Milchmädchen von G. R. Gemin

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Autor: G. R. Gemin

Übersetzung aus dem Englischen: Gabriele Haefs

ISBN: 978-3-551-56026-1

Verlag: Königskinder

Hardcover

ab 12 Jahre

Preis: 16,99 €

Gemma lebt mit ihrer Mutter und ihrem Bruder in einer Sozialsiedlung in Wales. Der Vater ist im Knast, die Mutter total überfordert, die Umstände, in denen sie leben, sind also alles andere als ideal. Das Viertel, in dem sie wohnen, geht mehr und mehr vor die Hunde, Einbrüche nehmen zu, die alten Leute trauen sich kaum noch alleine auf die Straße. Gemma muss sich sehr vorsichtig bewegen, um nicht unterzugehen. Das gilt besonders an ihrer Schule. Wenn man schon nicht direkt zu Sians In-Clique gehört, so will man den angesagten Mädels wenigstens nicht quer kommen. So ist es Gemma gar nicht recht, dass sie in den Verdacht gerät, mit Kate, die auf einem Bauernhof lebt und von den In-Girls Milchmädchen genannt wird, befreundet zu sein. Kate hat es anders schwer als Gemma. Die 12 Kühe, die sie noch auf dem Hof haben, sind der Rest einer Herde, die zum größten Teil während der Maul- und Klauenseuche gekeult wurde. Nun sollen auch diese 12 verkauft werden. Gemma und Kate bringen die Herde in die Siedlung und bald steht dort in 12 Hinterhöfen eine Kuh. Die Kühe verändern die Menschen und ihren Umgang miteinander zum Positiven.

Milchmädchen ist das erste Buch des aus einer italienischen Familie stammenden G. R. Gemin, der in Cardiff lebt. Das Buch wurde mit diversen Preisen ausgezeichnet.

Mir hat dieses Buch sehr gefallen. Der Autor spricht offen soziale Probleme an, jedoch ohne Schuldzuweisungen und erhobenen Zeigefinger. Er lässt seine Protagonistinnen aktiv werden. Sie packen an, suchen nach ungewöhnlichen Lösungen und lassen sich nicht kleinkriegen. Ihre Lebensumstände haben auf völlig unterschiedliche Weise einen Knacks bekommen; Gemmas durch den Knastaufenthalt des Vaters und Kates durch die Maul- und Klauenseuche, die das Ende der Landwirtschaft und des von ihr geliebten Hofes bedeutet. G. R. Gemin beschreibt diese dramatischen Einschnitte ohne Pathos und fertigt seine Leser*innen nicht mit billigen Empfehlungen wie: „Wenn dir die Welt Zitronen gibt, mach Limonade draus“ ab, seine Botschaft ist: Wenn dir die Umstände nicht gefallen, dann nimm sie nicht hin. Such nach ungewöhnlichen Wegen und lass Raum für das Unerwartete. Vor allem, brich ruhig Regeln, die Erwachsenen wissen halt auch nicht alles und vieles von dem, was sie tun, ist Blödsinn.

Wer einmal stirbt, dem glaubt man nicht von Fenna Williams

Wer einmal stirbt, dem glaubt man nicht

Autorin: Fenna Williams

Dona Holstein und ihre Crew aus Tieren und Menschen, sind schon sehr ungewöhnlich und widmen sich auch außergewöhnlichen Fällen. Eine zerstrittene Erbengemeinschaft, von denen einige bereits recht zeitig unter merkwürdigen Umständen das Zeitliche gesegnet haben, ist sich in einer Sache einig: Niemand will das nächste Opfer sein! Um nun aufzudröseln, wer da wem alles an den Kragen will und was es mit einem in der Sturmflut von 1606 versunkenen walisischen Dorf auf sich hat, zieht es die menschlichen und tierischen Ermittler nach Hamburg, Brügge und Wales.

Fenna Williams stellt Dona Holstein, ihr Dorf und ihre, sowohl menschlichen, als auch tierischen Ermittler, in „Wer einmal stirbt, dem glaubt man nicht“ vor. Es ist eine amüsante Geschichte, mit viel Lokalkolorit der diversen Handlungsorte. Das Buch liest sich gut und zu aufregend wird es denn auch nicht, was es ja auch nicht muss. Cozy-Crime ist völlig in Ordnung. Im Großen und Ganzen hat mir die Geschichte  gut gefallen, allerdings war es mir an einigen zu viel, unter anderem an originellen Charakteren und überhaupt an Personal. Ein bisschen weniger hätte es auch getan und wäre dem Spannungsbogen der Geschichte zugute gekommen.

Verlag: LIST

ISBN: 9783548612607
Erschienen: 09.10.2015
Preis: €9.99