Emma oder das Ende der Welt von Ketil Bjørnstad

Autor: Ketil Bjørnstad

Emma oder das Ende der Welt

Übersetzung aus dem Norwegischen: Gabriele Haefs & Kerstin Reimers

Verlag: Osburg Verlag

ISBN: 978-3-95510-128-2

Preis: 22,00 €

Es passiert, aber es passiert nicht uns …

… denkt Aslak, als seine 9-jährige Tochter bei einem Flugzeugunglück ums Leben kommt. Er und seine getrennt lebende Frau Hanne sind am Boden zerstört. Sie versuchen in ihrer Trauer zusammenzurücken, doch es scheint zweifelhaft, ob es eine gemeinsame Zukunft geben kann. Zuviel ist zerbrochen und Emma, das Verbindungsglied, ist nicht mehr. Beide befinden sich in einer Art Starre, wissen nicht, wie es weitergehen soll, beruflich und überhaupt. Sie suchen nach Erklärungen für das Geschehene und warum es ausgerechnet ihre Tochter traf. Sie suchen nach Schuldigen, wünschen sich jemanden zur Rechenschaft ziehen zu können, wollen dann wieder nur, dass das Leben weitergeht. Ein Leben, dass sie sich ohne Emma kaum vorstellen können. Rachegedanken, lösen sich mit Verzweifelung ab. Hoffnung und Verzeihen blitzen auf und gehen in einem nächsten Schwall Trauer und wunsch nach Rache unter. Sie denken daran, dass ihr Kind nicht nur glücklich war, dass sie es schwer hatte im anstrengenden Schulalltag. Daran, wie sie von der Klassenschönheit gemoppt und ins Abseits gedrängt wurde. Während Aslak seine Wut auf dieses Mädchen fokussiert, ist Hanne diejenige, die beginnt die Pilotin des Flugzeugs auszuspionieren deutlich konkretere Rachepläne hegt. Ob sie diese in die Tat umsetzt… nun, dazu sollte man das Buch lesen.

Es ist mein erstes Buch von Ketil Bjørnstad und ich bin schier begeistert. Ich gestehe auch, dass ich gezögert habe, diesen Roman, ob der Schwere des Themas, zu beginnen. Es stellte sich heraus, dass es eine gute Entscheidung war, sich doch heranzutrauen. Ja, das Thema ist bedrückend und lässt nur wenig Raum für hellere Gedanken, doch bringt die Sprache, die Musikalität des Erzählers, die Leichtigkeit, die es braucht, sich in Aslaks und Hannes Trauer zu begeben. Das Lob hierfür gilt natürlich auch den Übersetzerinnen, denen es gelungen ist, dieses in die deutsche Fassung zu übertragen.


Herz aus Eis von Lars Mæhle

Herz aus Eis Herz aus Eis

Autor: Lars Mæhle 

Kriminalroman

  • Taschenbuch
  • Broschur
  • 352 Seiten
  • Den mørke porten
  • Aus dem Norwegischen übersetzt von Günther Frauenlob.
  • ISBN-13 9783548286006

Die Psychologin Ina Grieg hat es nicht leicht. Sie ist nun wirklich nicht der ultimative Muttertyp und lebt doch, ohne recht erklären zu können, wie es dazu kam, mit Mann und Zwillingen. Sie leidet darunter weder als Partnerin, noch als Mutter, wirklich da zu sein. Zu sehr geht sie in ihrer Arbeit und in ihrem Hobby Kickboxen auf. Dann wird sie auch noch von der Polizei in die Ermittlungen eines besonders brutalen Mordes einbezogen. Der Mord ähnelt sehr der Art und Weise, wie vor einigen Jahren ihr Kollege und Liebhaber getötet wurde.

Lars Mæhle präsentiert hier seinen ersten Krimi. Bis dato war er mir eher als Autor von Jugendbüchern und Kurzgeschichten ein Begriff. Sein Krimidebüt kann sich wirklich sehen lassen. Ein gut strukturierter Plot, Charaktere denen man nicht anmerkt, dass sie konstruiert sind und ein Talent Spannung zu erzeugen, ohne in Blut und Gewalt zu schwelgen. Ina Grieg wird in diesem Buch den LeserInnen vorgestellt, aber es ist kein zögerliches kennenlernen, sie war mir gleich vertraut und immer wenn Lars Mæhle den Mord an Inas Kollegen erwähnt, dachte ich: Wieso habe ich dieses Buch eigentlich nicht gelesen? Ich freue mich auf weitere Bücher aus dieser Reihe.