Geschichte, die Riordan erzählt, es ist sehr viel mehr. Die Botschaft ist, es ist egal ob du Muslim, Zwerg, Albe oder Einherjer bist, Hauptsache du kämpfst für die richtige Sache. So taucht denn auch in diesem Buch eine transgender Person auf. Alex, ein weiteres Kind Lokis, die nicht nur ihr Geschlecht wechseln, sondern auch Tiergestalt annehmen kann, wie Loki selbst auch. Auch dass Odin und Konsorten weniger als Götter gesehen, sondern eher als sehr mächtige Wesen, fand ich stimmig. Es ist ein wahrlich empfehlenswertes Buch, genauer gesagt, eine empfehlenswerte Serie. Themen wie Rassismus, Transgender, Herkunft und Tradition werden leicht, aber doch nachhaltig behandelt.

111 Gründe Norwegen zu lieben von Gabriele Haefs

111 Gründe Norwegen zu lieben von Gabriele Haefs

111-gruende-norwegenGabriele Haefs
111 GRÜNDE, NORWEGEN ZU LIEBEN
Eine Liebeserklärung an das
schönste Land der Welt
ca. 288 Seiten | Taschenbuch
Mit separatem Farbteil
ISBN 978-3-86265-613-4
12,99 EUR (D) |Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf

Man könnte denken, dass es nicht unbedingt 111 Gründe braucht um Norwegen zu lieben. Das mag so ein, doch sollte man das vorliegende Buch auch dann unbedingt lesen, denn nach der Lektüre, wird man 112 Gründe haben und jeden einzelnen wertschätzen. Der 112. Grund wird sein, dass es dieses Buch gibt.

Gabriele Haefs ist geradezu prädestiniert Norwegens Vielfalt und Schönheit zu preisen, denn einerseits ist sie durch familiäre Bande, sowie durch ihre Tätigkeit als Übersetzerin nordischer Sprachen, sozusagen Insiderin, hat andererseits aber auch Abstand zu dem Land, denn sie lebt in Hamburg. Genau dieser Blick von Außen ist wichtig. Ein weiterer Vorteil, sie für dieses Projekt gewonnen zu haben ist, dass sie eine begnadete Erzählerin ist und ihre Interessen sich nicht nur auf die Literatur beschränken, sie berichtet kenntnisreich aus der norwegischen Musikszene,  kennt sich auf kulinarischen Gebiet aus, ist in Sachen Kunst und Kultur bewandert und weiß um die Eigenheiten der Trolle und nordischen Götter.  Wir erfahren von der Wichtigkeit des Taufscheins und der Personennummer und dass man sich am norwegischen Königshof besser ein kritisches Gespräch über die Pelzindustrie verkneift, man aber ungestraft alles auf dem Teller liegen lassen darf, was man nicht mag. Die Gefahr, zu Königs auf ein Häppchen gebeten zu werden, dürfte gering sein,  aber es ist halt auch immer gut, gewappnet zu sein und noch besser zu wissen, wie man einen Eklat vermeidet.

Eigentlich wollte ich das Buch in Etappen lesen, immer so 10 Gründe pro Tag. Daraus wurde allerdings nichts, ein Grund führte zum Nächsten und die Lektüre war so amüsant und aufschlussreich, dass ich bis tief in die Nacht hinein in Norwegen unterwegs war und ich liebte das Land mit jedem Grund mehr. Dabei ist die Autorin nicht unkritisch, ganz und gar nicht. Das macht es ja so interessant. Etwas lieben, das perfekt ist, ist langweilig. Es ist ein Land mit Ecken und Kanten, mit Bergen und Fjorden, mit einer sehr merkwürdigen Alkoholpolitik, und Bewohnern, die ausgesprochen kreativ mit dieser umgehen. Es ist ein Land in dem Black Metal lebt und gejoikt wird, dass die Schwarte kracht und die 111 Gründe es zu lieben, zeigen es in seiner ganzen Vielfalt.

Unbedingt empfehlenswert!