LENA ANDERSSON
Widerrechtliche Inbesitznahme
Roman
Originaltitel: Egenmägtikt förfarande
Aus dem Schwedischen von Gabriele Haefs
DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 224 Seiten, 12,5 x 20,0 cm
ISBN: 978-3-630-87469-2
€ 18,99 [D] | € 19,60 [A] | CHF 25,90 * (* empf. VK-Preis)

Verlag: Luchterhand Literaturverlag

Die Dichterin und Essayistin Ester Nilsson soll einen Vortrag über den bildenden Künstler Hugo Rask halten. Sie tut dies, der Künstler ist im Publikum und vom Lob der Dame begeistert. Es kommt zu einem Gespräch zwischen den Beiden und auf einmal ist alles ganz anders. Ester ist verliebt! Sie verlässt ihren langjährigen Freund und gibt sich, voller Hoffnung auf eine Beziehung zu Rask, ihren Gefühlen hin. Doch so richtig klar ist nicht was der Herr will. Mal ist seine Aufmerksamkeit Ester gegenüber sehr groß, dann wieder ist er abwesend. Während der ersten Treffen werden nur Gespräche geführt. Nach einigen Hin und Her kommt es denn doch zum Sex. Sie schlafen dreimal miteinander und dann ist Sendepause. Esters Anrufe werden nicht beantwortet und der Herr Rask meldet sich auch nicht. Ester nun, die in Worten schwelgt und alles benennen und erklären muss, sucht eine Aussprache … die Rask ihr verweigert.

Eigentlich ist an dieser Stelle klar: Der Typ will nicht! … Aber das will Ester nicht wahrhaben. Immer wenn es wieder einmal zu einem Kontakt kommt, schöpft sie neue Hoffnung, obwohl sich der Herr so nach und nach als ziemlich oberflächlich und narzisstisch zeigt, kann sie nicht von ihm lassen und nutzt jeden noch so fadenscheinigen Vorwand zur Kontaktaufnahme. Schließlich beendet sich die Sache auf so drastische Weise, dass auch Ester die Sinnlosigkeit ihrer Träume einsehen muss.

Lena Anderssons Beschreibung der liebesblinden Ester ist einfach toll. Als LeserIn möchte man ihr förmlich entgegen schreien: Lass es Mädel, es hat doch keinen Zweck! Und so dann und wann denkt man, so blöde kann doch niemand sein! Um dann in einem Moment der Aufrichtigkeit festzustellen: Doch, so blöde war ich auch schon.

Ein sehr empfehlenswertes Buch.



0 Comments

  1. freiedenkerin

    Ja, so blöd war ich auch schon – und das ist noch gar nicht mal so lange her, da war ich bereits eine „reife Frau“…


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